Donnerstag, 20. Dezember 2012

Was für ein Rechtssystem

Und wieder dreht sich dem Menschen mit normalen Verstand der Magen um. Die obersten Richter Deutschlands haben verfügt, dass Ergebnisse von Massengentests, die indirekt auf den Täter schließen könnten, nicht mehr Verwendung finden. Deutet die DNA auf einen Verwandten als möglichen Täter hin, darf diese Spur nicht weiter verfolgt werden. 

Ich frage mich, was dann diese Tests zur Täterbestimmung und - suche, noch bringen sollen. Eigentlich sind DNA-Tests dazu gedacht, Verbrecher, Mörder oder Vergewaltiger zu schnappen. Und wenn dies nicht auf dem direkten Wege passiert, dann eben auf dem Umweg, bestimmte DNA-Spuren zu verfolgen.

Wieder einmal werden die Belange der Opfer erst in zweiter Linie berücksichtigt. Mögliche Täter werden geschützt, die Ermittlungsarbeit der Behörden zusätzlich erschwert. Das deutsche Rechtssystem wird somit wieder ein Stück mehr zu einem Unrechtssystem, welches die Täter schützt und die Opfer zusätzlich peinigt.

Manchmal mag man nur noch schreien.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Ein Ami ohne Waffen

Ein Ami ohne Waffen - vorstellbar? Nach dem Massaker von Newtown sind die Vereinigten Staaten einigermaßen entsetzt. Unschuldige kleine Kinder wurden zu Opfern, auch Lehrerinnen, die die Kleinen beschützen wollten. Erste Reaktionen der Waffen-Lobbyisten lassen uns Europäer nur mit dem Kopf schüttelt: Wären die Lehrer bewaffnet gewesen, hätte der Killer keine Kinder ermordet. Solche kruden Gedanken können nur Menschen äußern, die mit dem Thema "Waffenbesitz ist vollkommen normal" aufgewachsen sind. Weil der US-Amerikaner ein Recht auf eine Waffe hat (und sich womöglich auch gegen Waffenträger verteidigen muss), braucht er eine Knarre. Auch in einer Grundschule. Logisch.

Die Waffenlobby der Amerikaner, die National Rifle Association, tut jetzt übrigens genau das Richtige und zeigt sich wohl erstmals einsichtig: "Die NRA ist bereit, bedeutsame Zugeständnisse zu machen, damit so etwas nie wieder passiert", heißt es in einer Erklärung. Selbst Präsident Obama hat scharfe und klare Worte gefunden. Aber was sind diese Wert?

Spätestens in drei Wochen redet kaum jemand mehr über Newtown, genauso wie es nach Littleton, Virginia Tech oder anderen Ballereien gewesen ist. Automatische Sturmgewehr gehen weiter über den Ladentisch - die braucht man ja auch zur Selbstverteidigung. Das Recht, eine Waffe zu besitzen, ist in den USA wichtiger als der Schutz von Menschen. 

Aber vielleicht ist ja diesmal wirklich etwas anders: Die NRA musste sich zu diesem Massaker öffentlich äußern, indem sie das sinnlose Gemetzel an kleinen Kindern geißelte. Selbst der härteste NRA-Lobbyist hat keine Argumente, warum es Sinn machen sollte, jedem Amerikaner seine Knarre zu belassen.

Update 22. Dezember:

Tja, da war ich wohl etwas zu optimistisch. Die NRA will die "bösen Menschen mit Knarren von guten Menschen mit Knarren stoppen". Die haben DOCH immer noch Argumente. Nun ja, es geht in Ami-Land wieter wie bisher.

Aber das "böse-Menschen-Knarren-gute-Menschen-Knarren"-Ding ist doch der Hammer. 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Demokratie ist nicht kopierbar

In Ägypten geht gerade der "arabische Frühling" zu Ende. Knapp zwei Jahre nachdem sich die Menschen in Algerien, Tunesien oder eben auch Ägypten gegen die veralteten und verkrusteten Machtstrukturen aufgelehnt haben, geht dieser Freiheitsgedanke wieder zu Grunde.

In Ägypten zeigt sich - leider - dass die Demokratie, nach wessen Vorstellungen auch immer, nicht so einfach zu übertragen sind. Präsident Mursi hat sich, im Sinne eines Diktators, Rechte eingeräumt, fast möchte man sogar sagen, er hat sie sich genommen. Für die Menschen, die vor fast zwei Jahren Mubarak stürzten, muss dies wie ein Schlag ins Gesicht wirken. 

Es ist eine andere, für uns Europäer, wenig vorstellbare Kultur, ein komplett anderes Verständnis von Recht und Gesetz, weswegen wir uns nur ein kleines, sehr eingeschränktes Bild machen können. Die Mentalität der Menschen kennen wir aus dem Urlaub und dann "sollten die das mit der Demokratie auch hinbekommen". Offensichtlich ist dies aber nicht der Fall. Man muss schon sehr tief in das Wesen der Ägypter eintauchen, ihre Geschichte verstehen und sich wohl auch ein wenig mit dem Glauben auseinandersetzen, um zu verstehen, was die Menschen, die Mächtigen und auch die religiösen Vereinigungen bewegt und antreibt.

Demokratie nach Art eines Mursis wird die jungen, aufbegehrenden Leute wieder auf die Straße treiben - was auch schon geschehen ist. Ist die freiheitliche Bewegung in Nord- und Ostafrika vielleicht doch noch nicht am Ende?

Dienstag, 27. November 2012

Es ist wieder mal Zeit

Es wird Zeit... sich wieder einmal hier zu Wort zu melden. Der Umzug in seiner ganzen Pracht absolviert, die meisten Sachen haben wir wieder gefunden, ein paar Bilder müssen noch an die Wand. Aber das wird schon.

Es ist schon wieder Zeit. Heute ging ich über den Lübecker Weihnachtsmarkt. Die Düfte verführten mich nicht, es macht mich nicht an, an den Bratwurst- und Glühweinbuden stehen zu bleiben. Offensichtlich ist wieder alles um einen halben Euro teurer geworden, dafür sind die Portionen kleiner. Eigentlich ist es doch wie in jedem Jahr. 

Eigentlich ist es doch schon lange wieder Weihnachten. Seit September liegen die Lebkuchen in den Regalen, Weihnachtsdeko wurde schon "gefühlt" Mitte November gesichtet. Und so mancher Weihnachtsmarkt öffnet ja auch schon vor dem ersten Advent. Schlimmer noch, vor dem Totensonntag, an dem dann das bunter Treiben kurz mal unterbrochen wird, um dann tags drauf mit doppelter Intention weiter geführt zu werden. Oh, du schlimme Weihnachtszeit.

Nun ja, nun ist es also wieder so weit, Weihnachten naht. Mal schauen, wie wir - möglichst unbeschadet - aus diesen kommenden vier Wochen rauskommen. Glücklicherweise habe ich zur Halbzeit noch Geburtstag, da kann man dieses Elend noch ertränken.

Freitag, 12. Oktober 2012

Betrüger unter Betrügern

Alles haben es immer geahnt - Radprofi Lance Armstrong war ein Doper. Doch was jetzt bekannt wurde und von der US-Anti-Doping-Agentur USADA veröffentlicht wurde, lässt den Radsportfan nur fassungslos mit dem Kopf schütteln. Offensichtlich war Armstrong der größte Betrüger unter den Betrügern im Sport.

Dass etwas mit dem Typen nicht stimmen würde, war mir auch immer klar. Allerdings habe ich das Ganze immer auf die Anti-Krebsbehandlung Armstrongs zurückgeführt, die er über sich ergehen lassen hat. Meine ganz eigene Theorie war die, dass durch die verschiedenen Therapien einiges in seinem Körper durcheinander gewirbelt wurde, was zu dieser enormen Leistungssteigerung führte. Denn man darf nicht vergessen: Armstrong war bereits vor seiner Erkrankung ein talentierter Fahrer, der 1993 im Alter von 21 Jahren Straßenweltmeister wurde.

Offensichtlich ist Armstrong nun aber überführt, seine sieben Siege bei der Tour de France werden ihm aller Voraussicht nach aberkannt. 

Das ist gut so!

Der Radsport übt auf mich trotz aller Skandale immer noch eine große Faszination aus. Das Surren der Räder an der Strecke, das Attackieren am Berg, das Taktieren im Peloton und die Sprints vor dem Ziel fesseln mich immer noch - ganz besonders bei der Tour. Gern lasse ich mich von den Fans und der Stimmung an der Strecke "gefangen" nehmen - Jahr für Jahr. 

Ich habe die Hoffnung, dass der Radsport sich von dieser Krankheit "heilt", auch wenn das bei den Anstrengungen und Anforderungen unrealistisch erscheint. Doch hier dreht liegt das Problem: Die Veranstalter ziehen nur Millionen von Menschen an die Strecke, wenn es spektakulär ist. Mont Ventoux, Tourmalet oder gar zweimal nach L'Alpe d'Huez hoch - wer schafft das schon ohne medikamentöse Hilfe. Ist weniger Action im Radsport mehr Sauberkeit? 

Nochmal zurück zu Lance Armstrong. So wie er die Konkurrenz im Griff hatte, rücksichtslos, egoistisch und arrogant, so gibt er sich auch jetzt, nachdem die USADA die schweren Vorwürfe öffentlich gemacht hat. Es juckt ihn wenig, er ignoriert den stürmischen Protest. Damit tut er sich und vorallem seiner Stiftung,  mit der er jahrelang viel bewegt hat und jede Menge Not gelindert hat, keinen Gefallen.

Was bleibt: Armstrong ist ein A....rmleuchter

Montag, 8. Oktober 2012

Nebengeräusche

Der Bundestagswahlkampf ist eröffnet. Zwar ist es noch ein gutes Jahr hin, doch die Parteien bringen sich und ihre Kandidaten bereits in Position. Die Grünen lassen "ur-wählen", wer dann im Wahlkampf die Ökothemen besetzen darf. Von Trittin, Roth und Künast ist derzeit noch wenig zu hören, erst wenn die Mitglieder der Grünen entschieden haben, wer die Spitzenkandidaten sein werden, wird aus allen Rohren gefeuert. Mit Sicherheit.

Derzeit halten sich die "Bio's" noch einigermaßen zurück, was für Herrn Steinbrück von der SPD ein Segen sein dürfte. Nicht auszudenken, wenn die Künsat Gift und Galle spucken würde... Steinbrück hat an seinen gut honorierten Vorträgen zu knabbern. Das ausgerechnet die freien Demokraten hier den Lauten machen, ist schon verwunderlich, denn diese Herrschaften hängen doch ihr Fähnchen immer nach dem Wind.

Grundsätzlich scheint mir diese Diskussion um die Nebenverdienste sehr verlogen. Offensichtlich haben unsere Volksvertreter genug Zeit, neben ihrer eigentlichen Tätigkeit -nämlich der, dem deutschen Volke zu dienen - auch noch den ein oder anderen Euro auf die Seite zu schaffen. Und offensichtlich trifft das alles auf viele der Abgeordnete zu. Steinbrück ist wohl der Top-Verdiener der "Branche", aber dahinter rangieren die Kollegen aus der Koalition. Mit diesen ganzen Nebengeräuschen droht der gewählte Abgeordnete die Seiten zu wechseln und zum Interessenvertreter der Wirtschaft zu werden. Einflussnahme auf Gesetzesgebung und Entscheidungen im Bundestag wären die Folge. 

Unsere Parteien haben gerade wieder ein Thema gefunden, mit denen sie die politischen Kontrahenten mit Dreck bewerfen können. Dabei ist dies gar nicht mal so klug, denn die Folge könnten Einschränkungen beim Nebenverdienst der Politiker sein. Und das sollte man sich mal vorstellen: Die müssen dann von ihren Diäten leben...

Mittwoch, 12. September 2012

Wer braucht das Buch von Bettina Wulff?

Die nun also auch noch. Bettina Wulff sucht - fast so wie ihr Mann - die Öffentlichkeit und will erzählen, was ihr so wichtig ist. Einen dicken Wälzer hat sie schreiben lassen. Die Gute hat ja auch eine Menge zu berichten. Komisch nur, dass sie gerade jetzt - wo sie ihr Buch promotet - den Jauch und den Google verklagt. Die Wulff hat die Geldmaschine angeworfen, hoffentlich hat das Ding einen Kolbenfresser.

Im Internet hat der User die Möglichkeit, sich allumfassend über das Machwerk zu informieren. Die Frau verstrickt sich in Widersprüche, zieht über ihren Mann her und erzählt nur Mist. Frau Bundespräsident a. D. will ihre Ruhe haben, fühlt sich von den Medien "missbraucht" (bitte nicht falsch verstehen) und schreibt ein Buch. Okay, das kann man noch verstehen. Aber dass Blondie nun durch die Zeitungen gereicht wird und dabei die herzzerreißendsten Geschichten aus dem Leben einer "Först Läidie" vorab präsentierend - da kommt mir das Kotzen. Jeder der genug zahlt, darf mal ran. An irgendetwas erinnert mich das...

