Donnerstag, 24. Mai 2012

Geldverbrennen nach Facebook-Art

Die Entrüstung ist enorm. Facebook geht an die Börse... und stürzt ab. Ja, wer hätte das gedacht. Der User lebt - so wie ich - in einer Art Hass-Liebe zu diesem sozialen Netzwerk. Man braucht es eigentlich nicht, aber ohne gehts auch nicht. Schöner Scheiß...
Ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll oder ob ich meine vier Millionen Drachmen von meinem geheimen Bankkonto in der Schweiz holen und sichern soll. Die Millionen Aktien, die Mark Zuckerberg unter die kaufwütigen Anleger streuen ließ, sind in den vergangenen Tagen ordentlich den Bach runtergegangen. Freue ich mich diebisch darüber oder muss ich Angst vor einen neuen Wirtschaftskrise haben? Ich weiß es nicht.
Mein Verstand sagt mir: Recht so. Facebook handelt mit Informationen und Daten, bringt also nichts "Festes" auf den Markt. Der Hype um den blauen Datenriesen ist nur aufgesetzt. Quasi verdient Fb mit "Luft" Geld und diese Luft ist Menschen in der Wall Street eine Menge wert. Offensichtlich haben aber viele Zuckerbergs Baby überschätzt und haben kleinere Vermögen in den Sand gesetzt. 
Es ist schon überraschend - und das kann sogar ich erkennen - welche übertriebene Erwartungen und Hoffnungen an eine Aktie geknüpft werden. Oder ist es die Gier nach schnellem Reichtum?
Die Facebook-Aktie ist nach dem Start ordentlich abgestürzt, jetzt werden Schuldige gesucht. Jeder Mensch mit einem gesunden Menschenverstand würde sagen: "Leute, Aktienhandel ist mit Risiko behaftet". Aber wenn ein Analyst einer großen Bank dies tut, ruiniert er gleich mal das gesamte Konstrukt. Irgendetwas ist da faul. 
Und so wird es wohl weiterhin Luftblasen geben - im Internet und auch in der "richtigen" Wirtschaft. Ein paar Leute machen sich die Taschen voll, der überwiegende Rest aber geht leer aus, zahlt drauf und kotzt ab.
Das Bankengeschäft funktioniert heute, fast vier Jahre nach der Lehman-Pleite, immer noch unkontrolliert und entgegen aller Vernunft. Hallodris kommen problemlos an viel Geld, natürlich auf Leihbasis, will ein einfacher Verbraucher einen Kredit aufnehmen, steht er vor fast unüberwindbaren Hürden. Krank und Irrsinning. Aber wir müssen diesen Scheiß mitmachen. Genau wie bei Facebook.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Mutti ist bööööööse

Und wieder hat es einen Politiker erwischt. Norbert  Röttgen, ehemaliger Bundesumweltminister und noch ehemaliger Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ist weg. Mutti Angela Merkel hat kurz nach der verlorenen Wahl den Norbert gefeuert. Eiskalt.
Dabei geht es der Bundeskanzlerin einzig und allein darum, die eigene Macht zu festigen und die "Versager" in ihrem Umfeld zu entsorgen. Das Ende der Koalition ist nahe, nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr wird es "schwarz-gelb" nicht mehr geben. Die Sozis werden mit Hilfe der Grünen (hoffentlich erhält Renate Künast, die ich irgendwann noch einmal in diesem Blog "würdigen" werde, keinen Ministerposten) die Bundesregierung stellen. Dann wird es keine starke Frau Merkel mehr geben.
Für diesen Zeitpunkt sorgt "Angie" offensichtlich vor und schlägt wild und unkontrolliert um sich. Rösler ist  klein un doof, Westerwelle schon lange unwichtig und Röttgen nun erledigt - fast sieht es so aus, als ob Angela Merkel ganz allein - von den Hinterbänklern flankiert und allen guten Geistern verlassen - in die Opposition ziehen möchte.
Nun also Röttgen. Der Wahlkampf in NRW verlief alles andere als optimal, die Krönung war Röttgens - sicherlich auch etwas fehlinterpretierter Ausspruch, das "in einer Demokratie leider immer noch der Wähler entscheidet" - Dümmer geht es für einen Politiker nicht. Eine Wahl kann man verlieren, und darauf hat Frau Merkel nur gewartet. 
Die Art und Weise, wie die Pfarrerstochter regiert, zeigt ganz deutlich, dass es in Berlin gar nicht mehr um Inhalte, Politik und das Wohl des Volkes geht. Vielmehr sind Machtpositionen und Einflussnahme auf die vielen Strömungen, die sich ständig in eine andere Richtung bewegen, wichtig. Eigene und parteipolitische Interessen.
Merkel hat Röttgen abserviert, der wollte sich gegenüber Pressevertretern zu seiner Demission äußern. Zurückgepfiffen wurde der Abtrünnige, der fügte sich dummerweise auch noch. Angela Merkel hat wieder einmal die fiese Fratze der Politik aufgesetzt und dem Wähler eines vermittelt: Unaufrichtigkeit, Verlogenheit und Falschheit sorgen für den Machterhalt. Gute Nacht Deutschland. Gute Nacht Angela Merkel. Böse, böse...

Mittwoch, 16. Mai 2012

Fußball - Ein Spiel für Idioten

Das hat nichts mehr mit der oftmals beschworenen "Fan-Kultur" zu tun, das macht den Fußball kaputt. Oder noch mehr kaputt. Und macht so keinen Spaß mehr. Im zweiten Spiel der Bundesliga-Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC kam es zu Ausschreitungen. Wieder einmal. Dummerweise scheinen diesmal nicht unbedingt die gegnerischen Fans der ausschlaggebende Faktor zu sein. Wenn es richtig blöd kommt, haben die eigenen Fans Fortuna Düsseldorf den Aufstieg vermasselt.

