Eine irre Stadt! Absolut. Laut und lauter, hell und greller, groß und größer, schrill und schriller, total überwältigend - aber (oder vielleicht genau deswegen) trotzdem toll, aufregend, klasse, großartig und traumhaft!
Manhattan erhebt sich dem Betrachter förmlich. Gierig reckt sich der Hals beim Anflug oder der Anfahrt auf NYC. Die Stadt der Städte. Vorfreude macht sich breit, eine innere Aufgeregtheit beherrscht den Körper. Die Fahrt durch den Lincoln-Tunnel (in Deutschland würde sowas nicht gebaut, denn hier gibt es auf 2,5 Kilometern wohl keine Rettungstüren) ist ein Erlebnis. Zügig geht es Seitenspiegel an Seitenspiegel in Richtung Port Authority Bus Terminal. Zwei drei Kurven - rechts und links - und man ist endlich da - Manhattan.
Der Besucher bekommt alles geboten, was er haben will, was er bekommen muss und was er bekommen will: Leuchtreklame - selbst am Tag beeindruckend - Coffee-to-go-trinkende-Business-Peoples, Stretch-Limos, überteuerte Souveniers, günstige Hotdogs, McD, Patriotismus, die Yankees, die Rangers und die Giants, Starbucks, Fernsehen, Dinners, Oberflächlichkeit...
Und dennoch ist New York liebevoll. Die Menschen, die New Yorker, sind, vielleicht auch weil es 9/11 gab, hilfsbereit, freundlich und zuvorkommend. Sie bieten ungefragt ihre Hilfe an, lächeln sogar und man nimmt ihnen ihr "How are you" auch wirklich ab. New Yorker sind cool und nehmen es einem nicht übel, wenn man in der Sportsbar am Sonntag Nachmittag für das andere Team ist. Und das auch noch gegen die Giants gewinnt.
Man muss in New York Tourist sein. Der Touri lässt sich vom lächelnden Damon vor dem Empire State Building übers Ohr hauen, knipst alles, was ihm vor die Linse läuft, stöbert durch sämtliche Läden, schlendert über Broadway, Times Square oder die 5th Avenue - erwischt er dabei noch einen amtlichen Feiertag, erlebt er das amerikanische Volk sowie seine Seele und seine Befindlichkeiten direkt und unverstellt.
Tiefe Gefühle werden an "Ground Zero" geweckt. An diesem geschichtsträchtigen Ort klopft einem das Herz bis zum Hals, es berührt einen schon, wenn die Menschenmassen an diesen Ort pilgern und den Opfern gedenken wollen. Schade nur, dass dies nicht spontan geschehen kann, denn man muss sich für einen Besuch an diesem Ort zuvor online anmelden. Tipp: Einmal mit der Fähre in Richtung Staten Island an der Freiheitsstatue vorbei shippern, gibt es auf der anderen Seite einen herrlichen Blick auf die Südspitze von Manhattan und zugleich, nur ein paar Meter weiter östlich, ein Mahnmal für die Opfer des Terroranschlags. Im Blick: Einer der beiden aufstrebenden Türme.
Ansonsten sollte der New York-Besucher alles mitnehmen, was er in seiner Zeit mitnehmen kann. Es gibt so viel zu entdecken, die landläufigen Reiseführer helfen einem, doch man kann auch jede Menge auf eigene Faust entdecken. ESB ist ein absolutes MUSS, den Ausblick über NY in Richtung Norden, Osten, Süden oder Westen muss man erlebt haben. Man MUSS! The Rock muss danach nicht sein, kann aber. Brooklyn-Bridge hat etwas, auch wenn man immer aufpassen muss, dass man vom Gegen-Radfahrer-Verkehr nicht überrollt wird. In Brooklyn sollte bei der Brookly Ice Cream Factory das sündhaft köstliche Eis mitnehmen. Eine (kostenfreie) Fährfahrt an der State of Liberty vorbei sollte im Touri-Programm fest verankert sein, ebenso ein Gang durch die Wallstreet, Chinatown oder SoHo.
Der Tourist sollte es tunlichst vermeiden, McDonalds & Co. zu besuchen, es gibt so viele kulinarische Höhepunkte, die das Fastfood von der Stange in den Hintergrund drängen. Die Burger im Laden sind viel geiler als die genormten Teile, das Bier im Brauhaus viel köstlicher als sein Ruf und vorallem das aus der Werbung und das Frühstück legendär. Hotdog an der Straße sollte auch probiert werden. Aber alles auf einmal geht nicht. Da rebelliert der Magen-Darm-Trakt.
NYC hat so viel zu bieten, das alles kann man vorher nicht begreifen. Und nach dem Besuch eigentlich immer noch nicht... In diesem Sinne - Yo Mann!