Freitag, 26. Juli 2013

Hab was zu sagen und fasse Dich kurz

Jaja, in den vergangenen Wochen und Monaten hatte ich aufgrund von vielen Dingen keine Zeit, meinen Senf irgendwo dazuzugeben. Ich versuche es nun mal mit der kurzen Version und probiere es  unter


mal. Mal schauen, wie das Ganze so läuft.

Sonntag, 21. April 2013

Der saubere Herr Hoeneß

Das ist ja ein Ding! Der Präsident des FC Bayern München Uli Hoeneß hat sich selbst angezeigt, weil er ein geheimes Konto in der Schweiz besitzt. Steuerhinterziehung. Der Saubermann des deutschen Sports hat nun offensichtlich selber Dreck am Stecken. 

Hoeneß, der jahrelang den Moralapostel gespielt hat und stets offen und ehrlich Klartext geredet hat, der Christoph Daum und so manch anderen Kicker, Trainer oder Funktionär "rund gemacht" hat, dürfte nun selber Ziel derartiger Angriffe werden. 

Bei aller Sympathie für Hoeneß und seine Gradlinigkeit - jetzt werden alle die, auf die Hoeneß gefeuert hat, mit doppelter Ladung zurückballern. Aber: Selber schuld! Hoeneß zerstört mit seiner Gier zu persönlichem Reichtum zu kommen, sein Lebenswerk, dass er sich beim FC Bayern München aufgebaut hat. Und all die Neider und Kritiker werden mit dem Finger auf Hoeneß zeigen. 

Schade eigentlich, denn Uli Hoeneß tat dem deutschen Fußball gut. Als Präsident des deutschen Vorzeigeclubs ist er wohl nicht mehr tragfähig.

Mittwoch, 17. April 2013

Boston

Was da in der Nacht beim Boston-Marathon passiert ist, ist grausam. Noch gibt es nur wenige Erkenntnisse, warum im dortigen Zieleinlauf zwei Bomben explodiert sind und wer der oder die Täter sind. Es kann nur gemutmaßt werden, welchen Hintergrund das Attentat haben könnte. Egal ob kriminell oder terroristisch - krank ist so etwas allemal.

Aber natürlich sind die Gedanken sofort bei 9/11, auch wenn das Ausmaß offensichtlich deutlich geringer und die Folgen nicht so verheerend sind. Was dem Irrsinn aber keinen Abbruch tut. Schlimm ist es allemal, dass eine Laufveranstaltung dazu genutzt wird, Menschen Leid anzutun.

Aber, solange es keine Erkenntnisse gibt, wer für dieses Attentat und aus welchen Gründen verantwortlich ist, verbietet es sich, über etwaige Hintergründe zu spekulieren. Auch passen die Helden, die medial "aufbereitet" werden, nicht so recht ins Bild. Ich finde es sogar fragwürdig, wenn Marathonläufer kurz nach den Explosionen wieder aufstehen, weiterlaufen und den Lauf beenden. Das ist nachdenkenswert.

Dienstag, 16. April 2013

Der lächerliche Rechtsstaat

Der deutsche Rechtsstaat macht sich mal wieder lächerlich. Weil ein bockiger bayerischer Richter partout auf seiner Entscheidung beharrt, wird der NSU-Prozess nun verschoben. In Deutschland hat alles seine Ordnung. Wer zuerst einen Antrag stellt, bekommt auch zuerst einen positiven Bescheid. Wer später kommt - hat Pech. Punkt. Und da macht das Oberlandesgericht in München keine andere Gangart zu.

Kritik prasselte auf die Bayern seit Tagen ein, jetzt wurde ein Machtwort besprochen und das Vergabeverfahren für die Medienplätze im Gerichtssaal wiederholt. Deswegen muss der Prozess nun um einige Wochen verschoben werden.

Wie kurzsichtig ist das Gericht nur gewesen, bei dieser Brisanz nach Protokoll zu verfahren? Die Frage stellt sich auch, ob das "hohe" Gericht überhaupt diese Brisanz erkannt hat. Das Verfahren, sollte es Anfang Mai eröffnet werden, müsste mit einer Entschuldigung bei den Angehörigen der Opfer beginnen.

