Das hat nichts mehr mit der oftmals beschworenen "Fan-Kultur" zu tun, das macht den Fußball kaputt. Oder noch mehr kaputt. Und macht so keinen Spaß mehr. Im zweiten Spiel der Bundesliga-Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC kam es zu Ausschreitungen. Wieder einmal. Dummerweise scheinen diesmal nicht unbedingt die gegnerischen Fans der ausschlaggebende Faktor zu sein. Wenn es richtig blöd kommt, haben die eigenen Fans Fortuna Düsseldorf den Aufstieg vermasselt.
Ein Problem dürfte auch die Düsseldorfer Arena selbst sein. Hier ist lediglich der Gäste-Block eingezäunt, der Rest der Zuschauer hat freien Zugang zum Spielfeld - so er denn etwas Mut hat und die knapp zweieinhalb Meter tief springt. Da war solch ein Chaos doch vorprogrammiert.
Ein Problem dürfte auch die Düsseldorfer Arena selbst sein. Hier ist lediglich der Gäste-Block eingezäunt, der Rest der Zuschauer hat freien Zugang zum Spielfeld - so er denn etwas Mut hat und die knapp zweieinhalb Meter tief springt. Da war solch ein Chaos doch vorprogrammiert.
Sollte Hertha BSC mit dem Einspruch durchkommen und ein etwaiges Wiederholungsspiel gewinnen, wären die Berliner schlagartig das unbeliebteste Team der Liga. Auf Jahre hinaus würde es eine hasserfüllte Feindschaft zwischen Hertha und Düsseldorf geben. Campino nennt das Berliner Verhalten "unanständig" und er hat Recht. Berlin hat eine grottige Saison gespielt und möchte nun, wegen zwei fehlender Minuten, noch einmal eine Chance bekommen.
Die in 34 Bundesliga-Spieltagen und einem Relegationsspiel psychologisch total verunsicherten Herthaner, hatten offenbar in den Schlussminuten der Partie Angst um Leib und Leben und sind nur noch auf das Spielfeld zurückgekehrt, damit die Sache dort nicht eskaliert. Fußballer sind ja als große Schauspieler bekannt. Und Manager Michael Preetz, der die Hertha mit an den Abgrund brachte, ist der größte Märchenonkel. Dies alles ist derzeit wieder in Berlin erlebbar. Unsportlich. Berlin will das Chaos, an dem auch die eigenen Fans schuld sind (siehe das 2:1), für sich gnadenlos ausnutzen.
Natürlich und leider ist dies kein Einzelfall. Randale gab es auch eine Relegationsklasse tiefer, als Karlsruhe zu Hause gegen Regensburg abstieg. Oder auch bei der Meisterfeier von Borussia Dortmund. Immer wieder stehen die s.g. Fans im negativen Mittelpunkt. Diese Gruppierungen haben zu viel Macht und fügen dem Fußball einen enormen Schaden zu. Die Ultras, Suptras oder wie sie heißen, fordern "ihren" Fußball zurück, lehnen sich gegen die zunehmende Kommerzialisierung auf. Dabei wird gern vergessen, dass das "dicke" Geld erst dazu beiträgt, ansehnlichen Fußball zu sehen, hervorragende Fußball-Tempel zu besuchen und Klasse-Kicker zu jubeln zu können. Sie bestehen auf ihrer Fan-Kultur, sind nicht bereit, auf die Fußball-Verantwortlichen zuzugehen.
Die Frage ist, warum solche "Brandnester" auch noch mit öffentlichen Mitteln gefördert oder wie im Falle des FC Hansa Rostock, auch noch vor der Insolvenz gerettet werden? Ich bin mir sicher, dass etliche Drittligisten auf einen finanziellen Ruin von Hansa gehofft haben. Dann wären ihnen die ungeliebten Hansa-Fans erspart geblieben. Schlimmer noch: Hätte die Rostocker Bürgerschaft Hansa die Hilfe verweigert, wäre das Rathaus wohl von Chaoten gestürmt und auseinander genommen worden.
Man darf gespannt sein, wie der DFB mit dem Problem der Randale in den Stadien umgeht, wie Verbote aller Art, wirkungvoll umgesetzt werden.