Samstag, 31. Dezember 2011

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Das Jahr 2011 ist zu Ende, was war gut, was war schlecht?

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* der arabische Frühling und seine Auswirkungen - weil sich ein Gemüsehändler in Tunesien aufgrund von Repressalien des Staates und seiner Werkzeuge Ende Dezember 2010 selbstverbrannte und im Januar an den Verletzungen verstarb, kam es in Tunesien zu politischen Unruhen, die allmählich auf viele Länder des arabischen Raumes übergriffen. Gerade in dieser Region, in der ein besonders tiefer Glaube und besonderer religiöser Gedanke herrscht, sind diese Umwälzungen den Menschen nicht hoch genug anzurechnen

* frischer politischer Wind in Deutschland - die Piratenpartie bringt den etablierten Parteien das Fürchten bei. Auch wenn die Halbwertszeit der "neuen" Partei noch nicht erforscht ist, könnten die Piraten zu den Grünen des 21. Jahrhunderts werden. Hierfür ist allerdings noch mehr Tiefgang und Engagement bei politischen Themen und weniger Netz-Affinität erforderlich

* Dirk Nowitzki - hat endlich die NBA-Meisterschaft gewonnen und ist dabei so natürlich geblieben, wie der Junge nur sein kann. Toller Sportler, toller Mensch

* New York City - was für ein Erlebnis...Laut und lauter, hell und greller, groß und größer, schrill und schriller, total überwältigend  - aber (oder vielleicht genau deswegen) trotzdem toll, aufregend, klasse, großartig und traumhaft! Da will ich wieder hin!

* Comebacks - großartiges Unplugged-Album von Udo Lindenberg und ein starkes Stück von den Red Hot Chili Peppers, richtig gute Musik; San Francisco49ers - es macht wieder Spaß, meinem Football-Team zuzuschauen; Andreas Bentenrieder - an der Bande zurück nach langer Krankheit

* meine berufliche Veränderung hat sich gelohnt, der Schritt war richtig, es macht Spaß. Widerstände sind da, um sie aufzubrechen, aber auch, um sich gegebenenfalls mit ihnen zu arrangieren. Aber alles sollte nur eine Zwischenstation sein  
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* Politiker taugen offenbar nix - zu Guttenberg, Wulff & Co. denken zuallererst NICHT an den Auftrag der Wähler, sondern an die eigenen Belange, das Vertrauen in die Politik schwindet weiter. Gefälschte Doktorarbeiten, unvollständige Auskünfte und lausige Erklärungsversuche ( bei denen jeder normaldenkende Mensch mit dem Kopf schüttelt). Die politische Streitkultur in den Parlamenten sinkt weiter gen Nullpunkt, bei Künast, Trittin und Westerwelle fehlt mir jegliches Verständnis. Und so manch anderer Volksvertreter wird 2012 dazu kommen - ganz sicher

 * Fukushima - eigentlich erübrigt es sich, jedes weitere Wort zur Katastrophe in Japan zu verlieren 

* Fußball in Deutschland - der Trend geht eindeutig nach unten. Nicht nur Ultras, Suptras & Co verderben den wahren Fans den Sport, auch die Trainer und Spieler sorgen mit ihrem Benehmen dafür. Und alles unter den verschiedensten Deckmänteln: Emotionen, keine Kommerzialisierung, pure Stimmung. Fakt ist: Pyro ist in den Stadien verboten, weil gefährlich. Damit sollten sich auch die Freaks endlich abfinden. Trainer und Spieler müssen sich endlich zurücknehmen. Was Klopp und Tuchel samstäglich so an Figuren, Sprüngen und Fratzen so abliefern (das verbale gar nicht erwähnt) heizt die Hooligans und Chaoten nur noch an. Schauspielernde Kicker auf dem Rasen (halten sich das rechte Bein, wenn das linke Ohr beim Kopfballversuch mit dem Gegenspieler getroffen wurde) sind eine Schande  

* Stuttgart 21 - Fiasko - in jeder Hinsicht - der sparsamen Schwaben. Polizeigewalt gegen Demonstranten, ausufernde Kosten und ein oberster Landesboss, der das Ganze gegen seinen Willen durchziehen muss. Ob Winni Kretschmann das allerdings wirklich macht, wird sich noch zeigen. Aber was tut man nicht alles für ein bisschen Macht...

