Montag, 21. Januar 2013

Armstrong

Nun hat er also das gebeichtet, was viele bereits vermutet haben. Lance Armstrong hat zugegeben, leistungssteigernde Mittel - schon vor seinen sieben Tour de France-Titeln - genommen zu haben. Das Wasser steht ihm bis zum Hals, er kommt in einem (sicherlich lukrativen) Gespräch mit US-Talk-Queen Oprah Winfrey mit seiner Sicht der Dinge daher. 

Von Armstrong bleibt der Eindruck, dass er ein arroganter und überheblicher Kerl ist. Er habe gedopt, weil er dies als "Chancengleichheit" betrachtete. Er habe seine Macht im Radsport angeblich nicht ausgenutzt, um Mannschaftskollegen unter Druck zu setzen. Nun ja, es gibt genug andere ehemalige Radsportkollegen, die das Gegenteil behaupten. 

Noch vor wenigen Wochen posierte Armstrong zu Hause vor den sieben gelben Trikots, mit denen er die Tour sieben mal gewann. Wer solche Fotos, kurz vor dem großen Knall veröffentlicht, dem fehlen ein paar Windungen. Natürlich war das "falsch". Und natürlich durfte bei Oprah auch ein großer emotionaler Moment nicht fehlen, Tränen gehören dazu - auch wenn es nur ganz kleine Tröpfchen sind, die man auch nur in HD-Auflösung sehen kann. Fehlte noch der Griff zum Taschentuch. Sicherlich ist es für Armstrong schwer gewesen, über seinen Sohn und das Thema "Papa hat jahrelang die Sportwelt beschissen" zu reden. Aber es ist leider so, dass bei Oprah-Auftritten immer etwas dicker aufgetragen wird.  

Armstrong gehört bis an sein Lebensende gesperrt. Da nutzt auch sein theatralisches Geschwafel von der "sportlichen Todesstrafe" nichts. Kein Mensch will den Typen mehr im Sporttrikot und auf dem Fahrrad sehen. Armstrong nutzte das Interview, um sich einmal mehr in den Vordergrund zu stellen und vorallem wohl deshalb, damit er in den "Genuss" einer Begnadigung kommt.