Mittwoch, 27. Februar 2013

Peer sprichts aus

Peer Steinbrück hat sich einiges von Bayern-Manager Uli Hoeneß abgeschaut. Der Kanzlerkandidat hat sich selbst zur Abteilung Attacke erkoren und möchte damit mehr Fettnäpfchen mitnehmen als auslassen. Das allerdings unterscheidet ihn dann von Uli H. 

Der Mann, der gerne mal einen ordentlichen Schlag an Vortragshonoraren nimmt, spricht sich für eine Einschränkung der Banken aus, findet, dass das Gehalt eines Kanzlers zu niedrig angesetzt ist und ließ einen Blog betreiben, der etwas Geld einsammelte. Kurz: Ein echtes Finanzgenie. Auch sonst ist Peer Steinreichbrück (Zitat Sarah Wagenknecht) immer für einen Spruch gut. Auch hier orientiert r sich an einer anderen Größe, nämlich an Gerhard Schröder. 

Nun hat er also Silvio Berlusconi als "Clown" betitelt. Nein, sowas aber auch. Kaum gesagt, entrüsten sich CDU und FDP und spielen die Erzürnten. Nun ja, man muss P.S. ja nicht mögen und gut finden, aber irgendwie hat er recht. Berlusconi ist alles andere als seriös und wenn die Partei eines Komikers in Italien drittstärkste Kraft wird, dann muss der Mann, der mehr Stimmen erhalten hat, mindestens ein Hofnarr sein. 

Die Reaktion von Steinbrück ("Gesagt ist gesagt") erinnert mich stark an Schröder und sein "Basta!". Und dass der Peer sein Abendessen allein einnehmen musste, fand er bestimmt gut. Kost ja weniger...

Mittwoch, 13. Februar 2013

Es is Karneval

Nee, war dat schön. Unsere Politikerelite hat sich heute mal wieder (außerplanmäßig?) die ollen Kamellen um die Ohren gehauen. Als wenn es nicht reicht, wenn sich die gebildeten Herren im Bundestag, dem hohen Haus, schon verbal an die Gurgel gehen. Nein, heute wurden noch mal tief in die Kiste gegriffen, der Rundfunk holte am Morgen - quasi als "warm up"sogar den alten, verstaubten Franz Josef Strauß aus den Tiefen des Archivs.

Aber was der alte Bayer in bester Manier bot, können Seehofer, Steinbrück und - man mag es gar nicht glauben - auch Brüderle gar nicht liefern. Nahm man dem alten Strauß die Granteleien noch ab, klangen sie bei Seehofer vollkommen auswendig gelernt, Steinbrück kauft man sowieso nichts ab, was nicht mit Geld (auch im entferntesten) zu tun hat. Und der Brüderle? Der hat sein Pulver ja bereits vor einem Jahr schon in Richtung Stern verschossen (Stichwort Tanzkarte - was für ein Schenkelklopfer). nach den Anschuldigungen des Sternchens, hält sich der Herrenwitz eigenartigerweise sehr bedeckt.

Wer war noch im bierseeligen Niederbayern (nichts gegen das Bier) im Einsatz? Die Grünen. Trittin ist ja auch immer für ein markige Worte gut, doch vom Mittwoch ist nichts wirklich überlieferungswürdiges überliefert. Linken-Gysi musste diesmal aufgrund eines Skiunfalls passen und verfolgte den Blödsinn am Fernseher. Frau Kanzlerin trug ihre Mundwinkel auch in Demmin unten und blieb sachlich. Politik ist nämlich kein Späßchen.

Dienstag, 12. Februar 2013

Noch mehr Olympia-Kommerz

Da haben sich die greisen IOC-Gewaltigen wieder etwas großartiges einfallen lassen. Ringen, eine urolympische Sportart, soll aus dem Programm der Sommerspiele gestrichen werden. Stattdessen werden wohl "hippe" Trendsportarten oder Veranstaltungen, die von Coca Cola und Red Bull finanziert werden, in das olympische Programm aufgenommen. 

Für die Entscheidung wurden Fernsehquoten analysiert oder Zahlen der Mitgliederverbänder gegenübergestellt und verglichen. Und siehe da, ab 2016 soll der Golfsport in die olympische Familie aufgenommen werden. Oder auch Rugby. Und BMX nicht vergessen. Ohne den jeweiligen Sportlern (Golf=Sport?) nahetreten zu wollen: Was soll das?

Eines wird mit dieser Entscheidung wieder deutlich: Dem IOC geht es bei den Olympischen Spielen nicht mehr um den Sport, sondern jeden Cent, Penny oder jede Kopeke aus dem "Rummel" herauszupressen. Von der "olympischen Idee" oder gar "Idealen" wird nur noch gesprochen, wenn Dopingsünder disqualifiziert werden. 

Montag, 11. Februar 2013

Benedetto

Benedikt XVI. dankt aus Alters- und gesundheitlichen Gründen ab. Damit geht er einen Schritt, den vor ihm nur wenige Oberhäupter wählten. Sein Vorgänger Johannes Paul verfiel öffentlich und starb somit auch in der Öffentlichkeit.

Ratzinger kann nicht mehr. Körperlich und geistig ist das alles für den Papst offensichtlich zu viel. An seinem Rücktritt nun ein Umdenken in wichtigen Fragen und bei brisanten Themen festzumachen, halte ich für zu gewagt. Ratzinger bleibt ein deutscher Katholik, der sich hinter "Gott" versteckt, die (Schand-)Taten seiner Diener an Kindern und Schutzbefohlenen lange geleugnete hat bzw. diese totschweigen wollte. Wenn sich sein Gewissen meldet und er zur Einsicht gekommen ist, vielleicht ja doch in diesen Dingen versagt zu haben, sei ihm ein ruhiger Lebensabend gegönnt. Wenn nicht, tja dann muss der Herrgott walten.

Die katholische Kirche muss sich verändern, es ist mal wieder Zeit, für einen Neuanfang. Ob es aber wirklich geschieht, weiß nur der da oben. So wie die Kirche momentan ist, ist sie eigentlich unbrauchbar.

Sonntag, 10. Februar 2013

Pfandsachen

In der abgelaufenen Woche wurde wieder einmal das Thema "Dosenpfand" hochgeholt. Für Saft in Plasteflaschen muss man keinen Zwangspfand bezahlen, für Wasserflaschen dagegen schon. Warum das so ist, weiß wohl nur Herr Trittin, der vor über zehn Jahren maßgeblich an der Einführung des Irrsinns beteiligt war. Er war es dieser Tage auch, der - nachdem bekannt gemacht wurde, dass der Anteil an Mehrwegflaschen nicht die erhoffte Höhe erreicht hat - eine Nachbesserung forderte. 

Unsere schlafmützigen Politiker (oder ist es durch die Lobbyisten so gewollt?) schaffen stets Gesetzeskonstrukte, die noch Jahre später bearbeitet, novelliert oder nachgebessert werden. Was Rot/Grün schafft, wird von Schwarz/Gelb berichtigt - oder umgekehrt, wobei die Farbenwahl ebenfalls variieren kann. So kommen schnell mal 25 Milliarden Euro zusammen, die in diesem Land unnütz verballert werden.

Durch den geplanten Angleich der "Dosenpfand-Geschichte" kommen wieder einige Milliönchen auf den Handel zu, der wohl wieder auf die Verbraucher umgelegt wird. Danke schon mal dafür. Doch auch die Industrie und der Handel bekleckern sich in dieser Thematik nicht mit Ruhm, wenn ich an die stets defekten Annahmeautomaten denke. "Klingklangklong, bitte die Leergutannahme besetzen!".