* Elbphilharmonie Hamburg - Zugegeben, mir fehlt da der tiefe Einblick. Aber offensichtlich haben sich hier die Richtigen gefunden: Helle Planer, kluge Finanzer und clevere Bauausführende. Die Kosten steigen ins Unermessliche, die Beteiligten streiten sich um Geld, Bauausführung und Übergabe. Letzte Hoffnung: Titanic. Auch beim Filmdreh explodierten die Kosten (200 Mio. Dollar), allerdings konnten später mehr als 1,3 Milliarden Dollar eingenommen. Schön wär's...

* Frauen-Fußball-WM: Hübsch anzusehen waren die Damen aus Deutschland ja, aber die Sache mit dem Fußball muss noch einmal geübt werden. Mit allerlei Vorschusslorbeer ausgestattet, vergurkten Célia Okoyino da Mbabi, Lira Bajrama und Kerstin Garefrekes das Viertelfinale gegen Japan und fielen damit zurück in die graue Frauen-Fußball-Vorzeit

* Spritpreise - E10 hielt uns ja alle in diesem Jahr in Atem, doch es ist wieder ruhiger geworden. Die Ölkonzerne kassieren weiter ab, hauen den Bürger stets um die Feiertage über's Ohr - doch keinen juckt es mehr. Mich auch nicht, ich fahre jetzt einen Diesel

* Wirtschaft - es geht längst nicht mehr darum, ob die Wirtschaft angekurbelt, gerettet oder am Laufen gehalten wird. Man bekommt den Eindruck, dass Wirtschaftsbosse, Entscheidungsträger und Führungspersonen nur noch darum kämpfen, mit fetten Verträgen, die lukrative Aussteigsklauseln und Abfindungszusicherungen beinhalten, ausgestattet werden. Das Wohl der Unternehmen steht offensichtlich nur an zweiter oder dritter Stelle. Fehleinschätzungen, falsche Investitionen und Entscheidungen ziehen oftmals eine Ablösung des/der Entscheider(s) nach sich, die Trottel werden dann für ihr Missmanagement belohnt. Ein Umdenken wäre schön, wird aber nicht geschehen. Festhalten an alten Zöpfen, kaum Mut für Neues und damit wenig Innovationen und mehr Staub am dahinsiechenden Produkt - so wird es nichts mit diesem Land, den Telefongesellschaften, Verlagen, Automobilherstellern, Banken, Plattenfirmen, Finanzämtern, Tourismusbetrieben und und und... Das Ohr muss an der Basis sein, hier entstehen die Gegenideen, die von Erfolg gekrönt werden können


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Vorfreude

In diesem Jahr darf sich auf die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten besonders gefreut werden. Was hat der Mensch, der offenbar den Hals nicht voll kriegen kann und die deutschen Wähler mit Büchern wie "Besser die Wahrheit" (häääääää?), den Menschen zum Weihnachtsfest zu sagen? Ich bin mir sicher, dass die TV-Verantwortlichen ordentliche Quoten einstreichen werden. 

Dabei wäre es wohl besser, Wulff würde in diesem Jahr einfach die Klappe halten und auf die Ansprache verzichten. Zuviele Ungereimtheiten haben sich in der s.g. Kreditaffäre aufgetan, immer mehr Widersprüche werden zu Tage gefördert, immer weniger Menschen in diesem Land haben dafür Verständnis. 

Die Frage ist längst nicht mehr, ob Wulff die Wahrheit sagt, sondern warum Herr Wulff seine Wahrheiten nur scheibchenweise öffentlich macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wulff, ausgebildeter Jurist, sich nicht im Vorfeld über die Konsequenzen seines Handelns informiert hat oder seine Berater (sein Frau ist übrigens Medienreferentin) kontaktiert hat. Ganz schlechtes Management, in jeder Hinsicht... Es sieht ganz so aus, als ob Wulff also der Verlockung des Geldes erlegen ist und absichtlich "besser nicht die ganze Wahrheit" gesagt zu haben.