Kann es sein, das Frau Wulff die Gerüchte um ihr rotes Licht und den Begleitservice noch einmal kräftig angeheizt hat, um den Verkauf ihres Buches ankurbeln zu wollen? Dabei nimmt sie es mit Herrn Jauch, der überraschend schnell einknickt (so ein Lappen!) und gleichzeitig zeigt, dass er als Polittalker nichts taugt ebenso auf sowie mit Google (Wer ist eigentlich Bettina Wulff?). Gerade im Kampf gegen Google hat sich Wulff wohl mächtig überschätzt. Vom Disaster ihres Mannes hat sie offensichtlich nichts gelernt. Im Übrigen wurde in der Auto-Vervollständigung der Suchmaschine der Begriff "bettina wulff rotlicht" von "bettina wulff prostituierte" an Platz eins abgelöst. 

Das Buch, diesen Mist, braucht kein Mensch.

Sonntag, 2. September 2012

Die Grünen wählen schon mal vor

Die Grünen machen wieder richtig Spaß. Per "Ur-Wahl" sollen die beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im kommenden Jahr bestimmt werden. Die Grünen nennen das Basisdemokratie. Quasi eine Castingshow um den beliebtesten und die beliebteste Politikerin in dieser Partei. 

Der Vor-Wahlkampf hat begonnen. Die sechs Kandidaten (vorerst, denn 14 Tage können sich noch weitere Kandidaten aufstellen lassen) können bis Oktober ihre Potenziale bewerben, dann entscheidet der Grüne an sich, wer es mit Angela Merkel aufnehmen darf.

Es ist zu befürchten, dass neben dem ehemaligen Werder-Bremen-Botschafter-weil-ich-gegen-Wiesenhof-bin Jürgen Trittin auch noch die bärbeißige Renate Künast von den Mitgliedern auserwählt wird. Ich frage mich ernsthaft, was dieser Doppelquatsch soll. Im eher unwahrscheinlichen Fall, dass die Grünen den Posten der Bundeskanzlerin übernehmen dürften, hätte das Land dann eine männliche und eine weibliche Angela? Okay, der Atomausstieg würde noch mehr zur Chefsache, aber würden Frauenthemen dann von der Künast und Finanzthemen vom Trittin angesprochen werden? Oder umgekehrt? 

Beide, sowohl Trittin als auch Künast, sind nicht unbedingt Sympathieträger in der deutschen Politikszene. Trittin mache ich persönlich immer noch für jeden nicht-funktionsfähigen Pfandautomaten verantwortlich. Außerdem sehe ich ihn auch immer nur im Bundestag rumlümmeln und rumpöbeln. Renate Künast sehe ich eigentlich nur pöbeln. Bei dieser Frau stellen sich mir die Nackenhaare hoch, wenn ich nur an sie denke. Die Frau, hätte eigentlich ein Mann sein müssen und hätte im Fußball einen knochenharten Verteidiger abgegeben - natürlich vollkommen kompromisslos.

Bei Wikipedia findet sich unter R.K. folgender Satz: "Renate Künast wuchs in einer Recklinghauser Arbeiterfamilie auf und sollte nach dem Willen ihres Vaters die Hauptschule besuchen und möglichst bald eine Familie gründen." Witzig - hätte sie mal... Dann wäre dem deutschen Volk einiges erspart geblieben. Ihr selbst übrigens auch: Schließlich verlor sie die Bürgermeisterwahl von Berlin gegen Klaus Wowereit. Und auch hier war die - sagen wir mal - streitbare Frau mit ihren Auftritten und Angriffen auf den ebenfalls nicht souveränen "Wowi" gelegentlich schon peinlich. Und wenn schon Berliner sowas nicht haben wollen, warum sollte es dann einen Grund geben, diese Frau UND DANN AUCH NOCH MIT DEM TRITTIN, als Spitzenkandidatin der Grünen zu küren? 

Andererseits: Claudia Roth ist aber auch nicht viel besser.

Freitag, 24. August 2012

Der kranke Killer

Anders Behring Breivik, der vor über einem Jahr in Norwegen 77 Menschen - darunter viele Jugendliche - umgebracht hat, muss nur ins Gefängnis. Damit ist diesem kranken Hirn doch noch ein Erfolg gelungen. Das Gericht stellte keine Geistesstörung fest, was wieder einmal zeigt, dass der gesunde Menschenverstand und geltendes Recht offensichtlich sehr weit voneinander getrennt sind. Und das nicht nur in Deutschland.

Für Breivik wäre es die größtmöglichste Niederlage gewesen, wäre er bis an sein Lebensende in einer Psychiatrie untergebracht worden und als kranker Mensch "abgestempelt" worden. Er ist kein gewöhnlicher Krimineller, der mal eben ein Blutbad anrichtete. Natürlich ist er ein Mörder. Aber wer sich dermaßen in politischen Hass steigert, bei dem fehlen ein paar Windungen im Kopf. 

Wer den Fall auch nur ein wenig interessiert verfolgt hat, konnte sich die Taktik der Verteidigung ausrechnen. Der Mann, der nicht nur Norwegen verstörte, zog seine fürchterliche Show auch vor Gericht ab und nutzte diese Plattform zur Darstellung seiner kranken Ideen. Wieder bekommt der ganz normale Mensch das Gefühl, Täter genießen vor Gericht doch immer wieder einen besonderen Schutz.

Anders Behring Breivik ist also zurechnungsfähig. Ein ziemlich kranker Gedanke, dass das Gericht dem vorgezeigten Weg des Mörders folgte.

Freitag, 17. August 2012

Free Pussy Riot!

Die russische Regierung hat wieder einmal gezeigt, wie sehr sie der Demokratie huldigt. Das Strafmaß, welches heute im "Prozess" gegen die drei jungen Damen aus Moskau verkündet wurde, zeigt, wie große die Angst der konservativen Russen vor den Andersdenkenden ist. Das russische Recht knechtet drei Künstlerinnen.

Die Bilder, die heute im Fernsehen gezeigt wurden, zeigen aber auch, das Putins Gefolgsleute sich sehr viel von den Nazis abgeschaut haben. Stichworte sind Schauprozess, Darstellung des Urteils und auch das Strafmaß und die mögliche Art und Weise, wie die Damen ihre "Strafe" absitzen müssen. Über zwei Stunden schwaffelte die Richterin über die Vergehen der Band. Blumig wurden die Vergehen ausgeweidet, die angeklagten Frauen wurden regelrecht vorgeführt. Besser hätten es Himmler & Co. auch nicht machen können. Pussy Riot droht ein "sibirisches KZ", Führung nach feinster Nazi-Art. Hitler hätte seinen Spaß.

Dies ist aber nur die eine schlimme Seite der russischen "Demokratie", die immer mehr der der Nazis in der Zeit von 1933 bis 1945 ähnelt. Die Russen haben mit Putin einen Führer, dessen Ego größer als das Land ist, welches er regiert. Wer das Recht seines Landes dermaßen biegt, dass es ihm noch mehr Macht verschafft, ist kein Demokrat sondern ein Diktator. Einer, der mit Stalin, Hitler oder Ceausescu gleichzusetzen ist. Oder Assad.

Immer wieder aber kommt mir das Kotzen, wenn ich daran denke, dass unserer Ex-Kanzler, der rote Gerhard Schröder, Freund Putin als "lupenreinen Demokraten" bezeichnet. Wenn diese Demokraten Wahlverlierern lukrative Posten in russischen Öl-Konzernen vermitteln, weiß man die Worte Schröders besonders zu schätzen.

Gegen Putins Russland, bzw. gegen das, was er mit seiner Macht angerichtet hat, muss man vorgehen und protestieren. Vor Putin sollte man keine Angst haben!

Sonntag, 12. August 2012

Fernab jeder Realität

86 Medaillen sollten die deutschen Athleten von den Olympischen Spielen aus London mit nach Hause bringen, 28 davon aus Gold. Jau! In Peking waren es 41 Medaillen, die die deutschen Sportler gewannen, vier Jahre später sollten es mehr als das Doppelte sein. Natürlich, lieber Innenminister und lieber DOSB-Präsident Thomas Bach, machen die anderen Nationen den deutschen Sportlern Platz beim Laufen, öffnen die Tore und lassen sich freiwillig aufs Kreuz legen. 

Werte Funktionäre, werte Politiker. Es ist Zeit, den Sportlern wieder das Feld zu überlassen. Nehmt Euch zurück, kümmert Euch darum, dass die Sportler Leistung bringen können. Schafft die Möglichkeiten, damit der deutsche Sport wieder erfolgreich sein kann. In anderen Nationen klappt das doch auch. 

Doch dazu wird es nicht kommen, denn die Herrschaften, die den deutschen Sport organisieren und managen, sind selbstverliebt und selbstherrlich und drehen sich ihre eigene Wahrheit. Beispiel DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. In einem ARD-Interview relativiert er die Zielvorgabe von vor vier Jahren als "Ausloten der Potenziale". Es sei albern, 28 Goldmedaillen vorherzusagen. Soso... Vorgaben und Vereinbarungen sind - nach der Denkweise Vespers - zwei vollkommen verschiedene Dinge. Das ist großer Blödsinn und dummes Funktionärsgequatsche. Wer eine Vereinbarung abschließt, ist in der Bringepflicht. Geld gegen Medaillen. Und weil die Verbände dieses Spielchen mitspielen müssen, kamen unrealistische Zahlen dabei heraus.

Innenminister Friedrich findet es gut, dass der Sport keine Kürzungen der finanziellen Mittel hinnehmen musste. Dabei geht es nicht um Kürzungen, sondern es geht um die Aufstockungen der Mittel. Offensichtlich hat die Politik die positive Wirkung sportlicher Erfolge noch nicht erkannt. Dabei genügt ein Blick nach Amerika. Dort sind erfolgreiche Sportler wahre Helden, der einfache Bürger identifiziert sich mit den Stars. Nebenbei reagiert die Werbewirtschaft entsprechend, der Sportler kann sich voll auf die kurze Karriere konzentrieren.

In unserem Land werden die sportlichen Helden zwar auch geliebt, doch können sie sich meist nicht hundertprozentig auf den Sport konzentrieren. Ausbildung oder Beruf müssen sein, um über die Runden zu kommen. Robert Harting, charismatischer Olympiasieger im Diskuswerfen, denkt so an Rücktritt, weil Sport und Ausbildung "brutal" seien und auf Dauer nicht machbar sei. Und so könnte der deutsche Sport eine wichtige Figur verlieren, weil einmal mehr die Rahmenbedingungen fehlten. Oder ist dies sogar gewollt, weil Harting unbequem ist und so ein Querdenker von der Bildfläche verschwinden würde? Möglich wäre es bei diesen Funktionären schon.

Es muss sich etwas bei der Förderung des Sports in Deutschland tun. Die Gelder müssen anders verteilt werden, vom System, abhängig von Platzierungen und Medaillengewinnen (welches von den Sportverbänden sowieso nur bedingt akzeptiert wird), muss sich abgekehrt werden. Es muss breiter und intensiver gefördert werden: Natürlich mit Geld, aber auch mit Zugeständnissen in Ausbildung und Beruf. Dann klappt es vielleicht auch mal mit den Zielvorgaben. 

Freitag, 10. August 2012

Der Staat als Hehler

Und wieder kauft NRW eine Steuer-CD, um Sünder zu überführen. Keine Frage, wer seine Steuern nicht im entsprechenden Maße an den Staat abführt, macht sich strafbar. Schließlich werden von dem Geld nicht nur Politikergehälter und Waffen für Drittstaaten bezahlt oder Rettungsschirme über Europa gespannt, sondern auch soziale Projekte gefördert oder Subventionen für junge Familien erstellt. Doch heiligt der Zweck die Mittel?

Was die NRW-Landesregierung derzeit wiederholt macht, erfüllt den Strafbestand der Hehlerei. Im § 259 des Strafgesetzbuches steht unter Punkt 1: "Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Und um nichts anderes handelt es sich doch in diesem Falle. Schweizer Banker klauen Daten ihrer Kunden und verkaufen diese an Kunden, die damit ihr Steuersäckel füllen. Klaue ich im Elektronikfachmarkt einen Plasma-Fernseher (wenn ich es denn überhaupt schaffe) und verkaufe diesen dummerweise an einen Polizisten (der Fachausdruck ist wohl "vom Laster gefallen"), macht mich "mein" Staat so richtig rund. 

Warum darf der Staat so etwas tun? Können Steuersünder dagegen vorgehen? Ist es nicht auch so, dass illegal besorgte Informationen unter gewissen Umständen vor Gericht keine Gültigkeit haben, oder schaue ich zu viele amerikanische Fernsehserien?

Aus diesem Land soll einer klug werden... Er setzt sich über seine eigenen Gesetze hinweg, um Gesetzesbrecher zu überführen.