Ein Richter, der diese Wichtigkeit nicht erkennt und sich und seinen Berufsstand vor das Recht und den gesunden Menschenverstand stellt, gehört nicht in den Gerichtssaal.

Dienstag, 2. April 2013

Gudnaaaaaamnd

Die Mainzelmännchen werden heute 50 Jahre alt. Das ZDF, nur einen Tag älter, nähert sich damit so langsam dem Alter der derzeitigen Zielgruppe an. Dabei ist der Laden doch so "trendy".  Mit den Mainzelmännchen wurde bereits vor fuffzich Jahren die Zeit zwischen zwei Werbeschaltungen verkürzt und überbrückt. Vorallem wurden dadurch Kinder an den TV gebunden, die ja dankbare Abnehmer für Werbung sind.

Na, klingelt's? Genau.... Super RTL & Co haben das System übernommen und bringen heute ebenfalls Trickfilme zwischen den Werbeeinblendungen. Und da soll jemand noch sagen, das ZDF ist ein alter, lahmer Haufen der keine Innovationen hervorbringen kann. 

Sonntag, 24. März 2013

Verkaufsoffener Sonntag - und alle Doofies machen mit

Heute war schönstes Winterwetter in Hamburg. Sonne, klirrende Kälte und... tausende Menschen bevölkerten die Geschäfte. Selten habe ich sooooo viiiiiiele Menschen sich auf Ostern vorbereiten sehen. Irre und bekloppt. Als wenn es morgen nicht mehr geben würde... Und (fast) alle machten mit: Bäcker, Juwelier, Optiker, Küchenladen, Mobilfunkanbieter... Logisch, ich brauche ja am Sonntag unbedingt einen neuen Handyvertrag.

Offensichtlich sitzt die Kohle an einem verkaufsoffenen Sonntag richtig locker, gibt es Dinge, die es morgen nicht mehr geben wird. Für die Geschäftsleute war es mit Sicherheit ein einträgliches Geschäft. Der doofe Verbraucher hat mal wieder alles mit sich machen lassen.

Ich bin kein Freund der Kirche und irgendwie kirchlich angehaucht, Aber: Heute ist der Palmsonntag.  Der Sonntag ist der Beginn der Kar-Woche oder auch der "stillen Woche". Davon hat man wahrlich nichts gemerkt. Und man sieht wieder, dass Kirche und Geschäft zwei vollkommen verschiedene Dinge sind, die nicht zueinander passen. Kirchliche Gedanken und Aspekte haben in der heutigen Zeit nur wenig Platz. Die meisten Menschen verbinden mit Ostern, Pfingsten oder Weihnachten offensichtlich nur freie Tage, die man durch Brückentage möglichst optimal verlängern kann.

Freitag, 8. März 2013

Das Zet De Eff

Das Zweite Deutsche Fernsehen arbeitet weiter hart daran, ein verstaubter, knochentrockener Sender zu sein, der an den Bedürfnissen seiner Zuschauer konsequente vorbeisendet. Da haben die Fernsehmacher von gestern die Möglichkeit, auf dem digitalen Kanal zdf.kultur etwas Neues, etwas Anderes zu versenden - und dann machen die "Programmplaner" diesen Sender dicht. Nicht sofort. Erst werden noch die siebten und achten Wiederholungen vom Traumschiff dort laufen, ehe dem Kulturkanal der Hahn abgedreht wird.

Wer sich trotzdem auf einen der ZDF-Kanäle verirrt, kann auf zdf.neo (noch ganz passabel) oder zdf.info (gibt es sowas nicht auch von der ARD oder als Phoenix, ntv, euronews oder N24?) zu zappen. Oder er geht direkt zum ZDF und langweilt sich dort.