Im Übrigen sind die Äußerungen von CDU/CSU und FDP nicht nachvollziehbar, die leidige Diskussion endlich zu beenden, weil sonst das Amt des Bundespräsidenten beschädigt werden könnte. Hallo gehts noch? Christian Wulff ist es doch, der sich wegen ein paar Prozenten (die allerdings ein paar Tausend Euro ausgemacht haben) ins Zwielicht rangiert hat. Christian Wulff ist es, der wegen seiner zu engen Kontakte zu den wirtschaftlichen Größen des Bundeslandes Niedersachsens, in Bedrängnis gekommen ist. 

Schlimm sind die Folgen des Ganzen. Wulff wird sicherlich früher oder später aus dem Amt scheiden. Er bekommt jetzt schon ein hübsches Sümmchen für Aufgaben, die offensichtlich keiner machen will. Laut Wikipedia sind es rund 200000 Euro jährlich plus 78000 Euro Aufwandsentschädigung, aus dem allerings auch die Löhne des Hauspersonals für die freie, voll eingerichtete Amtswohnung des Bundespräsidenten zu zahlen sind.

Übel wird einem nur, wenn man weiß, dass Wulff diese Bezüge (außer der 78000 Euro) auf Lebenszeit gezahlt werden. Viel zu viel Geld für einen Typen, der ganz sicher kein Vorbild für die Menschen des Landes ist.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Rundumschlag

Die Politik schreibt doch immer wieder die besten Geschichten- Gerade ist zu Guttenberg wieder auf der politischen Bildfläche erschienen, da macht der Bundespräsident ebenfalls Schlagzeilen. Und weil das noch nicht reicht, demontiert sich die FDP noch ein Stückchen mehr. Süßer die Glocken nie klingen...

Ausgerechnet zu Guttenberg soll in Brüssel Internetberater der EU-kommission werden. Der Typ, der mit seiner kopierten Doktorarbeit durch Internetaktivisten um Posten und Ehre gebracht wurde, soll nun in Sachen Netz beraten. Was der Freiherr damit bezweckt, ist vollkommen egal. Es zeigt aber nur, dass die Entscheidungsträger in Brüssel wenig Fingerspitzengefühl bei der Ernennung solcher Koryphäen besitzen. Zudem kommt, dass auch KT offensichtlich immer noch nicht weiß, dass er sich und vorallem wann er sich zurückhalten soll. Unfassbar, wie dreist dieser Mensch ist. Hoffentlich wird zu Guttenberg nicht so schnell wieder auf der politischen Bühne in Deutschland erscheinen. Beim zahnlosen Tiger Brüssel ist zu Guttenberg eigentlich ganz gut aufgehoben.

Ebenfalls dreist ist das, was Politkollege Wulf, unser aller Bundespräsident, da hinbekommen hat. Einen Kredit von einem befreundeten Geschäftsmann ließ er über dessen Frau laufen. Rein rechtlich ist Wulf aus dem Schneider, moralisch aber hat die Sache mit der halben Million zu besonders günstigen Konditionen einen faden Beigeschmack. Für wie blöd hält Wulf die Wähler und die Vertreter der Parteien eigentlich? Kurz nachdem der damalige Ministerpräsident Wulf sich im niedersächsischen Landtag für diesen Vorgang rechtfertigen musste, löste er das Darlehen gegen ein damals gängigen Kredit ab. Allein dies ist schon ein Eingeständnis dafür, dass Christian Wulf damals seinen gemachten Fehler ausradieren wollte. Schuldeingeständis - würde ich sagen. Nun ja, und wenn wir an Doktor zu Guttenberg zurückdenken, erinnern wir uns, dass dieser auch erst an seinem Posten festkleben wollte, die Kanzlerin ihm das Vertrauen aussprach und er wenig später doch gehen musste. Gute Reise, Herr Wulf!

Und dann ist da noch die FDP. Angetreten um das deutsche Parlament zu erobern und die Lobbyarbeit in Berlin voranzutreiben, verrecken die Gelb-Blauen gerade. Die Partei dümpelt bei Umfragewerten herum, die sie an das Existenzminimum bringt, jetzt verlassen die "Ratten" das sinkende Schiff. Koch-Mehrin (auch so eine spezielle Doktor-Arbeit-Schreiberin) verabschiedete sich aus Brüssel, Westerwelle wurde aus dem Partei-Amt geekelt und der smarte Herr Lindner sucht von allein das Weite. Der Grund: Die ach so liberale Partei findet keinen Konsens, was den Umgang mit dem Euro-Rettungsschirm (ESM) betrifft. Beim Mitgliederentscheid über dieses Thema sei es offensichtlich zu Ungereimtheiten gekommen. Schon vor wenigen Tagen wurde Entscheid von FDP-Chef Rösler bewertet und erntete dafür Kritik. 