Freitag, 3. August 2012

Update: Nicht nur der DOSB hat versagt

Nadja Drygalla. Nun hat die deutsche Olympiamannschaft ihren "Nazi"-Skandal. Der DOSB kann von Glück reden, dass der Frauen-Achter blamabel abschnitt und nicht noch nach einer Medaille gefeiert wurde - was wäre DAS erst für ein Skandal gewesen.

Mir drängen sich viele Fragen auf. Etwa die, warum die Ruderin überhaupt in der Nationalmannschaft bleiben durfte, obwohl sie im vergangenen Jahr aus der Sportfördergruppe der Polizei ausschied und auch ihre Ausbildung bei der Polizei beendete. Verständigen sich die Sportoberen nicht unter einander? Das Ausscheiden hatte offensichtlich ebenfalls mit dem Fakt zu tun, dass Drygalla private Kontakte in die rechte Szene besaß.

Nadja Drygallas steht "zu den Werten der Olympischen Charta und den in der Präambel der DOSB-Satzung niedergelegten Grundsätzen". Das ist unsinniges und unverbindliches Funktionärsgequatsche! Offensichtlich hat Drygalla kein klares Bekenntnis gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit abgegeben, sonst hätte dies Chef de Mission Michael Vesper  auch so den Pressevertretern wiedergegeben. Offensichtlich wurde die London-Delegation davon vollkommen überrascht.

Drygalla hat einen Lebensgefährten, der der rechten Szene zu geordnet wird. Das setzt wenigstens eine Tolerierung des Tuns voraus. Der DOSB hat in meinen Augen im Vorfeld der Spiele versagt. Diese Anschuldigungen (die der NDR allerdings schon im vorigen Jahr öffentlich gemacht haben soll) sind für den betroffenen Menschen schlimm, egal ob die Vorwürfe stimmen oder nicht. Eine junge Frau wird nun den Medien zum Fraß vorgeworfen. Was haben der Verein, der Landesverband und auch das Innenministerium in diesem einen Jahr getan, seit die Geschichte erstmals öffentlich gemacht wurde? Warum ist es innerhalb der Rudertruppe ein offenes Geheimnis, dass Drygalla mit einem Nazi liiert ist? Auch weil der DOSB eine Verantwortung gegenüber seinen Sportlern hat, hätte vor den Spielen diese Sportlerin geschützt werden müssen und ihr die Teilnahme versagt bleiben müssen.

Mit ihren 23 Jahren weiß Drygalla, was sie tut, sie ist für ihr Handeln voll verantwortlich. Sie braucht sich nicht über den heftigen Gegenwind zu wundern. Sie steht auf dem Siegerpodest, singt die Nationalhymne und sammelte bis vor wenigen Wochen noch die allumfassende Unterstützung des Staates ein, den ihr Lebensgefährte auf einer anderen Ebene bekämpft. Da hätte es Konsequenzen bedurft. Aber wahrscheinlich wurden alle Annehmlichkeiten des Systems mitgenommen, von Drygalla sowieso, von ihrem Lebensgefährten aber auch. Die Sportlerin wollte sich nicht in ihre privaten Dinge reinreden lassen, sie muss sich nicht wundern, dass sie nun die Konsequenzen dafür tragen muss. Mich würde es nicht wundern, wenn sie künftig eine Ikone der Neonazis sein wird.

Niemand will Verantwortung in diesem Fall übernehmen. Alle sportlichen und sportpolitischen Stellen, die in diesem Fall Entscheidungen treffen mussten, halten sich nun zurück. Wie wäre es mit etwas Zivilcourage?

Dienstag, 31. Juli 2012

Es heißt "MS DEUTSCHLAND"!

Was gab das für einen Wirbel. An der Londoner Themse liegt derzeit DAS Traumschiff schlechthin, repräsentiert dort die deutsche Olympiamannschaft. Doch kurz vor Beginn der Olympischen Spiele dann der Eklat: Der Kapitän Andreas Jungblut ging aus Protest von Bord des „MS Deutschland“, weil die Reederei Deilmann, mit Sitz in Neustadt in Ostholstein, das Schiff nach den Spielen unter maltesischer Flagge in See stechen lassen wollte. Sogar der Bundespräsident mischte sich in diese Diskussion ein und forderte das Beibehalten der Deutschen Flagge. Das Veto Joachim Gaucks (und nicht nur jenes) zeigt offensichtlich Erfolg.

„Angesichts des großen Interesses an der Flagge unseres Traumschiffes DEUTSCHLAND haben wir heute entschieden, von dem vorgesehenen Flaggenwechsel abzusehen und die DEUTSCHLAND unter Deutscher Flagge zu belassen“, heißt es in einer Erklärung der Reederei, die seit dem Jahr 2010 zu 95 Prozent der Aurelius AG gehört. Zuvor musste die Reederei Peter Deilmann Insolvenz anmelden. Allerdings fordern die beiden Geschäftsführer Konstantin Bissias und Andreas Demel auch Unterstützung bei all jenen ein, „die sich so nachdrücklich für die Deutsche Flagge eingesetzt haben“ und die Reederei auch bei der Bewältigung der Konsequenzen dieser Entscheidung unterstützen. Interessant. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Reederei bzw. die Holding darauf drängt, die Reduzierung der Fördermittel von 1,5 Millionen Euro um mindestens 80 Prozent rückgängig zu machen. Ein Verbleiben in der deutschen Flagge angesichts anstehender Tilgungen an die Banken in Höhe von ca. 6 Millionen Euro sowie angesichts eines operativen Verlustes von ca. 1,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2011 nicht länger finanzierbar. Sollte dies also nicht passieren, droht eine „überproportionale Erhöhung der Preise“.
Gewonnen ist noch gar nichts, auch wenn es so erst einmal so aussieht. Wer sich die Pressemitteilung aufmerksam durchliest, wird darin keinen Verweis finden, dass das Schiff künftig weiter unter Deutscher Flagge fahren wird. Gut möglich ist, dass die gesamte Prozedur wiederholt wird, wenn sich die Gemüter beruhigt haben und die deutsche Olympiamannschaft nach den Spielen wieder in der Heimat abgeliefert wurde. Anderweitige Beteuerungen sollten mit Vorsicht genossen werden.
Im Grunde ist dies auch verständlich. Eine Reederei muss wirtschaftlich arbeiten. Um die Gesellschafter glücklich zu stimmen, muss der höchstmögliche Betrag erwirtschaftet werden, Verluste sind nur schwer zu verkraften. Kosten entstehen oder fallen in der Schifffahrt vorallem mit der Flagge. Fährt ein Schiff unter deutscher Flagge, müssen steuerliche Aspekte beachtet werden und auch die Crew muss tariflich bezahlt werden. Und alles natürlich bei gleichbleibend hoher Qualität für die zahlungskräftige Kundschaft. Wird die deutsche Flagge eingeholt und eine s.g. Billigflagge aufgezogen, kann bei den Kosten natürlich kräftig gespart und bei gleichbleibenden Einnahmen selbstverständlich auch der Profit für den Eigner maximiert werden.
Nun kann sich jeder sein eigenes Bild machen, wohin die Reise geht.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Alles muss raus! Auch die Mitarbeiter.

Jetzt sind auch „Schlecker XXL“ und „IhrPlatz“ dran. Die insolventen Drogeriemarktketten haben seit Donnerstag einen Rabatt von 30 Prozent auf das gesamte Sortiment gegeben - Alles muss raus! Nachdem Schlecker häppchenweise zerschlagen wurde, sind nun die beiden Tochtergesellschaften fällig. Nach dem Ausverkauf in den über 700 Filialen von "Schlecker XL" und "IhrPlatz"-Märkten werden diese Läden geschlossen. Tausende Mitarbeiter verlieren auch hier ihren Arbeitsplatz. Da ist die Ankündigung der Insolvenzverwaltung, den bisher 200 verkauften - sprich geretteten - "IhrPlatz"-Filialen werden weitere folgen, nur ein schwacher Trost. Gerade das Thema Karstadt zeigte zuletzt, dass auch die als Retter gefeierten Investoren am Ende nur auf Profitmaximierung aus sind.

Offensichtlich bleibt von der Politik die große Hilfe aus. Ähnlich lief es schon bei der eigentlichen Schleckerpleite. Tausende Mitarbeiterinnen - etwas despektierlich „Schlecker-Frauen“ genannt - wurden in die Arbeitslosigkeit geschickt und damit ihrem Schicksal überlassen. Die Oberen der Politik feilschten um die Transfergesellschaft, am Ende ließ die FDP mit ihrem Nein zu dieser Form der Hilfe, die Mitarbeiterinnen im Regen stehen und auch über die Klinge springen. Das Protestgeheule der anderen Parteien kann getrost unter Ulk verbucht werden, denn auch CDU, SPD und alles anderen politischen Mandatsträger und Volksvertreter haben sich mit dieser Posse um die Arbeitsplätze ihrer (der) Wähler blamiert. Die Bankenrettung hat Vorrang.

Da wirkt es geradezu paradox, wenn SPD-Siegmar Gabriel sich derzeit auf die Seiten der „Anständigen“ beim Thema „Banken“ schlägt und sich so für die kommende Bundestagswahl in Position bringt. Einige (wenige) Manager bringen eine ganze Branche in Verruf, nun sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Schaltern dagegen „aufbegehren“. Gabriel fordert die „ordentlichen“ Bankmitarbeiter schlichtweg auf, seinen Job zu machen. Die Politik ist doch längst zum Spielball der Banken geworden. Sie reagiert nur noch auf das, was die Geldinstitute vorgeben. Bezeichnend ist doch, dass Gabriels Ausführungen schnell wieder in den Hintergrund rückten, nachdem die Bonität einzelner deutscher Bundesländer (kann man der Bundesrepublik nun nicht mehr an den Kragen?) und deutscher Banken in Frage gestellt wurde.

Aber unsere Parlamentarier haben noch mehr drauf. Beispiel Wahlgesetz. 2008 hat das Bundesverfassungsgericht eine Reform des Wahlrechtes angemahnt. Damals regierten SPD und CDU. Seit der Bundestagswahl 2009 sind CDU und FDP an der Macht, die schwarz-gelbe Koalition wollte sich mit seichten Änderungen durchmogeln. In der Hauptsache - das erkennt jeder halbwegs intelligente Bürger - ging es den Regierenden darum, die eigenen Vorteile am Leben zu erhalten. Dem Verfassungsgericht ging das aber zu weit.

Es stellte sogar fest, dass das deutsche Wahlsystem zu kompliziert sei und womöglich den Wählerwille ins Gegenteil umkehrt. Und das müsse sich der geneigte Leser einmal vorstellen: Es darf gewählt werden und die regierenden Parteien haben durch ihre Experten das Wahlgesetz so „gebogen“, dass die Stimme des Wählers eigentlich nicht zählt. Eine Frechheit!

Nun feiert die Opposition, ganz laut natürlich die Sozialdemokraten. Doch das ist pure Heuchelei. Schließlich hat auch die SPD mit ihrer Zustimmung zum vormaligen Wahlgesetz dafür gesorgt, dass der Wählerwille gebeugt wird. Weder „Schwarz“, noch „Rot“, „Gelb“ auf keinen Fall haben offensichtlich ein großes Interesse daran, den Willen des Wählers umzusetzen.

Da passt auch der Vorstoß von Wirtschaftsminister Philip Rösler (FDP), den Apothekern künftig mehr Geld zukommen zu lassen. Vor kurzer Zeit vermeldeten die Krankenkassen noch deutliche Zugewinne, daraus könnte natürlich auch ein Mehrbedarf finanziert werden. Wenn die Einnahmen für die vierteljährliche Arztgebühr schon rückläufig sind, muss man dem Patienten doch wenigstens beim Pillenkauf noch mal in die Tasche greifen. Irgendwas muss Klientel-Politiker Rösler doch hinbekommen.

In diesem Sinne: Einen schönen Einkauf.

Montag, 16. Juli 2012

Sepp, der Depp

FIFA-Präsident Josef Blatter schießt wild um sich. Derjenige, der sich stets und ständig wiederholten Korruptionsvorwürfen zu erwehren hat und der offensichtlich der Korruption bei den alten FIFA-Herren keinen Einhalt gebieten kann (oder will), wirft nun den DFB-Größen vor, die WM im Jahre 2006 gekauft zu haben. 

Blatter ist unhaltbar für diesen Posten. Blatter ist generell ein Witz. Natürlich gehört zu einer Vergabe eines sportlichen Großereignisses eine gewisse Lobbyarbeit. Nicht umsonst haben Russland und vorallem Katar die Zuschläge für 2018 und 2022 bekommen. Ähnlich läuft es auch bei den Olympischen Spielen. Geld regiert mittlerweile im Sport die Welt und wer die Gelddruckmaschine "Olympia" oder "Fußball-WM" im eigenen Land haben möchte, muss vorher erst einmal einiges tun. Unter anderem auch tief in die Tasche greifen.

