Montag, 25. Juni 2012

TV-Tipp: Dem Loddar sein Leben

Ich habe mich gerade köstlich amüsiert. Der Fernsehsender Vox zeigt an den kommenden fünf Sonntagen (ca. 23:15 Uhr) die Reality-Doku (???) "Lothat - immer am Ball". Teil eins lief bereits gestern, wer dies verpasst hat, sollte sich tunlichst bemühen, das kleine Filmchen und die kommenden Folgen anzuschauen.

Lothar Matthäus ist einer der erfolgreichsten Fußballer Deutschlands. Er ist aber auch der missverstandenste Kicker, nein Menschen. Wie auch immer. Die Vox-Doku zeigt ganz deutlich, warum dies so ist. Loddar präsentiert sich nach allerbesten Wissen. Er nimmt das Ganze sehr ernst, erläutert dem Zuschauer, sein Leben, seine Ordnung, seinen Kühlschrank. 

Loddar kann nicht nur schlecht englisch sprechen, auch des Deutschen und der Grammatik ist der Franke nicht allzu mächtig. Da kommt es schon mal vor, dass ein von Annie Leibovitz geschossenes Foto nicht "recherchiert wurde, so wie man es heute macht". Lothar Matthäus auch mit seiner aktuellen Flamme, einem polnischen Unterwäsche-Model mit extrem großen... ähm Lippen (hihi), dessen Namen wir uns bestimmt nicht merken müssen, geht Loddar eben loddar-like um. Als die Arme beim Frühstück aufgrund ihrer Erkältung (Nase und Lippen haben hier ungefähr eine Größe) um einen Tee bittet, muss sie erst seine Eier aufessen. Spiegeleier natürlich. Danach geht die Kamera aus, ein Streit soll nicht übertragen werden, obwohl dies wahrscheinlich die Quoten in die Höhe treiben würde.

Bierernst philosophiert Matthäus über seine Linien im Kühlschrank und die Ordnung im Koffer, weil sie (also die polnische Lippe und er) ja stets und ständig auf Achse sind, er gleich nach der Ankunft im Hotel seinen Koffer auspackt und ihren stehen lässt. Ja, so ist er der Lothar. Ein Grund, warum er bereits vier Ehefrauen (O-Ton: "Stand heute morgen neun Uhr") verbraucht und sich auf so manch 18- bis 25-Jährige eingelassen hat. 

Lothar Matthäus macht sich wieder einmal "nackig", ob ihm diese Doku aber endlich dem langersehnten Trainerjob in Deutschland näherbringt, bleibt anzuzweifeln. Was bleibt, ist ein Seelenstrip - peinlich, aber sehr unterhaltsam. Die Zuschauer sollten das Ganze aber nicht zu ernst nehmen.

Sonntag, 24. Juni 2012

Wenn der Kassenarzt die Hand aufhält

Soso, Kassenärzte dürfen also Geschenke von Pharmafirmen annehmen. Na wunderbar. Wenn der Bundesgerichtshof so urteilt, dann ist davon auszugehen, dass das Handaufhalten für bestimmte Leistungen künftig zum guten Geschäftston dazugehören wird. Während die Kosten für eine Arztbehandlung des Patienten immer weiter ausufern und auf diesen natürlich auch abgewälzt werden, verschreiben Ärzte genau dieses eine, überteuerte, vom Pharmavertreter protegierte Medikament und treiben so den Umsatz des Konzerns in die Höhe. Und dass es bei der Gabe für den "Gott in weiß" nicht nur um Kugelschreiber, eine Tüte Bonbon oder Taschenlampen geht, ist ja wohl klar...

Es geht wieder einmal um die weitläufige Auslegung von irgendwelchen Gesetzen, die vor grauer Vorzeit erlassen und nur schrittweise aktuallisiert wurden. Der normale Bürger der Bundesrepublik bekommt den Eindruck, dass die Gesetze des Landes (und auch die der EU-Bürokraten) extra dafür gemacht wurden, um Scharen von Anwälten und Gerichte zu beschäftigen, damit diese Berufsgruppen ja auch ihre überzogenen Gehälter und Honorare einfordern und belegen können. Kaum ein Konflikt, sei er auch noch so gering, der nicht auf dem Tisch eines Anwalt bzw. vor Gericht landet. Und immer verwunderlicher werden die Urteile: Sexualverbrecher werden freigelassen oder Autofahrer, die im betrunkenen Zustand tödliche Unfälle herbeiführen bekommen Minimalstrafen. Nun wird also Pharmafirmen offiziel das Recht zugesprochen, Ärzte zu schmieren. Und um nichts anderes geht das in diesem Fall. Der Fall von Christian Wulff liegt wohl schon zu lange zurück.

Samstag, 9. Juni 2012

Was Hansi Flicks Aussage so alles vermittelt

Natürlich gibt es wichtigere Dinge als den Fußball. Aber Europa wird derzeit von der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine beherrscht. Und nebenbei fallen die ulkigsten, skurrilsten oder verrücktesten Geschichten verbreitet. Gewollt und ungewollt.

