Neuerdings habe ich ein Navigationsgerät in meinem Auto. Bei Fahrten durch das schöne Ostholstein kann ich das gute Stück ganz gut gebrauchen. Eigentlich. Aber ich habe mich nun bereits öfter dabei ertappt, dass ich auf die Frauenstimme nicht höre und so die ein oder andere Extrarunde drehen muss. Das ist aber verständlich, denn wer mir immer und immer wieder einen falschen Weg ansagt, dem höre ich nicht zu. Verständlich oder? Die Frau im Navi und ich - wir müssen uns eben erst noch aneinander gewöhnen. Wenn sie mein uneingeschränktes Vertrauen haben möchte, sollte sie mir in Neustadt stets den richtigen und kürzesten Weg ansagen. Schließlich erkennt sie auf der Insel Fehmarn auch die Baustelle und führt mich richtig und vorallem zeitnah daran vorbei. Also, meine Liebe, warum klappt das nicht auch in Neustadt?
Freitag, 28. Oktober 2011
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Wie dreist ist der eigentlich?
Mecklenburg-Vorpommern hat einen neuen, alten Regierungschef. Compadre Sellering wurde gestern erwartungsgemäß wieder gewählt. Sein einziger Gegenkandidat, NPD-Pastörs, erhielt sechs Stimmen. Nur fünf Landtagsmitglieder haben die Rechten, also gibt es einen Überläufer.
Ein demokratisch gewähltes Schwein.
Vor einigen Wochen haben sich die meisten Wähler für Erwin Sellering und seine SPD, viele Wähler für eine Koalition von SPD und CDU und eine große Anzahl von Menschen für die Demokratie und gegen rechtes Gesindel ausgesprochen. Auch der Abweichler wurde aus dem Blickwinkel gewählt, sich gegen den braunen Sumpf zu stellen. Nun sitzt er im Landtag, erhält eine nicht gerade kleine Summe aus dem Landeshaushalt als "Diät" und macht das Kreuz an der falschen Stelle.
Die Politik zeigt wieder einmal ihre fiese Fratze, Politiker haben einmal mehr einen Ansehensverlust zu beklagen. In solch eine verantwortungsvollen Position darf man einfach nicht so eine Reaktion geben - auf was auch immer. Dieser Politiker oder diese Politikerin hat die demokratischen Regeln mit Füßen getreten, wird aber in den kommenden Jahren weiter Politik im Sinne von Partei, Koalition und Lobby machen. Und dabei das eigene Konto füllen.
Natürlich ist es zu viel, zu erwarten, dass dieser "Volksvertreter" zu seinem Handeln steht, sich zu erkennen gibt und das Mandat zurückgibt. So etwas würde das Wahlvolk doch sehr überraschen.
Erschreckend ist, wie die Politiker das Ganze sehen: Nervosität, Schusseligkeit oder andere Ausreden wurden von Sellering & Co. vorgeschoben. Auf die Idee, dass es einen Abweichler geben könnte, kommen die Damen und Herren nicht. Es ist nicht unbedingt als guter Start in die neue Regierungszeit zu sehen, wenn solche Dinge einfach als Nichtigkeit abgetan werden. "Die Wahlzettel waren sehr kompliziert", heißt es. Nun ja... Das Argument kann schon mal für die nächste Wahlschlappe gespeichert werden, gab es ja so auch noch nie...
Montag, 24. Oktober 2011
15 Minuten Ruhm
Wir haben die Bauern wieder. Seit dem vergangenem Montag bringt Inka Bause auf RTL wieder die Bauern an die Frau oder mittlerweile auch an den Mann. Faszinierend gruselig. Genau wie die sonntägliche Sendung "Schwiegertochter gesucht". Beide Formate leben vom "Fremdschämen". Wartet der Zuschauer bei "Bauer sucht Frau" förmlich darauf, dass die - nennen wir sie mal Elli aus Hamburg - in den Kuhmist fällt, ist der Peinlichkeitsfaktor am Sonntag noch um einiges höher. Hier werden die heiratswilligen Junggesellen und Jungmänner regelrecht vorgeführt. Trottelige Männer werden von ebenso peinlichen Damen verführt. Vera Int Veen tut dann noch das Ihrige dazu.