Nun gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Meldungen, nachdem hohe FIFA- oder IOC-Funktionäre sich den ein oder anderen Dollar für ihre Stimme in den Vergabesitzungen auszahlen lassen haben. Gerade nach der Vergabe der WM-Turniere in Russland und Katar musste etliche Funktionäre gehen. 

Blatter stand dabei stets im Kreuzfeuer, denn ein Präsident, der seinen Verband zu einem "Selbstbedienungsladen" verkommen lässt, gehört weg. Der Schweizer kann gar nicht ordentlich zur Aufklärung der Vorwürfe beitragen, weil sonst das System "Blatter" zusammenbrechen würde. Ich denke ja, die Rücktritte der FIFA-Leute vor fast zwei Jahren, wurde von Blatter erkauft, um weiter lustig so weiterzumachen.

Nun weht dem aalglatten Schweizer aber kräftig der Wind ins Gesicht. DFB-Niersbach kritisiert den FIFA-Boss heftigst, der schießt zurück. Klar aber ist, wenn dem wirklich so sein sollte, wie es Blatter angedeutet hat, hat der Typ einfach lange geschwiegen und diese Art von WM-Vergabepraxis toleriert. Und nun will Blatter diese Art und Weise geißeln? Nööööö nöööööö, Sepp, so geht das nicht. Es wird Zeit, dass die FIFA gesäubert wird. Am besten zuerst von Sepp, dem Depp,

Dienstag, 10. Juli 2012

Heiliger Vater! So ein Scheiß

Der Ratzinger versteht keinen Spaß, wenn es um ihn und seine Kirche geht. Dem Satiremagazin "Titanic" hat der Heilige Vater verboten, Titel- und Rückseite des aktuellen Magazins zu verbreiten. Die Titanic-Macher haben Benedikt Ratzinger in Pose mit einem gelben Fleck im Schritt auf das Titelblatt gebracht. Dazu der Spruch "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!". Die Rückseite ziert das Antlitz des Papstes von hinten und natürlich ein brauner Fleck.

Der Abgebildete findet das natürlich nicht witzig. Persönlichkeitsverletzung und so. Ah ja, stimmt. Das kann, das darf man nicht machen. Es wäre aber auch schön gewesen, wenn Ratzinger ebenso konsequent - und vorallem eben so zügig und schnell - auf die vielen jahrelang vertuschten und erst spät aufgedeckten Missbrauchsfälle seiner "Schäfchen" reagiert hätte. Aber in kirchlichen Dingen gilt eben: Was nicht sein darf, gibt es auch nicht. Das gilt auch für Satire.

Benedikt als Spaßbremse. Im Mittelalter gehörte die Titanic-Redaktion sicherlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Und dann hätte es sich mit dem gelben und braunen Flecken sowieso erledigt. Und unter Honecker wären solche Typen sowieso in den Knast gekommen. Also die Redakteure. Nicht die Katholiken. Oder? 

Montag, 9. Juli 2012

Volksvertreter

Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger, Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen. Und was machen Volksvertreter? Sie kreieren ein Meldegesetz, platzieren es im Bundestag an guter Stelle und hoffen, dass es durchgewunken wird. Und verkaufen damit das eigene Volk.

Nichts anderes bedeutet dieses Gesetz. Der Staat kann mit den Daten seiner Bürger machen was er will, u.a. auch an Adresshändler, die dann eine Werbeflut auf die Menschen loslassen können. Das Vorgehen der Regierung, wie künftig mit den Daten der Bürger der ein oder andere Euro gemacht werden kann, ist eine Frechheit. Und auch, wenn sich an den Tagen danach Verbraucherschutzministerin (???) sowie Regierungs- und Oppositionsparteien empört über dieses Gesetz zeigen - Glauben schenken kann man diesen Leuten wohl kaum. Eine Regierung, die selbst auf Abstand zu ihrem Gesetzesentwurf geht? Unprofessioneller geht es kaum. Die Parteispitzen schieben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu, die Schuld tragen wieder einmal die Anderen.

Und noch etwas ist verwerflich. Nur knapp zwei Dutzend Abgeordnete waren bei "Lesung" und "Abstimmung" anwesend. Der Rest bereitete sich offensichtlich auf das EM-Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Italien vor. So gehen die Abgeordneten, die wir in den Bundestag gewählt haben, mit dem Mandat um. Feine Leute...

Diese Sache zeigt wieder einmal, wie wichtig unabhängige Medien sind. Unsere gewählten Volksvertreter müssen stets und ständig kontrolliert werden, damit diese keinen Blödsinn machen bzw. nicht noch mehr Unsinn anstellen. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn das Gesetz in dieser Form endgültig beschlossen wird. Die Änderungen, die da kommen werden, sollten für den Bürger, für den Verbraucher gemacht werden und nicht für die Werbeindustrie.

Montag, 25. Juni 2012

TV-Tipp: Dem Loddar sein Leben

Ich habe mich gerade köstlich amüsiert. Der Fernsehsender Vox zeigt an den kommenden fünf Sonntagen (ca. 23:15 Uhr) die Reality-Doku (???) "Lothat - immer am Ball". Teil eins lief bereits gestern, wer dies verpasst hat, sollte sich tunlichst bemühen, das kleine Filmchen und die kommenden Folgen anzuschauen.

Lothar Matthäus ist einer der erfolgreichsten Fußballer Deutschlands. Er ist aber auch der missverstandenste Kicker, nein Menschen. Wie auch immer. Die Vox-Doku zeigt ganz deutlich, warum dies so ist. Loddar präsentiert sich nach allerbesten Wissen. Er nimmt das Ganze sehr ernst, erläutert dem Zuschauer, sein Leben, seine Ordnung, seinen Kühlschrank. 

Loddar kann nicht nur schlecht englisch sprechen, auch des Deutschen und der Grammatik ist der Franke nicht allzu mächtig. Da kommt es schon mal vor, dass ein von Annie Leibovitz geschossenes Foto nicht "recherchiert wurde, so wie man es heute macht". Lothar Matthäus auch mit seiner aktuellen Flamme, einem polnischen Unterwäsche-Model mit extrem großen... ähm Lippen (hihi), dessen Namen wir uns bestimmt nicht merken müssen, geht Loddar eben loddar-like um. Als die Arme beim Frühstück aufgrund ihrer Erkältung (Nase und Lippen haben hier ungefähr eine Größe) um einen Tee bittet, muss sie erst seine Eier aufessen. Spiegeleier natürlich. Danach geht die Kamera aus, ein Streit soll nicht übertragen werden, obwohl dies wahrscheinlich die Quoten in die Höhe treiben würde.

Bierernst philosophiert Matthäus über seine Linien im Kühlschrank und die Ordnung im Koffer, weil sie (also die polnische Lippe und er) ja stets und ständig auf Achse sind, er gleich nach der Ankunft im Hotel seinen Koffer auspackt und ihren stehen lässt. Ja, so ist er der Lothar. Ein Grund, warum er bereits vier Ehefrauen (O-Ton: "Stand heute morgen neun Uhr") verbraucht und sich auf so manch 18- bis 25-Jährige eingelassen hat. 

Lothar Matthäus macht sich wieder einmal "nackig", ob ihm diese Doku aber endlich dem langersehnten Trainerjob in Deutschland näherbringt, bleibt anzuzweifeln. Was bleibt, ist ein Seelenstrip - peinlich, aber sehr unterhaltsam. Die Zuschauer sollten das Ganze aber nicht zu ernst nehmen.

Sonntag, 24. Juni 2012

Wenn der Kassenarzt die Hand aufhält

Soso, Kassenärzte dürfen also Geschenke von Pharmafirmen annehmen. Na wunderbar. Wenn der Bundesgerichtshof so urteilt, dann ist davon auszugehen, dass das Handaufhalten für bestimmte Leistungen künftig zum guten Geschäftston dazugehören wird. Während die Kosten für eine Arztbehandlung des Patienten immer weiter ausufern und auf diesen natürlich auch abgewälzt werden, verschreiben Ärzte genau dieses eine, überteuerte, vom Pharmavertreter protegierte Medikament und treiben so den Umsatz des Konzerns in die Höhe. Und dass es bei der Gabe für den "Gott in weiß" nicht nur um Kugelschreiber, eine Tüte Bonbon oder Taschenlampen geht, ist ja wohl klar...

Es geht wieder einmal um die weitläufige Auslegung von irgendwelchen Gesetzen, die vor grauer Vorzeit erlassen und nur schrittweise aktuallisiert wurden. Der normale Bürger der Bundesrepublik bekommt den Eindruck, dass die Gesetze des Landes (und auch die der EU-Bürokraten) extra dafür gemacht wurden, um Scharen von Anwälten und Gerichte zu beschäftigen, damit diese Berufsgruppen ja auch ihre überzogenen Gehälter und Honorare einfordern und belegen können. Kaum ein Konflikt, sei er auch noch so gering, der nicht auf dem Tisch eines Anwalt bzw. vor Gericht landet. Und immer verwunderlicher werden die Urteile: Sexualverbrecher werden freigelassen oder Autofahrer, die im betrunkenen Zustand tödliche Unfälle herbeiführen bekommen Minimalstrafen. Nun wird also Pharmafirmen offiziel das Recht zugesprochen, Ärzte zu schmieren. Und um nichts anderes geht das in diesem Fall. Der Fall von Christian Wulff liegt wohl schon zu lange zurück.

Samstag, 9. Juni 2012

Was Hansi Flicks Aussage so alles vermittelt

Natürlich gibt es wichtigere Dinge als den Fußball. Aber Europa wird derzeit von der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine beherrscht. Und nebenbei fallen die ulkigsten, skurrilsten oder verrücktesten Geschichten verbreitet. Gewollt und ungewollt.

DFB-Co-Trainer Hansi Flick ließ den Blätterwald am Freitag mit seiner "Stahlhelm-Aussage" gewaltig rauschen. Eine unbedachte Äußerung, die gerade im Gastgeberland Polen für einiges Unbehagen sorgte. Warum die rechte Hand von Jogi Löw diese Art der Ausdrucksweise wählte, ist mir gänzlich unklar. Noch nie hat sich auch der dusseligste Kicker mit 5er Hauptschulabschluss derartig über einen Freistoß geäußert. Dem lieben Hansi hier Boshaftigkeit oder fiese Manieren zu unterstellen, ginge wohl zu weit. 

Vielmehr denke ich, wollte Flick witzig wirken und etwas Neues kreieren. Das ist vollkommen daneben gegangen. Das er dabei der Fußballergilde einen Bärendienst erwiesen hat, wird ihm wahrscheinlich erst später klar. Flapsige und daher gerotzte Aussagen von Fußballspielern kommen immer wieder vor. Die "Field-Reporter" von Radio und Fernsehen verführen die Kicker gerade zum Dummschwätzen und Floskeln daher beten. Interviews direkt nach dem Spiel am Eingang zur Kabine sollen in der Regel Emotionen rüberbringen, doch in den vergangenen Jahren ist dies zur Phrasenschlägerei verkommen. "Wir haben unser Spiel gespielt, den Gegner kommen lassen und auf unsere Chancen gewartet" - so einen Blödsinn verzapfen Fußballer (und andere Sportler) kurz nach dem Abpfiff vor laufenden Kameras. Wobei sich die Antwortn an das Niveau der Fragen der "Field-Reporter" anpassen "Woran hats gelegen?" Tiefgang braucht man nicht erwarten.

Gibt es dann doch mal einen klugen Kicker, der in seinem Interview wirklich Klartext redet und Kritik übt (Philipp Lahm 2009), dann ist das Geschrei und die Empörung groß, Geldstrafen folgen. Fußballer sollen nicht denken, sondern spielen. Wer braucht schon elf breite Kreutze in seiner Mannschaft? Da passt es auch ins Bild, das FIFA und UEFA ihre Veranstaltungen möglichst politfrei gestalten wollen. Blatter, Platini & Co. mögen keine Negativschlagzeilen, wollen ohne Nebengeräusche ein großes Fest feiern. Gleiches gilt leider für die Olympischen Spiele. Das liegt vielleicht daran, dass sich das IOC schon einmal von den Nazis instrumentalisieren ließ und der Westen (1980) sowie der damalige Ostblock (1984) die Spiele gegenseitig boykottierten. Im Blick ist immer das Geschäft.

Und Hansi Flick? Nix, das Ganze ist schon morgen vergessen. Aber vielleicht denkt der Typ das nächste Mal nach, bevor er redet. Und nicht nur er.


