Mittwoch, 21. Dezember 2011

Vorfreude

In diesem Jahr darf sich auf die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten besonders gefreut werden. Was hat der Mensch, der offenbar den Hals nicht voll kriegen kann und die deutschen Wähler mit Büchern wie "Besser die Wahrheit" (häääääää?), den Menschen zum Weihnachtsfest zu sagen? Ich bin mir sicher, dass die TV-Verantwortlichen ordentliche Quoten einstreichen werden. 

Dabei wäre es wohl besser, Wulff würde in diesem Jahr einfach die Klappe halten und auf die Ansprache verzichten. Zuviele Ungereimtheiten haben sich in der s.g. Kreditaffäre aufgetan, immer mehr Widersprüche werden zu Tage gefördert, immer weniger Menschen in diesem Land haben dafür Verständnis. 

Die Frage ist längst nicht mehr, ob Wulff die Wahrheit sagt, sondern warum Herr Wulff seine Wahrheiten nur scheibchenweise öffentlich macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wulff, ausgebildeter Jurist, sich nicht im Vorfeld über die Konsequenzen seines Handelns informiert hat oder seine Berater (sein Frau ist übrigens Medienreferentin) kontaktiert hat. Ganz schlechtes Management, in jeder Hinsicht... Es sieht ganz so aus, als ob Wulff also der Verlockung des Geldes erlegen ist und absichtlich "besser nicht die ganze Wahrheit" gesagt zu haben.

Im Übrigen sind die Äußerungen von CDU/CSU und FDP nicht nachvollziehbar, die leidige Diskussion endlich zu beenden, weil sonst das Amt des Bundespräsidenten beschädigt werden könnte. Hallo gehts noch? Christian Wulff ist es doch, der sich wegen ein paar Prozenten (die allerdings ein paar Tausend Euro ausgemacht haben) ins Zwielicht rangiert hat. Christian Wulff ist es, der wegen seiner zu engen Kontakte zu den wirtschaftlichen Größen des Bundeslandes Niedersachsens, in Bedrängnis gekommen ist. 

Schlimm sind die Folgen des Ganzen. Wulff wird sicherlich früher oder später aus dem Amt scheiden. Er bekommt jetzt schon ein hübsches Sümmchen für Aufgaben, die offensichtlich keiner machen will. Laut Wikipedia sind es rund 200000 Euro jährlich plus 78000 Euro Aufwandsentschädigung, aus dem allerings auch die Löhne des Hauspersonals für die freie, voll eingerichtete Amtswohnung des Bundespräsidenten zu zahlen sind.

Übel wird einem nur, wenn man weiß, dass Wulff diese Bezüge (außer der 78000 Euro) auf Lebenszeit gezahlt werden. Viel zu viel Geld für einen Typen, der ganz sicher kein Vorbild für die Menschen des Landes ist.