Statt eine Programmreform anzuschieben und Kosten zu sparen (zum Beispiel beim Infokanal, der beileibe kein Alleinstellungsmerkmal besitzt), wird der Zuschauer mit "Wetten, dass...?" gelangweilt. Marcus Lanz (als wievielte Wahl eigentlich?) ist so öde, da kratzt sich nicht mal Birgit Schrowange am Po. Hier, beim ehemaligen Flaggschiff des deutschen Fernsehens, werden Gäste und Zuschauer verkohlt.

Auch die Champions League ist ein Witz. Weil das Abo-Fernsehen geschützt wird, bekommt das ZDF als frei empfangbarer Sender nur B-Ware angeboten. Statt Dortmund gegen Donezk gab es aufgrund der irren Verträge mit der UEFA Paris gegen... wen nochmal? Man sendet Fußball, um Fußball zu senden - der Zuschauer schaut in die Röhre. 

Wer will das sehen? Wo ist die Konsequenz, mit der mangelndes Interesse vor einigen Jahren die Tour de France aus dem Programm gekippt wurde? Warum erfahre ich nichts mehr über einen Fußball-Wettskandal, der vor kurzer Zeit die Medien beschäftigte? Warum lässt sich das ZDF in Sachen Champions League dermaßen gängeln und zahlt dafür noch unsere Gebührengelder?

Liegt der öffentlich-rechtliche Auftrag nicht darin, NICHT nur Fußball zu zeigen? So lange das öffentlich-rechtliche Fernsehen quasi ein Selbstbedienungsladen ist, krankt der Patient weiter. In der freien Wirtschaft wäre der Laden längst Pleite und die Macher entlassen.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Peer sprichts aus

Peer Steinbrück hat sich einiges von Bayern-Manager Uli Hoeneß abgeschaut. Der Kanzlerkandidat hat sich selbst zur Abteilung Attacke erkoren und möchte damit mehr Fettnäpfchen mitnehmen als auslassen. Das allerdings unterscheidet ihn dann von Uli H. 

Der Mann, der gerne mal einen ordentlichen Schlag an Vortragshonoraren nimmt, spricht sich für eine Einschränkung der Banken aus, findet, dass das Gehalt eines Kanzlers zu niedrig angesetzt ist und ließ einen Blog betreiben, der etwas Geld einsammelte. Kurz: Ein echtes Finanzgenie. Auch sonst ist Peer Steinreichbrück (Zitat Sarah Wagenknecht) immer für einen Spruch gut. Auch hier orientiert r sich an einer anderen Größe, nämlich an Gerhard Schröder. 

Nun hat er also Silvio Berlusconi als "Clown" betitelt. Nein, sowas aber auch. Kaum gesagt, entrüsten sich CDU und FDP und spielen die Erzürnten. Nun ja, man muss P.S. ja nicht mögen und gut finden, aber irgendwie hat er recht. Berlusconi ist alles andere als seriös und wenn die Partei eines Komikers in Italien drittstärkste Kraft wird, dann muss der Mann, der mehr Stimmen erhalten hat, mindestens ein Hofnarr sein. 

Die Reaktion von Steinbrück ("Gesagt ist gesagt") erinnert mich stark an Schröder und sein "Basta!". Und dass der Peer sein Abendessen allein einnehmen musste, fand er bestimmt gut. Kost ja weniger...

Mittwoch, 13. Februar 2013

Es is Karneval

Nee, war dat schön. Unsere Politikerelite hat sich heute mal wieder (außerplanmäßig?) die ollen Kamellen um die Ohren gehauen. Als wenn es nicht reicht, wenn sich die gebildeten Herren im Bundestag, dem hohen Haus, schon verbal an die Gurgel gehen. Nein, heute wurden noch mal tief in die Kiste gegriffen, der Rundfunk holte am Morgen - quasi als "warm up"sogar den alten, verstaubten Franz Josef Strauß aus den Tiefen des Archivs.