Montag, 4. Juni 2012

Chaostruppe Linkspartei

Die Linke sorgt in der Parteienlandschaft immer wieder für große Heiterkeit. Mit Flügelk(r)ämpfen, dämlichen Ost-West-Gehabe und fragwürdigen Doppelspitzen haben die Linken ihr eigenes Grab geschaufelt. Bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr wird diese Stänkertruppe wohl kaum noch eine Rolle spielen. 
Man kann betrachten wen man will, die Linke taugt nicht mehr viel. Nach dem Zusammenschluss von WASG und Linkspartei. PDS wird es zunehmend nerviger, dem Parteigeschehen zu folgen. 
Eigentlich sollte die Partei Ost und West einen. Oder hatte es vor. Oder wollte vom Osten aus den Westen übernehmen. Oder so ähnlich. Aber denkste. Ossis und Wessis schießen sich gegenseitig ab, intrigieren nach Herzenslust und erpressen sich gegenseitig, um politische Ziele durchzusetzen. Oder sind es doch die eigenen Interessen? Von einheitlicher Linie keine Spur, aber mit Grabenkämpfen auf Nebenschauplätzen werden Schlagzeilen gemacht.
Der Unsinn, einer Frau und einem Mann, dazu noch aus Ost und West, die Parteiführung anzuvertrauen, zeugt nicht gerade von politischer Weitsicht und Weisheit. Vergleiche mit der "Frauenquote" (die bringt auch nichts) drängen sich auf, ja auch mit der ehemaligen SED in der DDR. Wichtig ist nicht, was das Parteimitglied kann, sondern die Herkunft. Nicht das Können ist entscheidend, sondern Dinge, die nicht im Entferntesten mit der Qualifikation zu tun haben. Gibt es solche Fehlentscheidungen nicht schon genug in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft? 
Der "linke Kindergarten" bespaßt das Volk zudem durch die Wünsche des Personals. Der will nicht mit dem, der andere kann die Nächste nicht riechen.Wie sollen da die politischen Ziele und das Programm umgesetzt werden. So lange die Linke diesen Blödsinn weiter in dieser Art verzapft, kann man diese Partei in der Pfeife rauchen, wird sie vom Wähler nicht ernst genommen. Und die alten PDS-Kreuzchenmacher sterben auch langsam aus...

Donnerstag, 24. Mai 2012

Geldverbrennen nach Facebook-Art

Die Entrüstung ist enorm. Facebook geht an die Börse... und stürzt ab. Ja, wer hätte das gedacht. Der User lebt - so wie ich - in einer Art Hass-Liebe zu diesem sozialen Netzwerk. Man braucht es eigentlich nicht, aber ohne gehts auch nicht. Schöner Scheiß...
Ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll oder ob ich meine vier Millionen Drachmen von meinem geheimen Bankkonto in der Schweiz holen und sichern soll. Die Millionen Aktien, die Mark Zuckerberg unter die kaufwütigen Anleger streuen ließ, sind in den vergangenen Tagen ordentlich den Bach runtergegangen. Freue ich mich diebisch darüber oder muss ich Angst vor einen neuen Wirtschaftskrise haben? Ich weiß es nicht.
Mein Verstand sagt mir: Recht so. Facebook handelt mit Informationen und Daten, bringt also nichts "Festes" auf den Markt. Der Hype um den blauen Datenriesen ist nur aufgesetzt. Quasi verdient Fb mit "Luft" Geld und diese Luft ist Menschen in der Wall Street eine Menge wert. Offensichtlich haben aber viele Zuckerbergs Baby überschätzt und haben kleinere Vermögen in den Sand gesetzt. 
Es ist schon überraschend - und das kann sogar ich erkennen - welche übertriebene Erwartungen und Hoffnungen an eine Aktie geknüpft werden. Oder ist es die Gier nach schnellem Reichtum?
Die Facebook-Aktie ist nach dem Start ordentlich abgestürzt, jetzt werden Schuldige gesucht. Jeder Mensch mit einem gesunden Menschenverstand würde sagen: "Leute, Aktienhandel ist mit Risiko behaftet". Aber wenn ein Analyst einer großen Bank dies tut, ruiniert er gleich mal das gesamte Konstrukt. Irgendetwas ist da faul. 
Und so wird es wohl weiterhin Luftblasen geben - im Internet und auch in der "richtigen" Wirtschaft. Ein paar Leute machen sich die Taschen voll, der überwiegende Rest aber geht leer aus, zahlt drauf und kotzt ab.
Das Bankengeschäft funktioniert heute, fast vier Jahre nach der Lehman-Pleite, immer noch unkontrolliert und entgegen aller Vernunft. Hallodris kommen problemlos an viel Geld, natürlich auf Leihbasis, will ein einfacher Verbraucher einen Kredit aufnehmen, steht er vor fast unüberwindbaren Hürden. Krank und Irrsinning. Aber wir müssen diesen Scheiß mitmachen. Genau wie bei Facebook.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Mutti ist bööööööse

Und wieder hat es einen Politiker erwischt. Norbert  Röttgen, ehemaliger Bundesumweltminister und noch ehemaliger Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist weg. Mutti Angela Merkel hat kurz nach der verlorenen Wahl den Norbert gefeuert. Eiskalt.
Dabei geht es der Bundeskanzlerin einzig und allein darum, die eigene Macht zu festigen und die "Versager" in ihrem Umfeld zu entsorgen. Das Ende der Koalition ist nahe, nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr wird es "schwarz-gelb" nicht mehr geben. Die Sozis werden mit Hilfe der Grünen (hoffentlich erhält Renate Künast, die ich irgendwann noch einmal in diesem Blog "würdigen" werde, keinen Ministerposten) die Bundesregierung stellen. Dann wird es keine starke Frau Merkel mehr geben.
Für diesen Zeitpunkt sorgt "Angie" offensichtlich vor und schlägt wild und unkontrolliert um sich. Rösler ist  klein un doof, Westerwelle schon lange unwichtig und Röttgen nun erledigt - fast sieht es so aus, als ob Angela Merkel ganz allein - von den Hinterbänklern flankiert und allen guten Geistern verlassen - in die Opposition ziehen möchte.
Nun also Röttgen. Der Wahlkampf in NRW verlief alles andere als optimal, die Krönung war Röttgens - sicherlich auch etwas fehlinterpretierter Ausspruch, das "in einer Demokratie leider immer noch der Wähler entscheidet" - Dümmer geht es für einen Politiker nicht. Eine Wahl kann man verlieren, und darauf hat Frau Merkel nur gewartet. 
Die Art und Weise, wie die Pfarrerstochter regiert, zeigt ganz deutlich, dass es in Berlin gar nicht mehr um Inhalte, Politik und das Wohl des Volkes geht. Vielmehr sind Machtpositionen und Einflussnahme auf die vielen Strömungen, die sich ständig in eine andere Richtung bewegen, wichtig. Eigene und parteipolitische Interessen.
Merkel hat Röttgen abserviert, der wollte sich gegenüber Pressevertretern zu seiner Demission äußern. Zurückgepfiffen wurde der Abtrünnige, der fügte sich dummerweise auch noch. Angela Merkel hat wieder einmal die fiese Fratze der Politik aufgesetzt und dem Wähler eines vermittelt: Unaufrichtigkeit, Verlogenheit und Falschheit sorgen für den Machterhalt. Gute Nacht Deutschland. Gute Nacht Angela Merkel. Böse, böse...

Mittwoch, 16. Mai 2012

Fußball - Ein Spiel für Idioten

Das hat nichts mehr mit der oftmals beschworenen "Fan-Kultur" zu tun, das macht den Fußball kaputt. Oder noch mehr kaputt. Und macht so keinen Spaß mehr. Im zweiten Spiel der Bundesliga-Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC kam es zu Ausschreitungen. Wieder einmal. Dummerweise scheinen diesmal nicht unbedingt die gegnerischen Fans der ausschlaggebende Faktor zu sein. Wenn es richtig blöd kommt, haben die eigenen Fans Fortuna Düsseldorf den Aufstieg vermasselt.

Ein Problem dürfte auch  die Düsseldorfer Arena selbst sein. Hier ist lediglich der Gäste-Block eingezäunt, der Rest der Zuschauer hat freien Zugang zum Spielfeld - so er denn etwas Mut hat und die knapp zweieinhalb Meter tief springt. Da war solch ein Chaos doch vorprogrammiert.

Sollte Hertha BSC mit dem Einspruch durchkommen und ein etwaiges Wiederholungsspiel gewinnen, wären die Berliner schlagartig das unbeliebteste Team der Liga. Auf Jahre hinaus würde es eine hasserfüllte Feindschaft zwischen Hertha und Düsseldorf geben. Campino nennt das Berliner Verhalten "unanständig" und er hat Recht. Berlin hat eine grottige Saison gespielt und möchte nun, wegen zwei fehlender Minuten, noch einmal eine Chance bekommen. 

Die in 34 Bundesliga-Spieltagen und einem Relegationsspiel psychologisch total verunsicherten Herthaner, hatten offenbar in den Schlussminuten der Partie Angst um Leib und Leben und sind nur noch auf das Spielfeld zurückgekehrt, damit die Sache dort nicht eskaliert. Fußballer sind ja als große Schauspieler bekannt. Und Manager Michael Preetz, der die Hertha mit an den Abgrund brachte, ist der größte Märchenonkel. Dies alles ist derzeit wieder in Berlin erlebbar. Unsportlich. Berlin will das Chaos, an dem auch die eigenen Fans schuld sind (siehe das 2:1), für sich gnadenlos ausnutzen.

Natürlich und leider ist dies kein Einzelfall. Randale gab es auch eine Relegationsklasse tiefer, als Karlsruhe zu Hause gegen Regensburg abstieg. Oder auch bei der Meisterfeier von Borussia Dortmund. Immer wieder stehen die s.g. Fans im negativen Mittelpunkt. Diese Gruppierungen haben zu viel Macht und fügen dem Fußball einen enormen Schaden zu. Die Ultras, Suptras oder wie sie heißen, fordern "ihren" Fußball zurück, lehnen sich gegen die zunehmende Kommerzialisierung auf. Dabei wird gern vergessen, dass das "dicke" Geld erst dazu beiträgt, ansehnlichen Fußball zu sehen, hervorragende Fußball-Tempel zu besuchen und Klasse-Kicker zu jubeln zu können. Sie bestehen auf ihrer Fan-Kultur, sind nicht bereit, auf die Fußball-Verantwortlichen zuzugehen. 

Die Frage ist, warum solche "Brandnester" auch noch mit öffentlichen Mitteln gefördert oder wie im Falle des FC Hansa Rostock, auch noch vor der Insolvenz gerettet werden? Ich bin mir sicher, dass etliche Drittligisten auf einen finanziellen Ruin von Hansa gehofft haben. Dann wären ihnen die ungeliebten Hansa-Fans erspart geblieben. Schlimmer noch: Hätte die Rostocker Bürgerschaft Hansa die Hilfe verweigert, wäre das Rathaus wohl von Chaoten gestürmt und auseinander genommen worden. 

Man darf gespannt sein, wie der DFB mit dem Problem der Randale in den Stadien umgeht, wie Verbote aller Art, wirkungvoll umgesetzt werden.

Sonntag, 6. Mai 2012

Spannender Wahlabend

Nicht nur Schleswig-Holstein hat gewählt, auch in Frankreich und Griechenland wurden reichlich Kreuze gemacht. Während die Auswirkungen der Griechenland-Wahl wohl noch gar nicht richtig zu erahnen sind, weht jetzt wohl in Frankreich ein anderer Wind. Angela Merkel hat ihren kleinen französischen Freund verloren und wird sich mit dem "Roten" erst noch anfreunden müssen. Ob der allerdings mit den herunterhängenden Mundwinkel flirten möchte, wird sich zeigen. Aber die Nahles ist auch nicht besser - grrrrrrrr...
Richtig spannend ist es bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Die CDU feiert sich zwar als stärkste Partei und auch die FDP jubelt über ihre 8+x Prozent, doch verloren haben beide - die Macht. Es sollte mit dem Teufel zu gehen, wenn die CDU eine große Koalition hinbekommt. Spitzenkandidat Jost de Jager schaute in der Chefrunde ziemlich bedröppelt drein, als SPD-Albig klare Worte fand. 
Für die SPD, auch wenn Albig lange Zeit ein langes Gesicht zog, weil er die 40 nicht erreicht hat (Realitätsverlust?), ergeben sich jetzt viele schöne Möglichkeiten. Nur mit schwarz und gelb will er  nix am Hut haben. Mal sehen, wie lange sich Albig dieser eigentlich sehr stabilen Mehrheitsofferte entziehen kann. Sollte die SPD ihre Glaubwürdigkeit erhalten wollen, müsste es eine Koalition mit den Grünen und dem SSW geben.
Der Erfolg der FDP ist der Erfolg von Wolfgang Kubicki. Respekt vor dem "alten" Mann, der mit seiner One-Man-Show alles richtig gemacht hat. Darin wird sich der kleine Phillip schön sonnen können, aber schon am kommenden Sonntag wird man sehen, ob das FDP-Ergebnis nur ein "SH-Phänomen" ist. Die Piraten sind jetzt in der Pflicht, mit Themen zu glänzen und die Netzpolitik etwas außen vor zu lassen bzw. diese realistischer darzustellen und dem Bürger dies zu vermitteln.

