Montag, 28. Januar 2013

Liberale potente Männer

Nun hat die FDP ein Sex-Problem. Und außerdem fühlen sich die Liberalen verfolgt. Klar, nachdem sie bei der Landtagswahl in Niedersachsen durch Sachthemen überzeugten und somit sensationelle zehn Prozent der Wählerstimmen einkassierten, fühlen sich Brüderle, Rösler & Co. im Aufwind. Da kommt die "Herrenwitz"-Geschichte nicht wirklich gelegen. Wolfgang Kubicki hat sogar erkannt, dass ein "Hoffnungsträger der Partei mutwillig beschädigt" werden soll. Ach so...

Eigentlich dürfte es der FDP egal sein, dass "Hoffnungsträger" Brüderle (immerhin schon 67 Jahre alt) von einer Stern-Reporterin beschuldigt wird, diese an einer Bar - sagen wir mal - angemacht und damit eine Sexismus-Debatte entfacht zu haben. Egal deswegen, weil keine Frau (und eigentlich auch kein Mann) mit gesundem Menschenverstand die Liberalen wählen würde. Insofern ist es wurscht, ob die FDP nun in ein schlechtes Licht gerückt wird. Dafür sorgt die Partei mit ihren Personaldebatten und Pseudovorschlägen zur Steuerentlastung der Bürger schon selber.

Allerdings - und das muss auch einmal festgestellt werden - ist die Arbeit des Stern-"chens" und seines Chefredakteurs auch nicht gerade das, was man investigativ nennt. Dieser "Skandal" liegt bereits ein Jahr zurück und hätte demnach schon viel früher öffentlich gemacht werden können. Es ist davon auszugehen, dass die Liberalen dann richtig Probleme bekommen hätten, Wählerstimmen einzusammeln. Warum die Zeitschrift jetzt damit um die Ecke kam, erschließt sich mir nicht. Vielleicht ist ja an der Vermutung von Wolfgang Kubicki etwas dran.

Samstag, 26. Januar 2013

Die Russen und die Homos

Haben die Russen dann gar nichts gelernt? Putin und seine Clique aus der Duma verfolgen aktuell Schule und Lesben, weil diese die Kinder im großen Reich verderben könnten. Im Parlament wurde in erster Lesung ein Gesetz für gut befunden, dass das öffentliche Küssen von Homosexuellen unter Strafe stellt und "Schwulenpropaganda" verbietet.
Offensichtlich sitzt eine vollkommen neue Generation in der Duma, eine die aus der Geschichte nichts gelernt hat und die sich offensichtlich total überschätzt. Soetwas gab es schon mal in Europa. In der Mitte des 20. Jahrhunderts machte sich ein Österreicher auf, sich und das suabere, arische, deutsche Volk über alles zu heben. Das Ergebniss kennen wir: Millionen Tote, millionenfaches Elend  - auch in Russland. Juden, Polen, Russen wurden aufgrund ihrer Herkunft umgebracht. Minderheiten hatten kein lebenswertes Leben.
Und nun die Russen bzw. deren Volksvertreter und die Regierung. Dass die Menschenrechte dort niemanden interessieren, ist durch zahlreiche Fälle (Pussy Riot, Michail Chodorkowski) dokumentiert. Da aber Russland, genau wie China, ein großer und wichtiger Markt für die europäische Wirtschaft ist, halten Merkel, Schröder & Co. ihr Klappe und dulden das, was dort vor sich geht. Freiheit hat doch immer noch etwas mit Wirtschaftskraft zu tun. Und muss bezahlbar bleiben.

Montag, 21. Januar 2013

Armstrong

Nun hat er also das gebeichtet, was viele bereits vermutet haben. Lance Armstrong hat zugegeben, leistungssteigernde Mittel - schon vor seinen sieben Tour de France-Titeln - genommen zu haben. Das Wasser steht ihm bis zum Hals, er kommt in einem (sicherlich lukrativen) Gespräch mit US-Talk-Queen Oprah Winfrey mit seiner Sicht der Dinge daher. 

Von Armstrong bleibt der Eindruck, dass er ein arroganter und überheblicher Kerl ist. Er habe gedopt, weil er dies als "Chancengleichheit" betrachtete. Er habe seine Macht im Radsport angeblich nicht ausgenutzt, um Mannschaftskollegen unter Druck zu setzen. Nun ja, es gibt genug andere ehemalige Radsportkollegen, die das Gegenteil behaupten. 

Noch vor wenigen Wochen posierte Armstrong zu Hause vor den sieben gelben Trikots, mit denen er die Tour sieben mal gewann. Wer solche Fotos, kurz vor dem großen Knall veröffentlicht, dem fehlen ein paar Windungen. Natürlich war das "falsch". Und natürlich durfte bei Oprah auch ein großer emotionaler Moment nicht fehlen, Tränen gehören dazu - auch wenn es nur ganz kleine Tröpfchen sind, die man auch nur in HD-Auflösung sehen kann. Fehlte noch der Griff zum Taschentuch. Sicherlich ist es für Armstrong schwer gewesen, über seinen Sohn und das Thema "Papa hat jahrelang die Sportwelt beschissen" zu reden. Aber es ist leider so, dass bei Oprah-Auftritten immer etwas dicker aufgetragen wird.  

