Das Jahr 2011 ist zu Ende, was war gut, was war schlecht?
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* der arabische Frühling und seine Auswirkungen - weil sich ein Gemüsehändler in Tunesien aufgrund von Repressalien des Staates und seiner Werkzeuge Ende Dezember 2010 selbstverbrannte und im Januar an den Verletzungen verstarb, kam es in Tunesien zu politischen Unruhen, die allmählich auf viele Länder des arabischen Raumes übergriffen. Gerade in dieser Region, in der ein besonders tiefer Glaube und besonderer religiöser Gedanke herrscht, sind diese Umwälzungen den Menschen nicht hoch genug anzurechnen
* frischer politischer Wind in Deutschland - die Piratenpartie bringt den etablierten Parteien das Fürchten bei. Auch wenn die Halbwertszeit der "neuen" Partei noch nicht erforscht ist, könnten die Piraten zu den Grünen des 21. Jahrhunderts werden. Hierfür ist allerdings noch mehr Tiefgang und Engagement bei politischen Themen und weniger Netz-Affinität erforderlich
* Dirk Nowitzki - hat endlich die NBA-Meisterschaft gewonnen und ist dabei so natürlich geblieben, wie der Junge nur sein kann. Toller Sportler, toller Mensch
* New York City - was für ein Erlebnis...Laut und lauter, hell und greller, groß und größer, schrill und schriller, total überwältigend - aber (oder vielleicht genau deswegen) trotzdem toll, aufregend, klasse, großartig und traumhaft! Da will ich wieder hin!
* Comebacks - großartiges Unplugged-Album von Udo Lindenberg und ein starkes Stück von den Red Hot Chili Peppers, richtig gute Musik; San Francisco49ers - es macht wieder Spaß, meinem Football-Team zuzuschauen; Andreas Bentenrieder - an der Bande zurück nach langer Krankheit
* meine berufliche Veränderung hat sich gelohnt, der Schritt war richtig, es macht Spaß. Widerstände sind da, um sie aufzubrechen, aber auch, um sich gegebenenfalls mit ihnen zu arrangieren. Aber alles sollte nur eine Zwischenstation sein
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* Politiker taugen offenbar nix - zu Guttenberg, Wulff & Co. denken zuallererst NICHT an den Auftrag der Wähler, sondern an die eigenen Belange, das Vertrauen in die Politik schwindet weiter. Gefälschte Doktorarbeiten, unvollständige Auskünfte und lausige Erklärungsversuche ( bei denen jeder normaldenkende Mensch mit dem Kopf schüttelt). Die politische Streitkultur in den Parlamenten sinkt weiter gen Nullpunkt, bei Künast, Trittin und Westerwelle fehlt mir jegliches Verständnis. Und so manch anderer Volksvertreter wird 2012 dazu kommen - ganz sicher
* Fukushima - eigentlich erübrigt es sich, jedes weitere Wort zur Katastrophe in Japan zu verlieren
* Fußball in Deutschland - der Trend geht eindeutig nach unten. Nicht nur Ultras, Suptras & Co verderben den wahren Fans den Sport, auch die Trainer und Spieler sorgen mit ihrem Benehmen dafür. Und alles unter den verschiedensten Deckmänteln: Emotionen, keine Kommerzialisierung, pure Stimmung. Fakt ist: Pyro ist in den Stadien verboten, weil gefährlich. Damit sollten sich auch die Freaks endlich abfinden. Trainer und Spieler müssen sich endlich zurücknehmen. Was Klopp und Tuchel samstäglich so an Figuren, Sprüngen und Fratzen so abliefern (das verbale gar nicht erwähnt) heizt die Hooligans und Chaoten nur noch an. Schauspielernde Kicker auf dem Rasen (halten sich das rechte Bein, wenn das linke Ohr beim Kopfballversuch mit dem Gegenspieler getroffen wurde) sind eine Schande
* Stuttgart 21 - Fiasko - in jeder Hinsicht - der sparsamen Schwaben. Polizeigewalt gegen Demonstranten, ausufernde Kosten und ein oberster Landesboss, der das Ganze gegen seinen Willen durchziehen muss. Ob Winni Kretschmann das allerdings wirklich macht, wird sich noch zeigen. Aber was tut man nicht alles für ein bisschen Macht...
* Elbphilharmonie Hamburg - Zugegeben, mir fehlt da der tiefe Einblick. Aber offensichtlich haben sich hier die Richtigen gefunden: Helle Planer, kluge Finanzer und clevere Bauausführende. Die Kosten steigen ins Unermessliche, die Beteiligten streiten sich um Geld, Bauausführung und Übergabe. Letzte Hoffnung: Titanic. Auch beim Filmdreh explodierten die Kosten (200 Mio. Dollar), allerdings konnten später mehr als 1,3 Milliarden Dollar eingenommen. Schön wär's...
* Frauen-Fußball-WM: Hübsch anzusehen waren die Damen aus Deutschland ja, aber die Sache mit dem Fußball muss noch einmal geübt werden. Mit allerlei Vorschusslorbeer ausgestattet, vergurkten Célia Okoyino da Mbabi, Lira Bajrama und Kerstin Garefrekes das Viertelfinale gegen Japan und fielen damit zurück in die graue Frauen-Fußball-Vorzeit
* Spritpreise - E10 hielt uns ja alle in diesem Jahr in Atem, doch es ist wieder ruhiger geworden. Die Ölkonzerne kassieren weiter ab, hauen den Bürger stets um die Feiertage über's Ohr - doch keinen juckt es mehr. Mich auch nicht, ich fahre jetzt einen Diesel
* Wirtschaft - es geht längst nicht mehr darum, ob die Wirtschaft angekurbelt, gerettet oder am Laufen gehalten wird. Man bekommt den Eindruck, dass Wirtschaftsbosse, Entscheidungsträger und Führungspersonen nur noch darum kämpfen, mit fetten Verträgen, die lukrative Aussteigsklauseln und Abfindungszusicherungen beinhalten, ausgestattet werden. Das Wohl der Unternehmen steht offensichtlich nur an zweiter oder dritter Stelle. Fehleinschätzungen, falsche Investitionen und Entscheidungen ziehen oftmals eine Ablösung des/der Entscheider(s) nach sich, die Trottel werden dann für ihr Missmanagement belohnt. Ein Umdenken wäre schön, wird aber nicht geschehen. Festhalten an alten Zöpfen, kaum Mut für Neues und damit wenig Innovationen und mehr Staub am dahinsiechenden Produkt - so wird es nichts mit diesem Land, den Telefongesellschaften, Verlagen, Automobilherstellern, Banken, Plattenfirmen, Finanzämtern, Tourismusbetrieben und und und... Das Ohr muss an der Basis sein, hier entstehen die Gegenideen, die von Erfolg gekrönt werden können