Sonntag, 15. April 2012

Bonuspunkte für gute Führung?

In den vergangenen Tagen gab es eine Diskussion um den Hafturlaub für lebenslänglich verurteilte Schwerverbrecher. Im Raum steht, den Knastbrüdern bereits nach fünf Jahren einen ersten Hafturlaub zu gewähren. Natürlich nur bei guter Führung. Der normale Bürger ist überrascht, dass es so etwas überhaupt gibt. Ich war immer der Meinung, ein Schwerverbrecher, der wegen Mordes, Vergewaltigung, Raub oder Kidnapping im Gefängnis sitzt, wird damit auch bestraft. Oder sollte es zumindest werden. Dass es "Bonuspunkte" für ein anständiges Benehmen hinter Gittern gibt, die quasi ab einem bestimmten Zeitpunkt einzulösen sind, wusste ich nicht. 

Allein die Diskussion um diese Möglichkeit ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer und zeigt, dass das System in dem wir leben, krank ist. Der Fall "Lena", der die Öffentlichkeit derzeit aufwühlt, zeigt das wieder einmal. Anstatt dafür zu sorgen, dass kranke Menschen vor der Menschheit geschützt werden, wird mit der Gefahr sehr sorglos umgegangen. Das Ergebnis ist ein grausames Verbrechen an einem unschuldigen Mädchen, welches mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch hätte am Leben sein können, wenn die entsprechenden Stellen in den Behörden richtig reagiert hätten. Allein unter diesem Gesichtspunkt verbietet sich die Diskussion um den Hafturlaub eigentlich von selbst. 

Fast habe ich den Eindruck: Jeder Falschparker wird rigoroser verfolgt, jeder Zahlungsverzug konsequenter bestraft. Der Staat und die Behörden sollten für den Bürger da sein und ihm keine Steine in den Weg legen. Wichtiger ist aber wohl,  dass unfähige Beamte und Behördenmitarbeiter "Kraft  ihres Amtes" walten können. Die Comedyserie "Baumann & Clausen" sehe ich gelegentlich als Realsatire an. So absurd das Büroleben dort auch dargestellt wird, ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies voll aus dem Leben gegriffen ist.

Hinzu kommt die fehlende Feinsinnigkeit der Politiker. In diesen Tagen überhaupt das Thema "Hafturlaub" an die Öffentlichkeit zu zerren, ist für mich eine Frechheit sondergleichen. Die Volksvertreter entfernen sich immer weiter vom Volk.  Offensichtlich wollen sich die Parteihinterbänkler auf Kosten von Reizthemen profilieren.

Sonntag, 25. März 2012

MHD - noch Fragen?

Meine Mutti hat schon mit mir gemeckert, wenn ich die Eier, direkt vom Bauern im Dorf, gleich nebenan, bereits nach einer Woche in die Tonne gekloppt habe. Sie drohte mir mit der Einstellung der Lieferungen, wenn ich mein Konsumverhalten nicht ändern würde. Das habe ich mittlerweile getan, Eier lagern jetzt schon etwas länger in meinem Kühlschrank. Dieser kleine  Disput - und meine Mama wurde damals richtig böse - kommt mir dieser Tage immer wieder mal in den Sinn, wenn ich die Debatte um das Mindesthaltbarkeitsdatum verfolge. Die Bundesregierung bzw. Verbraucherministerin Ilse Aigner hat sich das Ziel gesetzt, die Deutschen aufzuklären: Mindesthaltbarkeitsdatum heißt nicht gleich Verfallsdatum.

Das sollte den Verbrauchern klar sein, denn der Name sagt eigentlich schon alles. 1981 eingeführt, kommt die Aufklärungskampagne im Jahre 2012 über 30 Jahre zu spät, Deutschland ist offensichtlich zu satt geworden. Jetzt nimmt das Aigner Ministerium viel Geld in die Hand, um die Kühlschränke sinnvoller zu leeren und den Einkauf intelligenter zu gestalten. Schließlich wirft jeder Bürger rund 82 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg. 

Das MHD ist wie vieles in der deutschen Rechtsprechung: Schwammig. Die Butter, die Wurst oder der Käse können schlecht sein, müssen es aber nicht. Manchmal öffnet man einen Joghurt der noch drei Tage vom MHD entfernt ist, doch Pilzkulturen machen sich bereits breit. Klappt ja prima... Also ist das MHD eigentlich Blödsinn, weil viele Verbraucher eben Wurst, Käse und Fleisch nach Ablauf des aufgedruckten Datums, in die Tonne werfen. 

Statt einer teuren Kampagne, müsste es eine Gesetzesänderung gebe, die klare Richtlinien für den Verkauf und Verbrauch von Lebensmitteln absteckt. Doch Ilse Aigner hat sich für die populistischste aller Lösungen entschieden, die aller Wahrscheinlichkeit in wenigen Tagen bedeutungslos verpuffen wird.

Dienstag, 13. März 2012

Er macht sein Ding

Udo Lindenberg ist (mal) wieder da - eigentlich war er ja nie wirklich weg. Im Osten wurde der schräge Deutschrocker schon immer verehrt, im Westen wurde er geduldet und für seine Attacken gen Honni geliebt. Jetzt tourt Udo durch die Lanfe und begeistert die Massen. Ausverkaufte Hallen, zweieinhalb Stunden Panik auf der Bühne. Er ist nicht mehr taufrisch, die Ideen gelegentlich schon irgendwie mal da gewesen - und dennoch geht es ab.

Lindenberg würde es bei jeder Castingshow nicht mal in den Recall schaffen, Dieter Bohlen würde kein gutes Haar an Stimme, Ausstrahlung und Performance lassen - Udo Lindenberg "steht da richtig drüüüüüühüber". Er hat das Deutsch-Nuscheln salonfähig gemacht, redet Klartext und schert sich einen Scheiß um seine Kritiker. Wer soviel Erfolg hat, wer so viel für die deutsche Musiklandschaft und auch für das deutsche Volk getan hat, den kann Dieter Bohlen am Tüffel tuten. Und er macht sein Ding...

Die neue Lindenberg-Show bietet nur wenig Neues und ist dennoch ein Erlebnis. Immer wieder. Udo kommt im Zeppelin auf die Bühne (was soll nach dem Raumschiff nun noch kommen?), startet mit "Odyssee", "Mein Ding" und "Boogie Wooie Mädchen" und hat gleich in den ersten zehn Minuten den Grundstein für eine großartige und unterhaltsame Show gelegt. Es folgen seine Hits, ein paar ältere Songs, die in Vergessenheit geraten sind, aber aufgrund aktueller Ereignisse an Bedeutung gewonnen haben (Höllenfahrt) und ein paar Circuseinlagen (nicht der Udo) um auch mal Durchschnaufen zu können. Udo bedient sich ungeniert bei den Stones, kopiert das Bühnenbild der Bridges-to-Babylon-Tour, spart aber für das Akustik-Set in der Menge die lange Brücke für den Übergang. Stattdessen bahnt er sich mit Bodyguard und Panik-TV-Team den Weg durch die Massen und sieht nach drei Minuten nicht unbedingt glücklich aus. Er pöbelt in Richtung Putin, geißelt die Politik für ihr Verhalten zu Syrien und bringt seinen immer noch währenden Frust auf Erich Honecker zum Ausdruck. Er weiß, dass er damals zum Spielball der DDR-Regierung geworden ist und offensichtlich tut es ihm immer noch weh. Lindenberg schwelgt oft in der alten Zeit - auch wenn er sich wiederholt, langweilig ist es nicht.

Und dennoch tobt das Volk zum "Sonderzug", tanzt zu "Honky Tonky Show" und himmelt seinen Gesangspartner Clueso beim "Cello" an, welches allerdings durch die Gitarrenversion etwas an Reiz verliert. Zwischendurch dödelt Udo über die Bühne, tänzelt in altbekannter Manier von hinten nach vorn und freut sich darüber, dass durch das "Unplugged-Album" die junge Hörerschaft Bauklötzer staunt, wie cool der Opa doch sei, der da mit Frieda Gold, Jennifer Rostock und eben diesem Clueso singt. So ist das eben, wenn man mit einem vier Jahre alten Album und einer perfekt umgesetzten Knalleridee eine Tour im Jahre 2012 startet. Grandios.

Udo Lindenbergs Konzerte waren vor über 20 Jahren schon ein Erlebnis, sie sind es heute immer noch und werden es wohl auch noch in zehn Jahren (dann ist Udo L. stolze 75 Jahre jung) sein. Bis dahin sollten noch zwei, drei Platten folgen. Bitte!

Dienstag, 6. März 2012

Putin und Wulff - Brüder im Geiste?

Dieser Tage beherrschen zwei Männer und ihre "Schicksale" die Schlagzeilen. Der eine Kerl heißt Wulff und ist zum Dauerthema geworden, der andere wurde von seiner Mutter Putin genannt.

Wladimir Putin ist der neue alte russische Präsident. Putin möchte als Demokrat gelten, allerdings nach "russischer Art". In Russland dufte ein Präsident maximal zweimal vier Jahre an der Macht sein, dann durfte ein anderer ran. Putin absolvierte dieses Amt acht Jahre, setzte dann einen blassen "Staats-Halter" ein, änderte als Ministerpräsident und "Präsident seines eigenen Egos" die Gesetzgebung und ließ sich jetzt abermals zum Präsidenten küren. nun darf Putin erst einmal sechs Jahre am Stück regieren - wie praktisch.

Putin ist kein Demokrat. Niemals! Putin regiert so, wie es Breschnev, Stalin und der Zar getan haben. Ein riesiger Staatsapparat funktioniert so, wie es dem Machterhalt am optimalsten dient. Zu Gute kommt ihm dabei die riesige Wirtschaft, die in Russland existiert, der Westen umgarnt die Russen genauso doll, wie die Chinesen. Dabei ist es egal, wie dort mit dem Menschenrechten oder politischen Gefangenen umgegangen wird oder ob es dort die Todesstrafe gibt: Am Ende muss der Rubel rollen. Ein weiterer Grund, warum Putin machen darf, was er will: Keiner will das russische Militär und den Geheimdienst als Feind haben. Irak, Iran und Afghanistan sind nahe, der Demokrat Putin könnte sich auch mit den falschen Freunden verbünden. Mit verheerenden Auswirkungen.
Ach: Putin soll im Übrigen auch bei seiner Doktorarbeit geschummelt haben.

Apropos schummeln... Christian Wulff lässt nichts aus, um seinen Ruf weiter zu beschädigen. Anstatt sich jetzt endlich einmal in Demut und Zurückhaltung zu üben, legt Wulff jetzt erst richtig los. Zapfenstreich (zudem keiner hingehen will), Ehrensold und Zusatzleistungen müssen sein. "Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen und damit meine Wirkungsmöglichkeiten nachhaltig beeinträchtigt sind. Aus diesem Grund ist es mir nicht mehr möglich, das Amt des Bundespräsidenten nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist", sagte Wulff bei seinem Abschied. Das mediale Echo auf die gesamten Vertuschungen, Erklärungsversuche und immer wiederkehrenden und neuen Skandälchen habe ihm und seiner Frau wehgetan. Offensichtlich tut es noch nicht richtig weh, denn Wulff bettelt um Nachschlag. Selbst nachdem er sich aus dem Amt des Bundespräsidenten verabschiedet hat, steht ihm die Gier und die offensichtlich grenzenlose Sucht nach Geld, Geld und Geld im Wege. Wulff hat längst den Blick für die Realität verloren und denkt nur noch in einem kleinen Areal von Konto, Haus und eigenem Ego. Frei nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Das passt!

Soll er seinen Ehrensold bekommen. Offensichtlich kann ihm das niemand nehmen, das Ruhegeld steht im wohl zu. Aber für die Frechheit, einen Büro, einen Fahrer sowie Mitarbeiter zu fordern, weil dies allen Bundespräsidenten zusteht, sollten die Verantwortlichen mit Kreativität begegnen. Plattenbau in Hannover als Büro (damit ihn seine Kumpel nicht in Berlin besuchen müssen, wo ihn sowieso keiner mehr sehen will), einen Smart mit Fahrer (reicht vollkommen aus, damit Bettina die Kinder mit dem Yeti hin- und herfahren darf) und eine Auszubildende zur Bürokauffrau sollten die aufgebrachten Menschen in Deutschland erst einmal beruhigen. Upgrades auf Büro, Auto und Mitarbeiter sollte Herr Wulff ausnahmsweise mal aus eigener Tasche bezahlen.