Ein Problem dürfte auch  die Düsseldorfer Arena selbst sein. Hier ist lediglich der Gäste-Block eingezäunt, der Rest der Zuschauer hat freien Zugang zum Spielfeld - so er denn etwas Mut hat und die knapp zweieinhalb Meter tief springt. Da war solch ein Chaos doch vorprogrammiert.

Sollte Hertha BSC mit dem Einspruch durchkommen und ein etwaiges Wiederholungsspiel gewinnen, wären die Berliner schlagartig das unbeliebteste Team der Liga. Auf Jahre hinaus würde es eine hasserfüllte Feindschaft zwischen Hertha und Düsseldorf geben. Campino nennt das Berliner Verhalten "unanständig" und er hat Recht. Berlin hat eine grottige Saison gespielt und möchte nun, wegen zwei fehlender Minuten, noch einmal eine Chance bekommen. 

Die in 34 Bundesliga-Spieltagen und einem Relegationsspiel psychologisch total verunsicherten Herthaner, hatten offenbar in den Schlussminuten der Partie Angst um Leib und Leben und sind nur noch auf das Spielfeld zurückgekehrt, damit die Sache dort nicht eskaliert. Fußballer sind ja als große Schauspieler bekannt. Und Manager Michael Preetz, der die Hertha mit an den Abgrund brachte, ist der größte Märchenonkel. Dies alles ist derzeit wieder in Berlin erlebbar. Unsportlich. Berlin will das Chaos, an dem auch die eigenen Fans schuld sind (siehe das 2:1), für sich gnadenlos ausnutzen.

Natürlich und leider ist dies kein Einzelfall. Randale gab es auch eine Relegationsklasse tiefer, als Karlsruhe zu Hause gegen Regensburg abstieg. Oder auch bei der Meisterfeier von Borussia Dortmund. Immer wieder stehen die s.g. Fans im negativen Mittelpunkt. Diese Gruppierungen haben zu viel Macht und fügen dem Fußball einen enormen Schaden zu. Die Ultras, Suptras oder wie sie heißen, fordern "ihren" Fußball zurück, lehnen sich gegen die zunehmende Kommerzialisierung auf. Dabei wird gern vergessen, dass das "dicke" Geld erst dazu beiträgt, ansehnlichen Fußball zu sehen, hervorragende Fußball-Tempel zu besuchen und Klasse-Kicker zu jubeln zu können. Sie bestehen auf ihrer Fan-Kultur, sind nicht bereit, auf die Fußball-Verantwortlichen zuzugehen. 

Die Frage ist, warum solche "Brandnester" auch noch mit öffentlichen Mitteln gefördert oder wie im Falle des FC Hansa Rostock, auch noch vor der Insolvenz gerettet werden? Ich bin mir sicher, dass etliche Drittligisten auf einen finanziellen Ruin von Hansa gehofft haben. Dann wären ihnen die ungeliebten Hansa-Fans erspart geblieben. Schlimmer noch: Hätte die Rostocker Bürgerschaft Hansa die Hilfe verweigert, wäre das Rathaus wohl von Chaoten gestürmt und auseinander genommen worden. 

Man darf gespannt sein, wie der DFB mit dem Problem der Randale in den Stadien umgeht, wie Verbote aller Art, wirkungvoll umgesetzt werden.

Sonntag, 6. Mai 2012

Spannender Wahlabend

Nicht nur Schleswig-Holstein hat gewählt, auch in Frankreich und Griechenland wurden reichlich Kreuze gemacht. Während die Auswirkungen der Griechenland-Wahl wohl noch gar nicht richtig zu erahnen sind, weht jetzt wohl in Frankreich ein anderer Wind. Angela Merkel hat ihren kleinen französischen Freund verloren und wird sich mit dem "Roten" erst noch anfreunden müssen. Ob der allerdings mit den herunterhängenden Mundwinkel flirten möchte, wird sich zeigen. Aber die Nahles ist auch nicht besser - grrrrrrrr...
Richtig spannend ist es bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Die CDU feiert sich zwar als stärkste Partei und auch die FDP jubelt über ihre 8+x Prozent, doch verloren haben beide - die Macht. Es sollte mit dem Teufel zu gehen, wenn die CDU eine große Koalition hinbekommt. Spitzenkandidat Jost de Jager schaute in der Chefrunde ziemlich bedröppelt drein, als SPD-Albig klare Worte fand. 
Für die SPD, auch wenn Albig lange Zeit ein langes Gesicht zog, weil er die 40 nicht erreicht hat (Realitätsverlust?), ergeben sich jetzt viele schöne Möglichkeiten. Nur mit schwarz und gelb will er  nix am Hut haben. Mal sehen, wie lange sich Albig dieser eigentlich sehr stabilen Mehrheitsofferte entziehen kann. Sollte die SPD ihre Glaubwürdigkeit erhalten wollen, müsste es eine Koalition mit den Grünen und dem SSW geben.
Der Erfolg der FDP ist der Erfolg von Wolfgang Kubicki. Respekt vor dem "alten" Mann, der mit seiner One-Man-Show alles richtig gemacht hat. Darin wird sich der kleine Phillip schön sonnen können, aber schon am kommenden Sonntag wird man sehen, ob das FDP-Ergebnis nur ein "SH-Phänomen" ist. Die Piraten sind jetzt in der Pflicht, mit Themen zu glänzen und die Netzpolitik etwas außen vor zu lassen bzw. diese realistischer darzustellen und dem Bürger dies zu vermitteln.