Aber was der alte Bayer in bester Manier bot, können Seehofer, Steinbrück und - man mag es gar nicht glauben - auch Brüderle gar nicht liefern. Nahm man dem alten Strauß die Granteleien noch ab, klangen sie bei Seehofer vollkommen auswendig gelernt, Steinbrück kauft man sowieso nichts ab, was nicht mit Geld (auch im entferntesten) zu tun hat. Und der Brüderle? Der hat sein Pulver ja bereits vor einem Jahr schon in Richtung Stern verschossen (Stichwort Tanzkarte - was für ein Schenkelklopfer). nach den Anschuldigungen des Sternchens, hält sich der Herrenwitz eigenartigerweise sehr bedeckt.

Wer war noch im bierseeligen Niederbayern (nichts gegen das Bier) im Einsatz? Die Grünen. Trittin ist ja auch immer für ein markige Worte gut, doch vom Mittwoch ist nichts wirklich überlieferungswürdiges überliefert. Linken-Gysi musste diesmal aufgrund eines Skiunfalls passen und verfolgte den Blödsinn am Fernseher. Frau Kanzlerin trug ihre Mundwinkel auch in Demmin unten und blieb sachlich. Politik ist nämlich kein Späßchen.

Dienstag, 12. Februar 2013

Noch mehr Olympia-Kommerz

Da haben sich die greisen IOC-Gewaltigen wieder etwas großartiges einfallen lassen. Ringen, eine urolympische Sportart, soll aus dem Programm der Sommerspiele gestrichen werden. Stattdessen werden wohl "hippe" Trendsportarten oder Veranstaltungen, die von Coca Cola und Red Bull finanziert werden, in das olympische Programm aufgenommen. 

Für die Entscheidung wurden Fernsehquoten analysiert oder Zahlen der Mitgliederverbänder gegenübergestellt und verglichen. Und siehe da, ab 2016 soll der Golfsport in die olympische Familie aufgenommen werden. Oder auch Rugby. Und BMX nicht vergessen. Ohne den jeweiligen Sportlern (Golf=Sport?) nahetreten zu wollen: Was soll das?

Eines wird mit dieser Entscheidung wieder deutlich: Dem IOC geht es bei den Olympischen Spielen nicht mehr um den Sport, sondern jeden Cent, Penny oder jede Kopeke aus dem "Rummel" herauszupressen. Von der "olympischen Idee" oder gar "Idealen" wird nur noch gesprochen, wenn Dopingsünder disqualifiziert werden. 

Montag, 11. Februar 2013

Benedetto

Benedikt XVI. dankt aus Alters- und gesundheitlichen Gründen ab. Damit geht er einen Schritt, den vor ihm nur wenige Oberhäupter wählten. Sein Vorgänger Johannes Paul verfiel öffentlich und starb somit auch in der Öffentlichkeit.

Ratzinger kann nicht mehr. Körperlich und geistig ist das alles für den Papst offensichtlich zu viel. An seinem Rücktritt nun ein Umdenken in wichtigen Fragen und bei brisanten Themen festzumachen, halte ich für zu gewagt. Ratzinger bleibt ein deutscher Katholik, der sich hinter "Gott" versteckt, die (Schand-)Taten seiner Diener an Kindern und Schutzbefohlenen lange geleugnete hat bzw. diese totschweigen wollte. Wenn sich sein Gewissen meldet und er zur Einsicht gekommen ist, vielleicht ja doch in diesen Dingen versagt zu haben, sei ihm ein ruhiger Lebensabend gegönnt. Wenn nicht, tja dann muss der Herrgott walten.

Die katholische Kirche muss sich verändern, es ist mal wieder Zeit, für einen Neuanfang. Ob es aber wirklich geschieht, weiß nur der da oben. So wie die Kirche momentan ist, ist sie eigentlich unbrauchbar.

Sonntag, 10. Februar 2013

Pfandsachen

In der abgelaufenen Woche wurde wieder einmal das Thema "Dosenpfand" hochgeholt. Für Saft in Plasteflaschen muss man keinen Zwangspfand bezahlen, für Wasserflaschen dagegen schon. Warum das so ist, weiß wohl nur Herr Trittin, der vor über zehn Jahren maßgeblich an der Einführung des Irrsinns beteiligt war. Er war es dieser Tage auch, der - nachdem bekannt gemacht wurde, dass der Anteil an Mehrwegflaschen nicht die erhoffte Höhe erreicht hat - eine Nachbesserung forderte. 