Armstrong gehört bis an sein Lebensende gesperrt. Da nutzt auch sein theatralisches Geschwafel von der "sportlichen Todesstrafe" nichts. Kein Mensch will den Typen mehr im Sporttrikot und auf dem Fahrrad sehen. Armstrong nutzte das Interview, um sich einmal mehr in den Vordergrund zu stellen und vorallem wohl deshalb, damit er in den "Genuss" einer Begnadigung kommt.

Sonntag, 20. Januar 2013

Was für Menschen tun das? - Update

Oh ha, die FDP ist bei der Landtagswahl in Niedersachsen auf um die zehn Prozent gekommen. Was dazu führt, dass alle vier, im Landtag vertretenen Parteien, erstmal feiern. Aber wer ist nur so kurzsichtig und wählt die FDP? 

Nun ist man ja aus Niedersachsen einiges gewöhnt. Hier ist einem die Hemd näher als die Hose, sucht man sich seine Freunde akribisch nach Scheckbuch und Promistatus aus. Wulff, Schröder, Maschmeyer... eben alles ein Volk. Und so ist auch nicht verwunderlich, dass die CDU die eigene Schwäche als Wahlerfolg verkauft. Weil die Schwarzen selber nichts draufhaben, wurde die FDP, die eigentlich am Boden liegt und zu Staub verfällt, stark geredet. Und die Wähler haben diesen Quatsch geglaubt.Wer, bitte, macht denn sowas?

Und nu? Weil schwarz-gelb genauso wenig funktionieren könnte wie rot-grün, wird jetzt schon wieder von "großer Koalition" geschwafelt. Irgendwie muss die Macht doch zu halten bzw. zu bekommen sein. Wenn das geschieht, höre ich den Trittin schimpfen, die Künast keifen und den Kubicki sehe ich doch noch an Röslers Stuhl sägen.

...der Tag nach der Wahl:

Es war eine irre Nacht. Nicht nur wahltechnisch. Schließlich zogen die 49ers in der Nacht zum sechsten Mal in den Superbowl ein. Während die Niners den Triumph  klarmachten, wurde in Hannover das vorläufige Wahlergebnis bekanntgegeben. Rot/Grün hat demnach einen Sitz mehr im Landtag als die bisherige Regierung, was einen Wechsel bedeutet.

Verlierer ist also die CDU, die sich am Wahlabend noch feiern ließ. Bei der FDP aber ging es am Tag danach gleich wieder hoch her. Rösler, zuvor untr Beschuss, trat die Flucht nach vorn an und schob - als Sieger - schnell die Personaldebatte an, die eigentlich nach seinem Scheitern gedacht war. Die Bundes-FDP wird mit Brüderle und dem nuschelnden Schnellsprecher Rösler in den Bundestagswahlkampf gehen und ist nach den fast zehn Prozent der Niedersachsen-Wahl wieder optimistisch.

Allerdings vergessen die Gelb-blauen, dass diese zehn Prozent dem Versagen der CDU und ihrer "Leihstimmenkampagne" zuzuschreibnen sind. Wenn die CDU nicht solche Angst um den Koaltionspartner gehabt und sich selber stark präsentiert hätte, wäre von der FDP nix mehr übrig geblieben. Aber das kann ja dann im Herbst passieren.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Fern ab der Realität

Jetzt wird das Dilemma um den Haupstadtflughafen richtig lustig. Der scheidende AUFSICHTSRAT-Vorsitzende Wowi und sein Nachfolger Platzeck hatten am gestrigen Tage wichtigeres zu tun, als sich um das Milliardenloch, welches sich südlich von Berlin auftut, zu kümmern. Klar, was in zwei Jahren noch nicht funktioniert, kann auch schon mal ein paar Tage länger warten. Berlin (Arm aber sexy - wir erinnern uns) hat es ja. Wowi und Platzeck sind übrigens Sozis, also SPDler. 

Während der Verkehrsminister eine Stunde im Haushaltsausschuss auf die beiden FÜHRUNGSKRÄFTE wartet (die eben nicht kommen, es gibt sicherlich wichtigere Termine), kommt das Feuer von einer anderen Seite. Sigmar Gabriel, Parteifreund der beiden Kollegen, schießt ganz scharf gegen Ramsauer. Dieser hätte schon länger davon gewusst, dass der nächste Eröffnungstermin nicht zu halten ist. Gabriel lässt allen Ernstes verbreiten, dass "dieser CSU-Bundesverkehrsminister hat eine Menge zu erklären". 

Ja klar, so stellt sich der geneigte Wähler das vor. Die SPD versagt vollkommen in der Aufsichtsratsrolle beim Flughafen, der zu kurze Rolltreppen (wie geht das, wie sieht das aus?) oder nichtisolierte Heizungrohre besitzt. Und erklären soll sich ein Verkehrsminister, der einen Verschiebungstermin (von möglicherweise noch vielen folgenden) angeblich verheimlicht hat. 

