Großes Kino in Rostock, die FDP ist da. Das ganze Kasperle-Theater gastiert in der Hansemesse und bietet beste Unterhaltung. Stoff bieten die Liberalen ja seit geraumer Zeit. Die Partei taumelt dem Abgrund entgegen, die Lobbypolitik von Westerwelle, Rösler & Co. ist ein Witz.
Westerwelle will nur gut aussehen, sonnt sich im Außenministerium und fühlt sich von allen missverstanden. Er ist eben nur der "Guido", stets unterschätzt und ungeliebt. Das muss nicht mal an seiner Person festgemacht werden, vielleicht liegt das auch nur an der unsympathischen Partei mit s.g. Klientelpolitik. Mittelstand gut und schön, aber für den einfachen Menschen auf der Straße bleibt nichts übrig. Daran hat auch der Guido schuld.
Jetzt wird Guido gestürzt und er muss sich in Rostock auch noch rechtfertigen. Interessant ist der Satz, dass er seinem Nachfolger nicht ins Lenkrad greifen will. Würde man Westerwelle so etwas zutrauen? Würde man einem Politiker so etwas überhaupt zu trauen? Der Satz zeigt eigentlich nur, wie schmutzig die Politik - nicht nur die der FDP - ist. Westerwelles Abgang war überfällig, ob er unbeschadet den Außenminister mimen kann, wird die Zukunft zeigen. Er wird es gut finden, dass für verlorene Wahlen und verpasste Parlamentseinzüge jetzt Philipp Rößler verantwortlich gemacht wird.
Rößler wird sich am nächsten Wochenende, wenn in Bremen gewählt wird, in die altbewährten Phrasen retten. "So schnell kommt die FDP auch nicht aus dem Keller raus" oder so ähnliches Zeug werden wir zu hören bekommen. Dem gelben Aufsteiger des Jahres wird schnell der Wind ins Gesicht blasen, döller als ihm lieb ist. Rößler ist für den größten Mist der jüngeren Zeit verantwortlich - die Gesundheitsreform. Stichwort Kopfpauschale - als wären wir alle irgendwie wie Osama bin Laden...
Dritter Comedian ist Rainer Brüderle, der neue Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag. Der Weinliebhaber bekommt nun sein Gnadenbrot, schön wie die Steuergelder verschleudert werden. Als Minister untauglich, als Politiker "baugleich" wie die Parteicompadres.
In Rostock will die Partei nun Wiederaufstehung feiern. Am Donnerstag trank das gelb-blaue Volk ordentlich im Ratskeller: Hier ein Weinchen, dort ein Bier. So sieht also Verantwortung für die Freiheit aus. Prost Mahlzeit.