Unsere schlafmützigen Politiker (oder ist es durch die Lobbyisten so gewollt?) schaffen stets Gesetzeskonstrukte, die noch Jahre später bearbeitet, novelliert oder nachgebessert werden. Was Rot/Grün schafft, wird von Schwarz/Gelb berichtigt - oder umgekehrt, wobei die Farbenwahl ebenfalls variieren kann. So kommen schnell mal 25 Milliarden Euro zusammen, die in diesem Land unnütz verballert werden.

Durch den geplanten Angleich der "Dosenpfand-Geschichte" kommen wieder einige Milliönchen auf den Handel zu, der wohl wieder auf die Verbraucher umgelegt wird. Danke schon mal dafür. Doch auch die Industrie und der Handel bekleckern sich in dieser Thematik nicht mit Ruhm, wenn ich an die stets defekten Annahmeautomaten denke. "Klingklangklong, bitte die Leergutannahme besetzen!".

Montag, 28. Januar 2013

Liberale potente Männer

Nun hat die FDP ein Sex-Problem. Und außerdem fühlen sich die Liberalen verfolgt. Klar, nachdem sie bei der Landtagswahl in Niedersachsen durch Sachthemen überzeugten und somit sensationelle zehn Prozent der Wählerstimmen einkassierten, fühlen sich Brüderle, Rösler & Co. im Aufwind. Da kommt die "Herrenwitz"-Geschichte nicht wirklich gelegen. Wolfgang Kubicki hat sogar erkannt, dass ein "Hoffnungsträger der Partei mutwillig beschädigt" werden soll. Ach so...

Eigentlich dürfte es der FDP egal sein, dass "Hoffnungsträger" Brüderle (immerhin schon 67 Jahre alt) von einer Stern-Reporterin beschuldigt wird, diese an einer Bar - sagen wir mal - angemacht und damit eine Sexismus-Debatte entfacht zu haben. Egal deswegen, weil keine Frau (und eigentlich auch kein Mann) mit gesundem Menschenverstand die Liberalen wählen würde. Insofern ist es wurscht, ob die FDP nun in ein schlechtes Licht gerückt wird. Dafür sorgt die Partei mit ihren Personaldebatten und Pseudovorschlägen zur Steuerentlastung der Bürger schon selber.

Allerdings - und das muss auch einmal festgestellt werden - ist die Arbeit des Stern-"chens" und seines Chefredakteurs auch nicht gerade das, was man investigativ nennt. Dieser "Skandal" liegt bereits ein Jahr zurück und hätte demnach schon viel früher öffentlich gemacht werden können. Es ist davon auszugehen, dass die Liberalen dann richtig Probleme bekommen hätten, Wählerstimmen einzusammeln. Warum die Zeitschrift jetzt damit um die Ecke kam, erschließt sich mir nicht. Vielleicht ist ja an der Vermutung von Wolfgang Kubicki etwas dran.

Samstag, 26. Januar 2013

Die Russen und die Homos

Haben die Russen dann gar nichts gelernt? Putin und seine Clique aus der Duma verfolgen aktuell Schule und Lesben, weil diese die Kinder im großen Reich verderben könnten. Im Parlament wurde in erster Lesung ein Gesetz für gut befunden, dass das öffentliche Küssen von Homosexuellen unter Strafe stellt und "Schwulenpropaganda" verbietet.
Offensichtlich sitzt eine vollkommen neue Generation in der Duma, eine die aus der Geschichte nichts gelernt hat und die sich offensichtlich total überschätzt. Soetwas gab es schon mal in Europa. In der Mitte des 20. Jahrhunderts machte sich ein Österreicher auf, sich und das suabere, arische, deutsche Volk über alles zu heben. Das Ergebniss kennen wir: Millionen Tote, millionenfaches Elend  - auch in Russland. Juden, Polen, Russen wurden aufgrund ihrer Herkunft umgebracht. Minderheiten hatten kein lebenswertes Leben.
Und nun die Russen bzw. deren Volksvertreter und die Regierung. Dass die Menschenrechte dort niemanden interessieren, ist durch zahlreiche Fälle (Pussy Riot, Michail Chodorkowski) dokumentiert. Da aber Russland, genau wie China, ein großer und wichtiger Markt für die europäische Wirtschaft ist, halten Merkel, Schröder & Co. ihr Klappe und dulden das, was dort vor sich geht. Freiheit hat doch immer noch etwas mit Wirtschaftskraft zu tun. Und muss bezahlbar bleiben.