Herr Gabriel, wo liegt der Fehler?

Mittwoch, 2. Januar 2013

+/-

Auch im vergangenen Jahr: Was war gut, was war schlecht. Eine ganz, ganz persönliche und mit Sicherheit auch unvollständige Auswahl.

+ (plus, gut, gefällt mir)

* Matti Klaus Engel - einfach bezaubernd, dieser kleine Kerl

* endlich in Hamburg angekommen - schnell mal Nägel mit Köpfen gemacht

* die LA Kings holen den Stanley-Cup - die langen, schlaflosen Nächte haben sich ausgezahlt

* "Tage wie diese" und die Rolling Stones - richtig gute Musik ist zeitlos

* Robert Harting - mündiger, mutiger und erfolgreicher Sportler. Er hat dem DOSB klar gemacht, dass die Sportler das wichtigste Gut des deutschen Sport sind, nicht die Funktionäre mit ihrer irren Planungswirtschaft.

* Noch ein magischer Sport-Moment: Der Olympiasieg der Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann. Großartige Typen.

* Pussy Riot - der Anti-Putin-Protest der Band zeigt deutlich, was Putin von Demokratie hält. Hut ab vor den Mädels und so viel Courage.


- (minus, doof, gefällt mir nicht)

* Die absolute Nummer 1: Christian Wulff  - peinlicher kann man sich als oberster Repräsentant des Staates nicht verhalte. Gleiches gilt im Übrigen für seine Frau, die - um ihr Buch zu promoten - jedem, der es hören wollte oder nicht, sagte, dass sie niemals im Rotlichtmilieu gearbeitet habe.

* Piratenpartei - mutiert nach anfänglichen Erfolgen zur Lachnummer, ähnlich sieht es bei der FDP aus. Peer Steinbrück fällt vornehmlich durch "Kasse machen bei Vorträgen" auf und fühlt sich als künftiger Bundeskanzler (Wahrnehmungsstörungen?) schon mal unterbezahlt. Die Grünen  entgehen bei ihrer Ur-Wahl knapp einer Katastrophe und schießen glücklicherweise Renate Künast ab. Und nein, ich bin auch kein Freund der CDU und der Linken.

* Opel fällt auseinander: GM hat sich durch Staats- und EU-Hilfen gesund saniert, nun wird der  wichtige Standort Bochum in ein paar Jahren dicht gemacht. Fein gemacht ihr Politiker! Gleiches gilt im Übrigen auch für Schlecker & Co., Banken retten ist offensichtlich wichtiger.

* Deutschland und der NSU: Blinder kann kein System auf dem rechten Auge sein. Der Verfassungsschutz stinkt, die Arbeit schützt weder Verfassung noch die Bürger des Landes.

* Der Euro... wird uns auch in den kommenden zwölf Monaten Jahren beschäftigen. Griechenland, Spanien und wie die Pleitestaaten alle heißen, schlüpfen unter den Rettungsschirm. Dennoch wird versäumt, sich bzw. die Weltwirtschaft vor den Banken und ihren riskanten Geschäften zu schützen. Doch Europa kann das nicht allein bewerkstelligen, die Amis sollten ebenfalls eingreifen.

* Borussia Dortmund wurde wieder Deutscher Fußball-Meister - 2013 wohl nicht mehr, dafür stark in Europa.

* Noch mal Fußball, Stichwort 12:12: Die Fans fürchten durch das neue Sicherheitskonzept um die Stimmung im Stadion und die Fankultur. Wenn allerdings die Sicherheit der Stadionbesucher gefährdet ist, nichts Konstruktives von der s.g. Fanszene eingebracht wird und kurz nach 12:12 Bengalos abgefackelt werden, müssen sich die Ultras, Supporter und alle anderen Fangruppen mit den Vorgaben der DFL und deren Umsetzung anfreunden. Wie wäre es mit einem Selbstreinigungsprozeß?

* In Ägypten wird die Chance vertan, eine Demokratie aufzubauen. Ein neuer Präsident wurde gewählt, doch er hat sich das alte Machtgebahren erhalten und macht da weiter, woran sein Vorgänger scheiterte.

* Stuttgart 21 - aber es geht noch tiefer und teurer. Die Elbphilharmonie in Hamburg und der neue Flughafen in Berlin, selten haben die Planer und Verantwortlichen so viele Fehler gemacht und so viel Steuergelder rausgeworfen. Und alle dürfen so weiter machen, als wäre nichts geschehen und noch mehr Kohle da.

* Die Macht von Facebook - wer traut sich sein Konto zu löschen? Ähm, ich meinte, zu deaktivieren?

* Lance Armstrong - nach diesem Typen kann es mit dem Profi-Radsport nur noch aufwärts gehen.

* Video Games von Lana del Ray - einfach nur ätzendes Gejaule.