DFB-Co-Trainer Hansi Flick ließ den Blätterwald am Freitag mit seiner "Stahlhelm-Aussage" gewaltig rauschen. Eine unbedachte Äußerung, die gerade im Gastgeberland Polen für einiges Unbehagen sorgte. Warum die rechte Hand von Jogi Löw diese Art der Ausdrucksweise wählte, ist mir gänzlich unklar. Noch nie hat sich auch der dusseligste Kicker mit 5er Hauptschulabschluss derartig über einen Freistoß geäußert. Dem lieben Hansi hier Boshaftigkeit oder fiese Manieren zu unterstellen, ginge wohl zu weit. 

Vielmehr denke ich, wollte Flick witzig wirken und etwas Neues kreieren. Das ist vollkommen daneben gegangen. Das er dabei der Fußballergilde einen Bärendienst erwiesen hat, wird ihm wahrscheinlich erst später klar. Flapsige und daher gerotzte Aussagen von Fußballspielern kommen immer wieder vor. Die "Field-Reporter" von Radio und Fernsehen verführen die Kicker gerade zum Dummschwätzen und Floskeln daher beten. Interviews direkt nach dem Spiel am Eingang zur Kabine sollen in der Regel Emotionen rüberbringen, doch in den vergangenen Jahren ist dies zur Phrasenschlägerei verkommen. "Wir haben unser Spiel gespielt, den Gegner kommen lassen und auf unsere Chancen gewartet" - so einen Blödsinn verzapfen Fußballer (und andere Sportler) kurz nach dem Abpfiff vor laufenden Kameras. Wobei sich die Antwortn an das Niveau der Fragen der "Field-Reporter" anpassen "Woran hats gelegen?" Tiefgang braucht man nicht erwarten.

Gibt es dann doch mal einen klugen Kicker, der in seinem Interview wirklich Klartext redet und Kritik übt (Philipp Lahm 2009), dann ist das Geschrei und die Empörung groß, Geldstrafen folgen. Fußballer sollen nicht denken, sondern spielen. Wer braucht schon elf breite Kreutze in seiner Mannschaft? Da passt es auch ins Bild, das FIFA und UEFA ihre Veranstaltungen möglichst politfrei gestalten wollen. Blatter, Platini & Co. mögen keine Negativschlagzeilen, wollen ohne Nebengeräusche ein großes Fest feiern. Gleiches gilt leider für die Olympischen Spiele. Das liegt vielleicht daran, dass sich das IOC schon einmal von den Nazis instrumentalisieren ließ und der Westen (1980) sowie der damalige Ostblock (1984) die Spiele gegenseitig boykottierten. Im Blick ist immer das Geschäft.

Und Hansi Flick? Nix, das Ganze ist schon morgen vergessen. Aber vielleicht denkt der Typ das nächste Mal nach, bevor er redet. Und nicht nur er.


Montag, 4. Juni 2012

Chaostruppe Linkspartei

Die Linke sorgt in der Parteienlandschaft immer wieder für große Heiterkeit. Mit Flügelk(r)ämpfen, dämlichen Ost-West-Gehabe und fragwürdigen Doppelspitzen haben die Linken ihr eigenes Grab geschaufelt. Bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr wird diese Stänkertruppe wohl kaum noch eine Rolle spielen. 
Man kann betrachten wen man will, die Linke taugt nicht mehr viel. Nach dem Zusammenschluss von WASG und Linkspartei. PDS wird es zunehmend nerviger, dem Parteigeschehen zu folgen. 
Eigentlich sollte die Partei Ost und West einen. Oder hatte es vor. Oder wollte vom Osten aus den Westen übernehmen. Oder so ähnlich. Aber denkste. Ossis und Wessis schießen sich gegenseitig ab, intrigieren nach Herzenslust und erpressen sich gegenseitig, um politische Ziele durchzusetzen. Oder sind es doch die eigenen Interessen? Von einheitlicher Linie keine Spur, aber mit Grabenkämpfen auf Nebenschauplätzen werden Schlagzeilen gemacht.
Der Unsinn, einer Frau und einem Mann, dazu noch aus Ost und West, die Parteiführung anzuvertrauen, zeugt nicht gerade von politischer Weitsicht und Weisheit. Vergleiche mit der "Frauenquote" (die bringt auch nichts) drängen sich auf, ja auch mit der ehemaligen SED in der DDR. Wichtig ist nicht, was das Parteimitglied kann, sondern die Herkunft. Nicht das Können ist entscheidend, sondern Dinge, die nicht im Entferntesten mit der Qualifikation zu tun haben. Gibt es solche Fehlentscheidungen nicht schon genug in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft? 
Der "linke Kindergarten" bespaßt das Volk zudem durch die Wünsche des Personals. Der will nicht mit dem, der andere kann die Nächste nicht riechen.Wie sollen da die politischen Ziele und das Programm umgesetzt werden. So lange die Linke diesen Blödsinn weiter in dieser Art verzapft, kann man diese Partei in der Pfeife rauchen, wird sie vom Wähler nicht ernst genommen. Und die alten PDS-Kreuzchenmacher sterben auch langsam aus...