Das Theater um den "Biosprit" (interessant was fünf Prozent Ethanol alles so ausmachen) nimmt immer groteskere Formen an. Eine kurze Zusammenfassung fällt schwer, weil man sich immer wieder vor Lachen ausschütten muss. Oder übergeben. Denn witzig ist das Ganze eigentlich nicht. E10 soll die Umwelt (besser) schützen. So sehen es die EUrokraten und beschlossen die Einführung des Kraftstoffs. Und wenn die Mineralölkonzerne nicht soundso viel Prozent von dem Gemisch absetzen, zahlen sie Strafe. Klar doch. Wie die Öl-Multis mit irgendwelchen Anhebungen umgehen, wissen wir doch längst. Der Mehrbetrag wird an die Verbraucher weitergegeben. Sonst können die Konzerne gar nicht überleben. Es steht schließlich an nahezu jeder Zapfsäule von Esso (glaube ich). "Der Staat kassiert von einem Euro Spritgeld, 1,4 Millionen Prozent." oder so ähnlich. Soll heißen: Shell, Aral & Co. kassieren gar nicht so viel. Der Staat nimmt es von den Lebendigen. Die Konzerne kommen gerade so über die Runden. Richtig bitter.
Und nun E10, ein Desaster. Schon vor Wochen wurden die Preise für Super deutlich angehoben, Kritiker warnten, damit soll E10 künstlich günstig gemacht werden, um die Käufer an die "grüne Säule" zu locken. Blöd nur, wenn niemand den Mist haben will. Funktioniert der Markt, müssten die Preise für den Sprit jetzt fallen. Was nicht angenommen wird, wird entweder vom Markt genommen oder günstiger gemacht. Wenn also der Liter E10 demnächst für unter einen Euro zu haben ist, sollte auch das Super nur vier bis sechs Cent pro Liter günstiger sein. Oder etwa nicht? Ich witter da eine große Verschwörung und ein riesengroßes Ding...
Versagt haben nicht nur die Ölkonzerne, weil sie es versäumt haben, den Verbraucher umfassend zu informieren, wie das mit E10 läuft, sondern - einmal mehr - die Politik. Ob Brüssel oder Berlin, alle Diätenabgreifer haben die Bürger allein gelassen. Die Politik (der Begriff sollte allgemein gehalten werden) ist gegenüber der Wirtschaft (das ist ebenso gewollt) machtlos, zahnlos und kann sich nur mit markigen Sprüchen produzieren, Was fehlt sind Gesetzesänderungen die greifen, die der Wirtschaft wehtun und den verbraucher schützen. So lange letztendlich der Bürger für Fehler zahlen muss, läuft was schief, haben die Volksvertreter diese Bezeichnung nicht verdient. Die demokratisch gewählten Abgeordneten haben wieder einmal vollkommen versagt. Bitte so weitermachen.