Sonntag, 26. Februar 2012

Gauck wird unser aller Präsi

Jetzt soll es also Joachim Gauck sein. Mürrisch ist die Kanzlerin auf den Erpressungsversuch von FDP-Rösler eingegangen. Weichen wir kurz vom Thema ab: Dies zeigt zwei Dinge ganz deutlich: 1. Die "Installation" eines neuen Bundespräsidenten war wieder nur im Rahmen der parteipolitische Interessen geplant. Des Volkes Wille interessierte dabei nicht. Dank einer FDP ohne Rückgrat aber musste Frau Merkel sich aber dem Willen beugen. Wie gewohnt, wurde diese Niederlage, die die Kanzlerin niemals vergessen wird, als Sieg verkauft. 2. Die FDP hat ihr Fähnchen rechtzeitig wieder in den Wind gehalten. So versucht das gelbe Lager, wieder mehr Prozente zu erhaschen. Der Wähler sollte dies nicht vergessen, mit der FDP ist in diesem Land nichts zu holen. Wenn irgendwer den Liberalen vier Prozent Wähler mehr versprechen würde, würden die sogar blaue Erdbeeren und Schwarz-Weiß-Fernsehgeräte verkaufen. Das dazu.

Nun also Joachim Gauck. Der Stasijäger. Nachdem sich der Großteil der Berliner Volksvertreter auf den Kandidaten geeinigt haben, um ihn bei der Bundesversammlung am 18. März im ersten Wahlgang durchzubringen, trällerte nun die Linke. Klar, dass eine Partei, in der die Aufarbeitung des DDR-Unrechts stets anders betrachtet wird, als von anderen Parteien, mit Gauck ein Problem hat. Und will eine Nazi-Jägerin ins (aussichtslose) Rennen schicken.

Über Gauck wurde sich in der ersten Woche der "Vor-Bundespräsidenten-Ära" mächtig viel aufgeregt: Sarrazin-Sympathisant, Occupy-Kritiker und vor allem getrennt lebend, aber neu liiert - so einer kann nicht "unser aller Bundespräsident" werden. Doch alles wurde nur halb so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Zitate, teilweise aus dem Zusammenhang gerissen, teilweise stark eingekürzt, sollten wohl für Verwirrung sorgen. Doch nach einer Woche und dem Hinrücken der entsprechenden Aussagen, grollen nur noch die Linken mit dem Kandidaten.

Ruhe täte der ganzen Debatte richtig gut, nachdem der Herr Wulff (er nahm die Einladung zum Zapfenstreich sicherlich gern an) abgedankt hat. Für ein unterhaltsames Theater sorgen die Parteien von grün bis schwarz mit ihren Einschätzungen zur derzeitigen Verfassung der Regierungskoalition  von ganz allein.

Freitag, 17. Februar 2012

Christian Wulff hat nichts verstanden

Es war ein überfälliger Schritt, längst überfällig. Christian Wulff hat uns endlich alle erlöst und ist von seinem Amt zurückgetreten. Doch Wulff tritt so ab, wie wir ihn aus den vergangenen Wochen in Erinnerung haben: Aalglatt, uneinsichtig und falsch. "Ich habe in meinen Ämtern stets rechtlich korrekt mich verhalten. Ich habe Fehler gemacht, aber ich war immer aufrichtig", heißt es in seiner Rücktritterklärung. Ob Wulff sich immer "rechtlich korrekt" verhalten hat, werden die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zeigen. Wobei "rechtlich korrekt" nichts mit Anstand und Ehre zu tun haben muss. Aufrichtig war Wulff nur nach seinem eigenen Empfinden. Wie von und zu Guttenberg leugnete Wulff erst seine (moralischen) Fehltritte, gab diese dann scheibchenweise zu, versprach Transparenz, um dann aber dennoch so unsäglich weiterzumachen. Die Worte, die Wulff am Vormittag wählte sind nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben standen.

Eine Frechheit ist auch die Äußerung: "Die Berichterstattungen, die wir in den vergangenen zwei Monaten erlebt haben, haben meine Frau und mich verletzt.". Wer versucht, die negative Berichterstattung für sich und seine Machenschaften zu unterbinden und dabei einen Menschen beschimpft (und dies dummerweise auf einer Mailbox dokumentiert), wer sich mit advokatischen Winkelzügen bei der Beantwortung von Fragen im Parlament dreht und windet und damit die Öffentlichkeit in die Irre führt, der muss damit rechnen, hart angegangen zu werden. Lieber Herr Wulff, nicht die bösen Medien haben Sie gestürzt, Sie sind über sich und ihre Günstlinge gestolpert. Natürlich sind einige Berichterstatter nicht zimperlich mit den Wulffs umgegangen, doch Impulsgeber war immer der Herr aus Großburgwedel, der verschwieg und vertuschte.

Da ist es von größter Wichtigkeit, dass Christian Wulff nicht einen Cent vom "Ehrensold" erhält. Vergünstigungen hat Wulff schon genügend erhalten, am Hungertuch werden er und seine ewig lächelnde (warum heute eigentlich auch?) Bettina sicherlich nicht nagen. Wahrscheinlich stehen Wulff trotz aller Peinlichkeiten diverse Zuwendungen zu. Es wäre wohl vermessen zu glauben, der Freund von reichen Freunden wird von sich aus darauf verzichten. Träte dies ein, würde Wulff wohl jeden rechtschaffenden Menschen positiv überraschen.

Wulff ist weg und das ist schön. Endlich ist Ruhe, zumindest was das Amt des Bundespräsidenten betrifft. Hoffentlich haben Angela Merkel und ihr Regierungshäufchen aus der Pleite mit Horst Köhler und dem Wulff gelernt und versuchen es einmal ohne partei- oder koalitionstaktische Spielchen und Überlegungen. Aber den ersten Meldungen zu urteilen, wird es auch diesmal wieder darum gehen, nur die eigene oder die Partei-Position zu stärken. Wie ist es sonst zu erklären, dass Merkel sich neben dem Koaltionspartner auch mit der SPD und den Grünen auszutauschen, aber die Linke ausgrenzen will. Für mich unverständlich. Ein Bundespräsident - wenn wir dieses Amt wirklich brauchen - sollte ein Vertreter aller Deutschen sein.


Aber wer ist nun ein wirklich guter Bundespräsident. Udo Lindenberg wäre so ein Kandidat. Udo ist ein Typ, der finanziell unabhängig ist - ein wirklich cooler Vogel, der dem Amt deutlich mehr Leben einhauchen würde, als es Wulff getan hat. Udo ist ein anerkannter Deutscher, der für sein Land - und zwar für die gesamte Bundesrepublik - sehr viel getan hat. Und als "First Lady" kommen in diesem Fall Inga Humpe oder junge talentierte Rockröhren in Frage. Auf den Auslandsreisen würde Udo einen lockeren Ton anschlagen und somit frischen Wind in die Politik bringen und die Probleme - national wie international - direkt ansprechen. Einzig die Mundwinkel von Angela Merkel würden wohl immer tiefer und tiefer hängen.

UDO FOR BUNDESPRÄSIDENT!!!

Dienstag, 14. Februar 2012

Die neue Macht des Volkes

Rund 365 000 Wahlberechtigte, über 151000 Teilnehmer: Normalerweise träumen Politiker von solchen Quoten. Für Adolf Sauerland, einst Bürgermeister von Duisburg, wurde diese - in diesen Zeiten recht hohe Wahlbeteiligung - zum Verhängnis. Er wurde abgewählt. Sauerland, dem schwerwiegende Mängel bei der Organisation der in der Katastrophe endenden Loveparade 2010 (21 Tote, über 500 Verletzte), sowie mangelndes Feingefühl bei der Aufarbeitung der Ereignisse vorgeworfen werden, klebte an seinem Stuhl und wollte die politischen Konsequenzen für die Tragödie nicht tragen. Von den Duisburger Bürgern erhielt er nun die Quittung.

Mehr als 40 Prozent Wahlbeteiligung deuten auf eine gewisse Brisanz, die die Menschen an die Wahlurnen lockt und vorallem treibt. Zum Vergleich: In Rostock wurde kürzlich ein neuer Oberbürgermeister gewählt - nur 36 Prozent der Rostock gingen wählen und auch in Lübeck nutzten nur rund 38 Prozent der Wähler ihr Bürgermeister-Wahlrecht, zwei Wochen später waren es zur Stichwahl nur 31 Prozent. Jeder bekommt also den Politiker, den er verdient...

In Duisburg entschieden die Bürger über den Verbleib oder die Abwahl des Bürgermeisters. Das Prozedere, einen Bürgerentscheid in der deutschen Demokratie zu initiieren, ist komplex und schwierig. Allein schon um ein Bürgerbegehren oder einen Bürgerentscheid in die Wege zu leiten, müssen bestimmte Quoten erfüllt sein. Schön für die Politiker. 

Doch in Duisburg hat sich Sauerland verrechnet. Alle Hürden wurden genommen, er muss seinen Schreibtisch räumen. Versüßt wird ihm der Rücktritt allerdings mit mehr als 11500 Euro Gehalt pro Monat bis zum Ende seines eigentlichen Amtsendes 2015.

Viel wichtiger ist jedoch, dass sich die Menschen mehr trauen sollten, gegen etwaige Missstände in der Politik oder Verwaltung aufzustehen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nur weil sich ein Großteil der Bevölkerung sagt, "Wir können ja sowieso nichts machen", bleibt alles so wie es ist: Es gibt immer den selben Bürgermeister, in den Parlamenten machen sich stets die etablierten Parteien breit (Ausnahmen bestätigen diese Regel) und auch der Bundespräsident residiert immer noch in seinem Schloss. Wobei Letzterer noch schwerer zu fassen ist. 

Falsch! Duisburg hat gezeigt, dass es möglich ist, dass das Volk seinen Willen direkt durchsetzen kann und sich auch einmal außerhalb der angesetzten Wahlen in den Wahllokalen und an den Wahlurnen treffen kann. Es muss nur seinen Arsch hoch kriegen.

Freitag, 10. Februar 2012

Jan Ullrich

Nun hat alles ein Ende. Und dieses Ende soll für Jan Ullrich auch einen Neuanfang bedeuten. Ich hoffe, diesem außergewöhnlichen Radsportler gelingt es auch. "Ulle" hat mich immer fasziniert, natürlich auch, weil er aus Rostock kommt. Oft habe ich die Gelegenheit gehabt, mit seinem Trainer und Entdecker Peter Sager zu sprechen und war stets fasziniert, wenn Sager über seinen Schützling redete. 

Jan Ullrich wurde vom CAS, dem internationalen Sportgerichtshof für zwei Jahre gesperrt. Der CAS sah es als erwiesen an, dass Jan Ullrich sich durch den Kontakt und die "geschäftlichen" Beziehungen zum Doping-Arzt Fuentes des Dopings schuldig gemacht hat. Das Urteil ist vollkommen richtig und war zu erwarten, nachdem vor wenigen Tagen Alberto Contador aufgrund der gleichen Problematik gesperrt wurde. 

Jan Ullrich hat in einer Stellungnahme den Kontakt zu Fuentes zugegeben und beteuert, Fehler gemacht zu haben. Entscheidungen, die er vor Jahren fällte, würde er heute so nicht mehr fällen. Mehr allerdings nicht. 

Ullrich beklagt, dass sich das ganze Verfahren über viele Jahre in Länge zog und dass ihm das sehr zugesetzt hat. Diese Äußerung ist nicht nachzuvollziehen, denn es lag ja auch an Ullrich selbst, dass sich dieses Verfahren in die Länge zog. "Ich wollte schon damals, kurz nach meiner Suspendierung, den Fehler, den ich gemacht habe, öffentlich eingestehen, aber mir waren die Hände gebunden. Auf Anraten meiner Anwälte und wie es in solchen Fällen üblich ist, habe ich zu den Vorwürfen geschwiegen", schreibt Jan Ullrich auf seiner Homepage. Dieses Verhalten zeigt gamz deutlich, wie einfach es heute ist, Fehler zu machen, diese aber auf dem kurzen Weg zu korrigieren. Vieles geht heute nicht mehr ohne Anwälte, die sich an den guten und bösen Menschen eine goldene Nase verdienen.

Was bleibt? Jan Ullrich geht leicht ramponiert aus dieser Affäre raus. Er hat seine Karriere beendet, hat mit Alpecin ("Doping nur für die Haare") einen neuen Partner gefunden, der ihn in achen Radsport unterstützt. Ullrich will sich in der Zukunft auf die Nachwuchsförderung konzentrieren - was sicherlich ein guter Weg ist. Die Erfahrungen im Kampf mit dem Doping kommen ihm dabei sicherlich zu Gute. Seine Schützlinge werden sauber bleiben. 

Für den Radsport besteht die Hoffnung, dass sich diese faszinierende Sportart in den Griff bekommt und den Betrügern das Handwerk gelegt wird. Wer jemals eine Tour de France-Etappe vor Ort erlebt hat, kann sich nur schwer dieser besonderen Atmosphäre entziehen. Und so wird mir Jan Ullrichs Ritt im Einzelzeitfahren nach L'Alpe D'Huez, im Jahre 2004, immer in großartiger Erinnerung bleiben. Jan Ullrich selbst ist - trotz des halben Dopinggeständnisses - für mich immer noch ein außergewöhnlicher Sportler. Schließlich hat er immer glaubhaft versichert, niemals andere Sportler betrogen zu haben. Logisch, oder?