Montag, 21. Januar 2013

Armstrong

Nun hat er also das gebeichtet, was viele bereits vermutet haben. Lance Armstrong hat zugegeben, leistungssteigernde Mittel - schon vor seinen sieben Tour de France-Titeln - genommen zu haben. Das Wasser steht ihm bis zum Hals, er kommt in einem (sicherlich lukrativen) Gespräch mit US-Talk-Queen Oprah Winfrey mit seiner Sicht der Dinge daher. 

Von Armstrong bleibt der Eindruck, dass er ein arroganter und überheblicher Kerl ist. Er habe gedopt, weil er dies als "Chancengleichheit" betrachtete. Er habe seine Macht im Radsport angeblich nicht ausgenutzt, um Mannschaftskollegen unter Druck zu setzen. Nun ja, es gibt genug andere ehemalige Radsportkollegen, die das Gegenteil behaupten. 

Noch vor wenigen Wochen posierte Armstrong zu Hause vor den sieben gelben Trikots, mit denen er die Tour sieben mal gewann. Wer solche Fotos, kurz vor dem großen Knall veröffentlicht, dem fehlen ein paar Windungen. Natürlich war das "falsch". Und natürlich durfte bei Oprah auch ein großer emotionaler Moment nicht fehlen, Tränen gehören dazu - auch wenn es nur ganz kleine Tröpfchen sind, die man auch nur in HD-Auflösung sehen kann. Fehlte noch der Griff zum Taschentuch. Sicherlich ist es für Armstrong schwer gewesen, über seinen Sohn und das Thema "Papa hat jahrelang die Sportwelt beschissen" zu reden. Aber es ist leider so, dass bei Oprah-Auftritten immer etwas dicker aufgetragen wird.  

Armstrong gehört bis an sein Lebensende gesperrt. Da nutzt auch sein theatralisches Geschwafel von der "sportlichen Todesstrafe" nichts. Kein Mensch will den Typen mehr im Sporttrikot und auf dem Fahrrad sehen. Armstrong nutzte das Interview, um sich einmal mehr in den Vordergrund zu stellen und vorallem wohl deshalb, damit er in den "Genuss" einer Begnadigung kommt.

Sonntag, 20. Januar 2013

Was für Menschen tun das? - Update

Oh ha, die FDP ist bei der Landtagswahl in Niedersachsen auf um die zehn Prozent gekommen. Was dazu führt, dass alle vier, im Landtag vertretenen Parteien, erstmal feiern. Aber wer ist nur so kurzsichtig und wählt die FDP? 

Nun ist man ja aus Niedersachsen einiges gewöhnt. Hier ist einem die Hemd näher als die Hose, sucht man sich seine Freunde akribisch nach Scheckbuch und Promistatus aus. Wulff, Schröder, Maschmeyer... eben alles ein Volk. Und so ist auch nicht verwunderlich, dass die CDU die eigene Schwäche als Wahlerfolg verkauft. Weil die Schwarzen selber nichts draufhaben, wurde die FDP, die eigentlich am Boden liegt und zu Staub verfällt, stark geredet. Und die Wähler haben diesen Quatsch geglaubt.Wer, bitte, macht denn sowas?

Und nu? Weil schwarz-gelb genauso wenig funktionieren könnte wie rot-grün, wird jetzt schon wieder von "großer Koalition" geschwafelt. Irgendwie muss die Macht doch zu halten bzw. zu bekommen sein. Wenn das geschieht, höre ich den Trittin schimpfen, die Künast keifen und den Kubicki sehe ich doch noch an Röslers Stuhl sägen.

