Alles haben es immer geahnt - Radprofi Lance Armstrong war ein Doper. Doch was jetzt bekannt wurde und von der US-Anti-Doping-Agentur USADA veröffentlicht wurde, lässt den Radsportfan nur fassungslos mit dem Kopf schütteln. Offensichtlich war Armstrong der größte Betrüger unter den Betrügern im Sport.
Dass etwas mit dem Typen nicht stimmen würde, war mir auch immer klar. Allerdings habe ich das Ganze immer auf die Anti-Krebsbehandlung Armstrongs zurückgeführt, die er über sich ergehen lassen hat. Meine ganz eigene Theorie war die, dass durch die verschiedenen Therapien einiges in seinem Körper durcheinander gewirbelt wurde, was zu dieser enormen Leistungssteigerung führte. Denn man darf nicht vergessen: Armstrong war bereits vor seiner Erkrankung ein talentierter Fahrer, der 1993 im Alter von 21 Jahren Straßenweltmeister wurde.
Offensichtlich ist Armstrong nun aber überführt, seine sieben Siege bei der Tour de France werden ihm aller Voraussicht nach aberkannt.
Das ist gut so!
Der Radsport übt auf mich trotz aller Skandale immer noch eine große Faszination aus. Das Surren der Räder an der Strecke, das Attackieren am Berg, das Taktieren im Peloton und die Sprints vor dem Ziel fesseln mich immer noch - ganz besonders bei der Tour. Gern lasse ich mich von den Fans und der Stimmung an der Strecke "gefangen" nehmen - Jahr für Jahr.
Ich habe die Hoffnung, dass der Radsport sich von dieser Krankheit "heilt", auch wenn das bei den Anstrengungen und Anforderungen unrealistisch erscheint. Doch hier dreht liegt das Problem: Die Veranstalter ziehen nur Millionen von Menschen an die Strecke, wenn es spektakulär ist. Mont Ventoux, Tourmalet oder gar zweimal nach L'Alpe d'Huez hoch - wer schafft das schon ohne medikamentöse Hilfe. Ist weniger Action im Radsport mehr Sauberkeit?
Nochmal zurück zu Lance Armstrong. So wie er die Konkurrenz im Griff hatte, rücksichtslos, egoistisch und arrogant, so gibt er sich auch jetzt, nachdem die USADA die schweren Vorwürfe öffentlich gemacht hat. Es juckt ihn wenig, er ignoriert den stürmischen Protest. Damit tut er sich und vorallem seiner Stiftung, mit der er jahrelang viel bewegt hat und jede Menge Not gelindert hat, keinen Gefallen.
Was bleibt: Armstrong ist ein A....rmleuchter