Und dennoch verhält es sich so wie mit dem Verkehrsunfall, der den Vorbeifahrenden anwidert - hingeschaut wird aber trotzdem. Deshalb sind die Quoten für diese Formate so gut (Bauer sucht Frau: 7,98 Millionen = 25,7 Prozent, Schwiegertochter um die 5 Millionen). Der TV-Zuschauer ergötzt sich an den Männern, die sich zum Löffel machen, an den Josefs und Narumols, die via RTL ihr Liebesleben (nennt man es so?) zur Schau stellen.
Eigentlich ist es nichts weiter als Big Brother oder jede andere Gameshow. Das Fernsehen lockt, die 15 Minuten Ruhm, die jedem Menschen im Leben zustehen, wollen auch aufgebraucht werden. Was danach kommt? Egal. Nur die wenigsten bleiben der Öffentlichkeit erhalten, wenn auch nicht unbedingt nachhaltig. Mir fällt da diese Sabrina aus dem TV-Container ein. Die italienische Schönheit aus Staffel 10 nannte schon mal auf die Aufforderung, ein anderes Wort für Plastik zu nennen: "Gips - Noch ein anderes Wort für Plastik? - Tüte" oder die schon mal "Kohlensuppe" essen musste.
Doku-Soaps strahlen eben eine große Faszination aus, gerade weil - so sollte es sein - hier der Mensch ungefiltert und original daher kommt. Meist aber ist es dann der cleveren Arbeit des Cutters zu verdanken, dass aus 24 Stunden gähnend langweiligen Materials doch noch zehn Minuten "Action" herauskommen. Wenn das nicht hilft, muss eine besondere Show her. Und die bieten die Kandidaten uns Fernsehzuschauern dann doch immer wieder gern. Unterhaltung garantiert.
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Böses Blut in Berlin
Rot-Grün in Berlin wird also nix. Das ging ja richtig schnell. Da wurden nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus Sondierungsgespräche vom Wahlsieger SPD mit den Grünen und der CDU geführt. Schnell waren sich die Roten und Grünen klar, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen, weil man sich im Grunde einig war. In Sachen Erweiterung der A100 wollten beide Parteien am ersten Tag der Verhandlungen einen Kompromiss präsentieren. Nix war's damit, Wowi und die Grünen gehen getrennte Wege. Böses Blut. Grün speit Feuer, selbst die Jusos kritisieren Wowereit.
Die Grünen hatten sich der SPD in Sachen Autobahn angenähert, was tut man nicht um an die Macht zu kommen. Nun hat Wowi, dieser alte graue Fuchs, wohl die Grünen - sagen wir es mal so - richtig "verarscht". Mit der CDU ist es eben einfacher, die Christdemokraten sind offensichtlich nicht so anstrengend und fordernd.
Die Grünen haben sich zu früh gefreut, nach der Wahl vor gut zwei Wochen wähnten sich die Ökos schon an der Macht. Nun wird es nix, Berlin wird dann wohl wieder gähnend laaaangweilig und arbeitertechnisch-konservativ regiert. Berlin bleibt arm also und wird unsexy. Auch wenn die Piraten das Abgeordnetenhaus etwas mit ihrer unbedarften Politik "aufmischen" werden. Zumindest für Lacher sorgen.
Aber, aber, aber... Spätestens wenn die SPD/CDU-Koalition in die Hose geht oder die nächste Wahl ansteht (mal schauen was vorher eintritt), sind alle Vorwürfe, Anfeindungen und bösen Worte vergessen. Schließlich möchten die Grünen, so sie die Chance dazu und genügend Stimmen bekommen, wieder mal an die Macht. Politiker vergessen gern mal und halten sich dabei an Adenauers Spruch "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern".
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