...der Tag nach der Wahl:

Es war eine irre Nacht. Nicht nur wahltechnisch. Schließlich zogen die 49ers in der Nacht zum sechsten Mal in den Superbowl ein. Während die Niners den Triumph  klarmachten, wurde in Hannover das vorläufige Wahlergebnis bekanntgegeben. Rot/Grün hat demnach einen Sitz mehr im Landtag als die bisherige Regierung, was einen Wechsel bedeutet.

Verlierer ist also die CDU, die sich am Wahlabend noch feiern ließ. Bei der FDP aber ging es am Tag danach gleich wieder hoch her. Rösler, zuvor untr Beschuss, trat die Flucht nach vorn an und schob - als Sieger - schnell die Personaldebatte an, die eigentlich nach seinem Scheitern gedacht war. Die Bundes-FDP wird mit Brüderle und dem nuschelnden Schnellsprecher Rösler in den Bundestagswahlkampf gehen und ist nach den fast zehn Prozent der Niedersachsen-Wahl wieder optimistisch.

Allerdings vergessen die Gelb-blauen, dass diese zehn Prozent dem Versagen der CDU und ihrer "Leihstimmenkampagne" zuzuschreibnen sind. Wenn die CDU nicht solche Angst um den Koaltionspartner gehabt und sich selber stark präsentiert hätte, wäre von der FDP nix mehr übrig geblieben. Aber das kann ja dann im Herbst passieren.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Fern ab der Realität

Jetzt wird das Dilemma um den Haupstadtflughafen richtig lustig. Der scheidende AUFSICHTSRAT-Vorsitzende Wowi und sein Nachfolger Platzeck hatten am gestrigen Tage wichtigeres zu tun, als sich um das Milliardenloch, welches sich südlich von Berlin auftut, zu kümmern. Klar, was in zwei Jahren noch nicht funktioniert, kann auch schon mal ein paar Tage länger warten. Berlin (Arm aber sexy - wir erinnern uns) hat es ja. Wowi und Platzeck sind übrigens Sozis, also SPDler. 

Während der Verkehrsminister eine Stunde im Haushaltsausschuss auf die beiden FÜHRUNGSKRÄFTE wartet (die eben nicht kommen, es gibt sicherlich wichtigere Termine), kommt das Feuer von einer anderen Seite. Sigmar Gabriel, Parteifreund der beiden Kollegen, schießt ganz scharf gegen Ramsauer. Dieser hätte schon länger davon gewusst, dass der nächste Eröffnungstermin nicht zu halten ist. Gabriel lässt allen Ernstes verbreiten, dass "dieser CSU-Bundesverkehrsminister hat eine Menge zu erklären". 

Ja klar, so stellt sich der geneigte Wähler das vor. Die SPD versagt vollkommen in der Aufsichtsratsrolle beim Flughafen, der zu kurze Rolltreppen (wie geht das, wie sieht das aus?) oder nichtisolierte Heizungrohre besitzt. Und erklären soll sich ein Verkehrsminister, der einen Verschiebungstermin (von möglicherweise noch vielen folgenden) angeblich verheimlicht hat. 

Herr Gabriel, wo liegt der Fehler?

Mittwoch, 2. Januar 2013

+/-

Auch im vergangenen Jahr: Was war gut, was war schlecht. Eine ganz, ganz persönliche und mit Sicherheit auch unvollständige Auswahl.

+ (plus, gut, gefällt mir)

* Matti Klaus Engel - einfach bezaubernd, dieser kleine Kerl

* endlich in Hamburg angekommen - schnell mal Nägel mit Köpfen gemacht

* die LA Kings holen den Stanley-Cup - die langen, schlaflosen Nächte haben sich ausgezahlt

* "Tage wie diese" und die Rolling Stones - richtig gute Musik ist zeitlos

* Robert Harting - mündiger, mutiger und erfolgreicher Sportler. Er hat dem DOSB klar gemacht, dass die Sportler das wichtigste Gut des deutschen Sport sind, nicht die Funktionäre mit ihrer irren Planungswirtschaft.

