Dienstag, 29. März 2011

Brüderle und Kretschmann

Das waren schon ein paar turbulente Tage in der Politik. Vor den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sorgte der schnatternde Herr Brüderle (genau der, der den Wein zu Harald Schmidt trug) mit der so landläufig typischen Politiker-Ehrlichkeit rund um Wahlversprechen und Atomkraft für jede Menge Gesprächsstoff. Und dann fahren die Grünen sowas von dermaßen auf der Atomkraftdiskussion ab, dass einem schwindlig wird. 

Der geschwätzige Brüderle hatte bei einem Wirtschaftstreffen ausgeplaudert, das Atomkraft-Moratorium sei nur wahlkampf-taktisches Geplänkel. "Blödsinn" sagt der Wein-Bruder, "ein Protokollfehler" schoben die Verantwortlichen hinterher. Eigentlich hat Brüderle wirklich nur die Wahrheit gesagt, aber das ist grundlegend bekannt. Politiker lügen meist, reden vor den Wahlen dem Wähler nach dem Mund, um danach alles zu vergessen, was versprochen wurde. Nun hat mal einer das gesagt, was schon jeder wusste. Dafür kriegt der arme Minister auch noch richtig Haue und wird zu großen Teilen als Mitverantwortlicher für die Schlappe ausgemacht. Denn die Wähler straften die Liberalen dafür in beiden Ländern ab. Raus aus dem Landtag. Die Liberalen sind ein Auslaufmodell und keine wirkliche Alternative für den deutschen Bürger. 
Der bekommt wohl nun auch noch den ersten grünen Ministerpräsidenten. Was haben die Roth, Özdemir und Trittin um die Wette gegrinst. Winfried Kretschmann hat versprochen, die Politik zuerst für den Bürger, dann irgendwann mal für die Partei und ganz zum Schluss für sich selbst zu machen. Was wohl  nichts anderes zu bedeuten hat, dass die Politik wohl schon lange nicht mehr gemacht wird, um den Menschen zu helfen, sondern dazu missbraucht wird, um die eigenen Taschen zu füllen, sich Jobs für die Zeit nach der politischen Karriere zu sichern (Gerhard Schröder, Roland Koch) und allerlei sozialen Unfug anzustellen, für den niemand dieser Typen zur Rechenschaft gezogen wird. 

Und nun kommt Herr Kretschmann und will alles anders machen. Ich bin schon auf die Ausreden gespannt, wenn es nicht so läuft. Dann kann er ja mal mit dem Kollegen Brüderle ein Weinchen trinken gehen... Wird schon schmecken - mit Blick aufs Konto.