Sonntag, 22. Januar 2012

Schlecker ist überall

Der Drogeriekette geht es ganz schlecht. Offensichtlich hat der Preiskampf um günstige Windeln, Damenbinden und Rasierer ein prominentes Opfer gefordert. Das kommt in der Marktwirtschaft immer mal vor und ist für einen großen Betrieb mit vielen Beschäftigten bedauernswert. Stutzig macht aber der Fakt, dass die Gewerkschaften bereits vor einigen Wochen von der Konzernführung auf die drohende Pleite hingewiesen wurden. Es soll ein Plan erstellt werden, wie Schlecker noch gerettet werden kann. Wie das aussieht ist klar: Filialen schließen, Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Aber was passiert mit den leitenden Mitarbeitern, denen, die diese Pleite zu verantworten haben? Was passiert mit der Familie Schlecker, die über viele Jahre einen Reichtum (ich habe gelesen rund drei Milliarden Euro) verdient hat?

Es wäre nur legitim, wenn Familie Schlecker sich mit dem verdienten Geld auch an der Rettung des Unternehmens beteiligen müsste. Schließlich wurden die Verkäuferinnen jahrelang "ausgelutscht" und haben dafür gesorgt, dass der Familie Schlecker die Goldtaler nur so zuflossen. Aber damit ist nicht zu rechnen. Einerseits glaube ich nicht, dass das deutsche Recht so etwas zulässt. Andererseits ist auch nicht zu erwarten, dass die Schleckers etwas von ihrem schwer "verdienten" Reichtum abgeben. So ist das mit der Gier...

Grundsätzlich aber stimmt etwas im Umgang mit dem großen Geld nicht. Gerät ein Unternehmen in Schwierigkeiten, wird über Einsparungsmaßnahmen nachgedacht. In erster Linie trifft es die kleinen Mitarbeiter: Kostenlose Mehrarbeit, Lohnverzicht im zweistelligen Prozentbereich. Doch was passiert in den Führungsetagen? Werden den Managern die Boni gestrichen, die diese (meist) am Jahresende zum üppigen Gehalt einstreichen? Es liegt doch an den s.g. "Führungskräften" und ihren Fehlentscheidungen, dass es in den Unternehmen kriselt. Verzichten die Aktionäre auf ihre Dividende, um das Unternehmen zu retten? Wohl nicht. Mit Personalabbau wird meist der falsche Weg beschritten bzw. es geht nicht um die Gesundung der Firma sondern um Gewinnmaximierung. 

Dies zieht sich durch die vielen Bereiche der Wirtschaft und betifft nicht nur den Drogeriemarkt. Gleiches gilt für den Automobilbau, die Stahlindustrie, Zeitungsverlage oder sämtliche andere Zweige. Die fetten Zusatzzahlungen an die leitenden Mitarbeiter, die oftmals mit Fehleinschätzungen als mit Fachkompetenz glänzen, sind doch der eigentliche Grund für Krisen in den Unternehmen.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Unwort 2011

"Döner-Morde" lautet das Unwort des Jahres 2011. Zurecht, wie ich meine. In den Kommentaren, die heute zu lesen und zu hören sind, wird daran erinnert, dass es sich hierbei um "rassistische", "volkverhetztende" und "irreführende" Betitelungen handelt, die in keinster Weise die politische Brisanz erfassen, die hinter diesen Verbrechen stehen.

Nun weiß ich nicht genau, wer dieses Wort erfunden hat. Es liegt nahe, dass der Boulevard dafür verantwortlich ist und selbst die seriös-wirkenden Blätter und Sender dies bedenkenlos übernahmen. Möglich, muss aber nicht sein. Denn auch bei Zeitungen und Zeitschriften mit einem hohen Anspruch und hochwertigen Qualitätsansprüchen ist ein Trend zum "Wortungetüm" zu erkennen. Schließlich müssen Schlagzeilen den Leser binden - groß, laut und grell soll es sein, möglichst originell. Schließlich möchte man dem Leser suggerieren, hier sitzen keinen Wortakrobaten am Schreibtisch, sondern gebildete "Wortkünstler".  

Und gerade diese Blätter sind es jetzt, die den moralischen Zeigefinger erheben: Focus, FAZ & Co. In den Leitartikeln wird auf die Wichtigkeit der Worte, auf die Sprache und die besondere Verantwortung von Journalisten hingewiesen. Offensichtlich wird der "Döner-Mord" ab sofort aus dem Wortschatz der Redaktionen gestrichen. Befremdlich ist nur, dass dies jetzt erst geschieht - nachdem es zum Unwort des Jahres gekürt wurde.

Und dabei sollte es nicht bleiben. In den Redaktionen muss ein Umdenken in Gang kommen. Solange es sprachliche "Vergewaltigungen", schludriges Geschreibsel und unnötige Sensationsaufmache gibt, sind die Beteuerungen und Mahnungen, die im Zusammenhang mit dem Unwort 2011 abgegeben werden, vollkommen wertlos.

Freitag, 13. Januar 2012

FDP - FrauenfeinDlichePartei?

Die FDP macht wieder Spaß. Die liberale Partei steht kurz vor dem Exodus, Rößler & Co. streiten wie die Kesselflicker und nun kommen die Frauen aus dem Busch. Die Partei sein ein Männerverein, nur attraktive Frauen kommen auf Wahlplakate - unglaublich! Die "Gelb-Blauen" stürzen gerade ins Bodenlose, selbst hohle Nazidödel haben derzeit mehr Zuspruchin der politischen Landschaft - schlimm (aber nur das mit den Nazis). Doch die freien Demokraten schaffen es immer noch, neue Tiefpunkte zusetzen. Es sollen sogar Frauen aus der FDP ausgetreten sein, weil in der Partei "ein frauen- und familienfeindlicher Ton" herrsche. Brigitte Susanne Pöpel heißt die Dame, die der FDP den Rücken gekehrt hat. Man lasse sich diesen Namen einmal auf der Zunge zergehen...  Brigitte Susanne Pöpel - einfach nur herrlich!

Zurück zu den schönen Frauen und der Politik. Es heißt doch, Macht solle sexy machen. Das kann sein. Ist wohl auch so. Nicht umsonst hat so manch betagter Politiker eine blutjunge Frau oder stürzt der ein oder andere Kronprinz über Affären mit  U18-Mädchen. Liebe macht blind. Oder sollte ich besser schreiben: Liebe. Macht. Blind. 

Die Herren Westerwelle (den interessieren aber gar keine Weiber), Rößler (zeterte beim Parteitag in Rostock mit der Fotografenmeute, weil er seine attraktive Olle nicht vor die Linse lassen wollte) oder wie sie alle heißen, werden wohl kaum so dämlich sein und sich den Frauen verschließen. Eine Frau kann auch eine gute Politikerin sein, genau wie ein Mann. Leider gibt es derzeit nur kein einziges Beispiel. 

Logischerweise lässt man auch keine gruseligen Urviecher auf ein Wahlplakat. Schließlich wählt das Auge mit. Beispiel: Silvana Koch-Mehrin. Sah gut aus, konnte nix und landete doch im Europaparlament. Und durfte ihren Doktortitel wieder abgeben, weil sie genaus so blöde ist, wie ein Mann. 
Was lernen wir aus dem Ganzen? Es ist vollkommen egal, wie sich die deutschen Parteien blamieren: Egal ob Frauenquote, Männerclub, dusselige Namen oder Inkompetenz - in CDUSPDFDP darf sich jeder mal versuchen. P.S. Nicht genannte Parteien dürfen sich natürlich dazu zählen.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Verantwortungslos

Ich bin entsetzt! Amerikanische Soldaten urinieren auf getötete Talibankämpfer. Abu Ghraib ist noch in guter Erinnerung, die Veröffentlichung tausender Irak-Dokumente auf der Wikileaks-Plattform, mit der dazugehörigen Anklage eines US-Soldaten, ebenfalls. Offensichtlich haben die amerikanischen Soldaten nichts gelernt und unterschätzen die Wirkung von noch so kleinen Filmschnipseln. Bei allem was sie tun, überall auf der Welt und in jedem Land, egal ob bei Freunden oder bei Menschen, die von wem auch immer "befreit" werden müssen, läuft immer eine Kamera mit. Und so kommen die übelsten Spielchen und Methoden ans Tageslicht.
Das amerikanische Militär wirkt unglaubwürdig, wenn es Ex-Soldaten an den Pranger stellt, die Geheimdokumente über widerliche und widerrechtliche Aktionen in fremden Ländern veröffentlichen, dagegen aber nichts gegen die Herrschaftswillkür seiner Soldaten unternimmt. Offensichtlich drehen die Amis wieder einmal durch und führen sich als der Weltpolizist auf. Dabei treten sie ihren Veteranen, die im eigenen Land ein hohes Ansehen genießen, dermaßen ins Gesicht, dass es eine wahre Schande ist.

Natürlich darf sich auch niemand wundern, wenn die geschändeten Gruppen, Volksstämme oder Menschen auf grausame Weise zurückschlagen. Wer sich aufführt, als würde für ihn kein Recht und Gesetz gelten, muss auch mit Vergeltung rechnen. Dabei ist vollkommen egal, wie und in welcher Form und mit welchen Mitteln dies geschieht. Die Überheblichkeit der Amis kennt keinen Respekt vor anderen Völkern. Schlimm...

Mittwoch, 4. Januar 2012

Da hat aber einer Sitzfleisch...

Er geht einfach nicht und klebt an seinem Amt. Christian Wulff bleibt trotz seiner Verfehlungen weiter Bundespräsident. Damit richtet Wulff einen unheimlichen Schaden an. Es ist eine Frechheit, wenn Wulff arrogant behauptet, er habe nie an einen Rücktritt gedacht. Diese Worte werden ihm wohl noch um die Ohren gefeuert werden.

Wenn so ein Mensch sich dreht und windet, Parlamente täuscht und Pressevertretern droht, ist er für das Amt des Bundespräsidenten einfach nicht tragbar. Egal, wie wichtig dieses Amt ist. Schlimmer noch: Die politischen Entscheidungsträger, die Wulff vor Weihnachten noch den Rücken gestärkt haben, ihm aber unmissverständlich klar gemacht haben, dass eine weitere Verfehlung im Rahmen der Kreditaffäre, seinen Rücktritt zur Folge haben müsste, kippen wieder um.

Wie soll man den Menschen vermitteln, Mitglieder der verschiedensten Parteien zu wählen, wenn die gewählten Volksvertreter in ihren Ämtern die Unwahrheit sagen dürfen, wenn sie täuschen und drohen dürfen und alles ohne Konsequenzen bleibt. Wulff war vor Weihnachten quasi auf Bewährung Bundespräsident. Diese Bewährung hat er verwirkt. Er sollte gehen. Wenn ein "im wahren Leben" auf Bewährung verurteilter Mensch seine Auflagen nicht erfüllt, wird er endgültig zur Rechenschaft gezogen. Für Wulff zählt so etwas nicht. Er macht weiter, wie gehabt - als Staatsoberhaupt.

Wulff hat sich mit der Bild-Zeitung angelegt, die in diesem Falle auffällig unauffällig verhalten hat. Offensichtlich sammelte Bild-Chef Kai Dieckmann nur die Munition, steckte diese anderen Schützen zu, um nicht als "Wulff-Jäger" und "Mörder" in Erscheinung zu treten. Wie naiv ist der Typ eigentlich? Bild hat mit Sicherheit schon die nächsten Fehltritte von Wulff im Magazin... Mit der Bild-Zeitung legt man sich nicht so einfach an. Das haben schon andere zu spüren bekommen.

Wulff wird gehen müssen. Die Beteuerungen im ARD/ZDF-Interview (warum konnte Wulff eigentlich die Bedingungen bestimmen, ist der Bundespräsident nicht allen Deutschen verpflichtet?) sind so halbherzig und weichgespült. Die Aussagen kommen von einem Mann, der weiß, das seine Zeit abgelaufen ist und sich hoffnungslos an sein Amt klammert. Honecker, Mielke und Co. waren vor 20 Jahren auch solch jämmerliche Gestalten.

Deutschland braucht keinen Wulff. Fast möchte man meinen, Deutschland braucht auch keinen Bundespräsidenten. Ein Amt, welches mit 200000 Euro im Jahr überbezahlt ist und keinen wirklichen Wert besitzt, ein Amt, für das der Steuerzahler ewig blechen muss, weil dieses Gehalt auf Lebenszeit gezahlt wird. Zynische Menschen meinen, Wulff sei nur ein "Grüßonkel der Nation".

Wulff behauptet, ein Bundespräsident muss die "Dinge so im Griff haben, dass einem das nicht passiert" und versucht es auf der menschlichen Schiene. Er hat sich und die Dinge eben NICHT im Griff gehabt. Und deshalb sollte er jetzt gehen. Der heutige Tag hat nur aufschiebende Wirkung. Mehr nicht.