* Noch ein magischer Sport-Moment: Der Olympiasieg der Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann. Großartige Typen.

* Pussy Riot - der Anti-Putin-Protest der Band zeigt deutlich, was Putin von Demokratie hält. Hut ab vor den Mädels und so viel Courage.


- (minus, doof, gefällt mir nicht)

* Die absolute Nummer 1: Christian Wulff  - peinlicher kann man sich als oberster Repräsentant des Staates nicht verhalte. Gleiches gilt im Übrigen für seine Frau, die - um ihr Buch zu promoten - jedem, der es hören wollte oder nicht, sagte, dass sie niemals im Rotlichtmilieu gearbeitet habe.

* Piratenpartei - mutiert nach anfänglichen Erfolgen zur Lachnummer, ähnlich sieht es bei der FDP aus. Peer Steinbrück fällt vornehmlich durch "Kasse machen bei Vorträgen" auf und fühlt sich als künftiger Bundeskanzler (Wahrnehmungsstörungen?) schon mal unterbezahlt. Die Grünen  entgehen bei ihrer Ur-Wahl knapp einer Katastrophe und schießen glücklicherweise Renate Künast ab. Und nein, ich bin auch kein Freund der CDU und der Linken.

* Opel fällt auseinander: GM hat sich durch Staats- und EU-Hilfen gesund saniert, nun wird der  wichtige Standort Bochum in ein paar Jahren dicht gemacht. Fein gemacht ihr Politiker! Gleiches gilt im Übrigen auch für Schlecker & Co., Banken retten ist offensichtlich wichtiger.

* Deutschland und der NSU: Blinder kann kein System auf dem rechten Auge sein. Der Verfassungsschutz stinkt, die Arbeit schützt weder Verfassung noch die Bürger des Landes.

* Der Euro... wird uns auch in den kommenden zwölf Monaten Jahren beschäftigen. Griechenland, Spanien und wie die Pleitestaaten alle heißen, schlüpfen unter den Rettungsschirm. Dennoch wird versäumt, sich bzw. die Weltwirtschaft vor den Banken und ihren riskanten Geschäften zu schützen. Doch Europa kann das nicht allein bewerkstelligen, die Amis sollten ebenfalls eingreifen.

* Borussia Dortmund wurde wieder Deutscher Fußball-Meister - 2013 wohl nicht mehr, dafür stark in Europa.

* Noch mal Fußball, Stichwort 12:12: Die Fans fürchten durch das neue Sicherheitskonzept um die Stimmung im Stadion und die Fankultur. Wenn allerdings die Sicherheit der Stadionbesucher gefährdet ist, nichts Konstruktives von der s.g. Fanszene eingebracht wird und kurz nach 12:12 Bengalos abgefackelt werden, müssen sich die Ultras, Supporter und alle anderen Fangruppen mit den Vorgaben der DFL und deren Umsetzung anfreunden. Wie wäre es mit einem Selbstreinigungsprozeß?

* In Ägypten wird die Chance vertan, eine Demokratie aufzubauen. Ein neuer Präsident wurde gewählt, doch er hat sich das alte Machtgebahren erhalten und macht da weiter, woran sein Vorgänger scheiterte.

* Stuttgart 21 - aber es geht noch tiefer und teurer. Die Elbphilharmonie in Hamburg und der neue Flughafen in Berlin, selten haben die Planer und Verantwortlichen so viele Fehler gemacht und so viel Steuergelder rausgeworfen. Und alle dürfen so weiter machen, als wäre nichts geschehen und noch mehr Kohle da.

* Die Macht von Facebook - wer traut sich sein Konto zu löschen? Ähm, ich meinte, zu deaktivieren?

* Lance Armstrong - nach diesem Typen kann es mit dem Profi-Radsport nur noch aufwärts gehen.

* Video Games von Lana del Ray - einfach nur ätzendes Gejaule.