Warum nun Lindner gegangen ist und welche Rolle Rößler dabei spielt, ist nicht wirklich wichtig. Viel spannender ist, warum die Partie "Demokratie" spielte, eine Partei, bei der die Grundrechenarten schon bei der Gesundheitsreform nicht ausreichten, um eine großartige Rolle in der deutschen Parteienlandschaft zu spielen. Ich bezweifel im Übrigen, dass die FDP-Mitglieder aus Gleschendorf, Etzelwang oder Löhne das Ausmaß des ESM begreifen und ihr "Ja" oder "Nein" auch mit Durchblick abgeben können. 

Umfragen und Entscheidungen dieser Art könnten sich bei der FDP bald erledigt haben, denn ohne Stimmen kommen die Liberalen in kein Parlament. Und wer soll dann die fetten Gehälter zahlen? Stirbt die FDP aus? Es bleibt spannend. 

Freitag, 9. Dezember 2011

Russland, China und sonst noch was

Demokratie und Russland passen ungefähr genauso gut zusammen wie Borussia Dortmund und die Champions League im Fußball. Beides geht irgendwie nicht. Lange hat es gedauert, bis sich in Russland Menschen zusammen taten und deren Stimme laut wurden, die Wladimir Putin und seiner Partei "Einiges Russland" die Stirn bieten. Putin ist ein wenig wie Hitler: Er macht was er will, steckt seine Gegner in den Knast, läßt sie sogar umbringen oder deckt politische Morde an Regimekritikern. Wahlen werden offensichtlich gefälscht (sowas hat Hitler aber wohl nicht gemacht, aber unter dem Nazi gab es wohl auch keine Wahlen), das Gesetz wird von Putin & Co. gedreht und gewendet, wie es in die politische Karriere passt. 

Auch in China macht die Führung was sie will, unterdrückt politische Gegner, wirft sie ins Gefängnis oder macht mit ihnen Schlimmeres. Eine Opposition gibt es nicht.

Russland und China brauchen allerdings nicht befürchten, von der internationalen Staatengemeinschaft geächtet zu werden. Dafür ist die Politik zu schwach. Während Mubarak, Gadaffi & Co. im arabischen Frühling nicht nur vom eigenen Volk sondern auch von der Wirtschaftskraft des Westens hinweggefegt worden sind, halten die Wirtschaftsmächte die beiden Riesenstaaten die Stange. Vielleicht möchte die Politik Sanktionen aussprechen und verhängen, doch die Wirtschaftslobby, die milliardenschwere Geschäfte mit beiden Staaten macht, wird alles daran setzen, um dies zu verhindern. 

Der Westen ist käuflich, was zählt ist der Dollar, die Dividende, der Gewinn. Freiheitskämpfer und mutige Oppositionelle sind was Feines, aber letztlich zählt das Bare. Und wie sehr die Politik sich den wirtschaftlichen Zwängen unterwirft, zeigt der Fall Gerhard Schröder. Der ehemalige Bundeskanzler wechselte nach seiner Niederlage gegen Angela Merkel in die russische Wirtschaft. Dank seines Freundes Putin bekleidet Schröder heute einen lukrativen Posten beim Erdgasproduzenten Gazprom. Wer hier eins und eins zusammenzählen kann, weiß bescheid...

Solange Staaten wie China und Russland nicht in die Schranken gewiesen werden, solange Hu Jintao und Putin hofiert werden, wird sich nichts an den Menschenrechten und den Bedingungen für die einfachen Menschen ändern. Und die Lippenbekenntnisse der Politik sind nur lauwarme und stinkende Luft. Dennoch darf die Entwicklung - gerade in Russland - mit Spannung verfolgt werden. Kann sich Putin mit seinem (noch) funktionierendem Staatsapparat an der Macht halten? Zur Erinnerung: Auch in der damaligen DDR trotzten erst wenige Mutige der Staatsmacht, die Bewegung wurde immer größer, die Angst vor der allmächtigen Stasi wurde immer kleiner. Auch in Nordafrika und dem Nahen Osten regte sich anfangs nur kleiner Widerstand, der dann über die Landesgrenzen schwappte. Warum sollte so etwas nicht auch in Russland möglich sein?

