Mecklenburg-Vorpommern hat einen neuen, alten Regierungschef. Compadre Sellering wurde gestern erwartungsgemäß wieder gewählt. Sein einziger Gegenkandidat, NPD-Pastörs, erhielt sechs Stimmen. Nur fünf Landtagsmitglieder haben die Rechten, also gibt es einen Überläufer.
Ein demokratisch gewähltes Schwein.
Vor einigen Wochen haben sich die meisten Wähler für Erwin Sellering und seine SPD, viele Wähler für eine Koalition von SPD und CDU und eine große Anzahl von Menschen für die Demokratie und gegen rechtes Gesindel ausgesprochen. Auch der Abweichler wurde aus dem Blickwinkel gewählt, sich gegen den braunen Sumpf zu stellen. Nun sitzt er im Landtag, erhält eine nicht gerade kleine Summe aus dem Landeshaushalt als "Diät" und macht das Kreuz an der falschen Stelle.
Die Politik zeigt wieder einmal ihre fiese Fratze, Politiker haben einmal mehr einen Ansehensverlust zu beklagen. In solch eine verantwortungsvollen Position darf man einfach nicht so eine Reaktion geben - auf was auch immer. Dieser Politiker oder diese Politikerin hat die demokratischen Regeln mit Füßen getreten, wird aber in den kommenden Jahren weiter Politik im Sinne von Partei, Koalition und Lobby machen. Und dabei das eigene Konto füllen.
Natürlich ist es zu viel, zu erwarten, dass dieser "Volksvertreter" zu seinem Handeln steht, sich zu erkennen gibt und das Mandat zurückgibt. So etwas würde das Wahlvolk doch sehr überraschen.
Erschreckend ist, wie die Politiker das Ganze sehen: Nervosität, Schusseligkeit oder andere Ausreden wurden von Sellering & Co. vorgeschoben. Auf die Idee, dass es einen Abweichler geben könnte, kommen die Damen und Herren nicht. Es ist nicht unbedingt als guter Start in die neue Regierungszeit zu sehen, wenn solche Dinge einfach als Nichtigkeit abgetan werden. "Die Wahlzettel waren sehr kompliziert", heißt es. Nun ja... Das Argument kann schon mal für die nächste Wahlschlappe gespeichert werden, gab es ja so auch noch nie...