Sonntag, 4. Dezember 2011

Gute Unterhaltung

Oh je, jetzt kriegen wir Til Schweiger auch noch am Sonntag Abend. Kleinohrblödsinn und Zweikopfschwachsinn nicht genug, jetzt wird der nuschelnde Schauspieler, den nahezu jede Frau nicht von der Bettkante stoßen würde, auch noch Tatortkommissar. Es reicht. Schweiger ist einfallslos, die Geschichten in seine Filmen ähneln sich stets, wahrscheinlich wird ab sofort im Tatort auch noch eine verquere Liebesgeschichte erzählt. Und wir dürfen uns wohl auf ein Wiedersehen mit seinen Töchtern freuen, irgendwie müssen die da doch auch auch noch untergebracht werden.

Schweiger war in den vergangenen Jahren zu oft mit seichter Unterhaltung präsent. Einmal lacht man noch drüber, beim zweiten Mal kommt es einem irgendwie bekannt vor und beim dritten Film kann man die Dialoge schon mitnuscheln und ahnt, wie sich die einzelnen Szenen und somit auch der gesamte Film entwickeln werden. Ich jedenfalls bin total satt von dem Typen.

Über "Wetten, dass..?" wurde in den vergangen Wochen viel diskutiert. Gottschalk hört auf, Kerkeling macht es nicht - doch wer kommt jetzt? Jeder darf sich ins Gespräch bringen, egal ob es passen würde oder nicht. Namen wie Carsten Spengemann (die "Elster" hat schon Erfahrung mit der Hunziker) oder die beiden Chaoten Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt will das Publikum nicht wirklich sehen. Wir erinnern uns an das Wolfgang-Lippert-Debakel, als der Zappelphilipp in den Jahren 1992 und 93 als "Quotenossi" neun Sendungen den Nachfolger für Gottschalk mimen durfte. Damit war es zugleich der Vorgänger von Thomas Gottschalk, denn das ZDF zog den in der DDR ausgebildetetn Entertainer wieder vom Bildschirm. Eine noch größere Katastrophe wäre Johannes B. Kerner. Der redet das Publikum mit seiner gespielten verständnissvollen Art und seinem wurstigen Dauerlächeln in den vorzeitigen Schlaf und wäre somit auch eine Gefahr für das "aktuelle Sportstudio" und den Spätfilm.

Das Rätselraten um die Nachfolge geht unterdessen weiter, die gebührenbezahlten ZDF-Verantwortlichen tun sich schwer, jemanden zu finden. Idealerweise wäre ein neues Konzept mit einem neuen Moderator der bessere Weg, die Show zu beleben und ihr damit eine Chance zu geben. Natürlich werden Stimmen zu hören sein, unter Gottschalk war alles besser. Aber Thoams Gottschalk ist eben ein Show-Dino und dem ZDF tut frisches Blut gut. Das Ansehen des Senders und der Samstagabend-Show hat durch die öffentliche Nachfolgesituation sowieso schon gelitten. Am Samstag führte Gottschalk zwar charmant durch die sendung, wirkte aber oftmals überfordert, hilflos und uninformiert. Karl Lagerfeld quasselte lieber mit Jessica Biel und interessierte sich nicht die Bohne für Gottschalk und seine Wetten, Til Schweiger saß auf dem Sofa so ruhig wie sonst nicht (und nahm doch ein Glas Sekt) und Maet Loaf verkaufte (und verschenkte) ungeniert seine neue CD. Das Stück Fernsehgeschichte, dass deutlich besser hätte sein können.

Es zeigt aber auch, dass die Entscheidungsträger machtlos gegen die TV-Lieblinge sind und oftmals den Bezug zum Zuschauer verloren haben und nur noch die Gebührengelder verwalten und aufteilen. In der Wirtschaft wird eher geräuschlos ein Nachfolger für einen ausscheidenden Mitarbeiter gesucht, selbst wenn er eine Führungsposition ist. In dieser Hinsicht haben die ZDF-Chefs total versagt und die Eigendynamik, befeuert von den Boulevardmedien, unterschätzt.