Freitag, 25. Februar 2011

Schmierige Vertreter

Ich wurde wieder einmal bestätigt: Versicherungsvertreter können nicht anders und sind (meist) ganz schön schmierig. Und wollen nur mein Geld.
Im Rahmen einer Beilage musste ich auch einen Finanzdienstleister (gleichzusetzen mit Versicherungsheini) aufsuchen und sollte eine Geschichte über sein Büro machen. Der Typ war wirklich schmierig, sabbelte die ganze Zeit, nahm sich unheimlich wichtig und roch nach billigem Parfüm. Zum Abschluss dann das übliche Prozedere: Schicken Sie mir vorab den Text, damit ich ihn gegenlesen und mit der Hauptdirektion abstimmen kann. Ach und wenn Sie Hilfe in Finanzdingen benötigen, kommen Sie ruhig vorbei, der Mediaberater soundso ist auch mein Kunde." - Echt gruselig.

Gesagt, getan - den Text bekam er zum Gegenlesen, man will ja niemanden verärgern. Er segnete das Teil ab (natürlich in Absprache mit der Hauptdirektion) und gab es quasi zur Veröffentlichung frei. Die Beilage erschien und schon einen Tag später gab es "Mecker". In der Bildunterschrift, die ich ihm natürlich nicht vorlegte (wer kann da schon was falsch machen), benannte ich sein Büro nicht ganz korrekt. Ärgerlich, aber die Namen stimmten und die Firma auch. Lediglich ein einziges Wort passte nicht, schließlich sind das keine "Filialen" sondern Servicebüros, Kundenanlaufpunkte oder irgendsowas.
Ich rief ihn zurück und hörte mir sein Geschwafel an. "Es sei ja nicht so schlimm, der Text war ja auch ganz gut, aber ein wenig schade ist es ja schon. Was machen wir denn da? Wann kommen Sie vorbei und wir kommen dann ins Geschäft." Mir drehte sich der Magen um. Und dann die Krönung: Er sei ja kein Korintenkacker, aber bei der nächsten Anzeige sei doch bestimmt ein Bonbon drin".

Mir fiel fast der Hörer aus der Hand... Ich will da nicht mehr hin. Ich mag den nicht.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Das Guttenberg-Tribunal

Die Wellen schlugen hoch, heute im Bundestag. Es stand die öffentliche Abrechnung der Opposition sowie das "Stange halten" der Koalition auf dem Programm.

KT ist zweifellos ein begnadeter Politiker, einer, der wieder Lust auf Politik macht. Solche "Talente" sind sehr selten und auch als Minister macht er einen guten Job. Guttenberg macht den Krieg in Afghanistan greifbar, bringt die Probleme an den Mann und an die Frau in Deutschland. Eben nicht nur medial perfekt inszeniert. Und dieser Star am deutschen Politikhimmel hat mit seiner Doktorarbeit offensichtlich richtig großen Mist gebaut. Zusammengeklauter Doktortitel und Verteidigungsminister - geht das? Klar, dass die Opposition KT in der Luft zerreißt, Guttenberg soll sein Amt niederlegen. Jürgen Trittin (Grüne) zeigte bei der knapp 40-minütigen Rede des Delinquenten vor dem Parlament gerade zum Ende  ganz starke Ermüdungserscheinungen und schien später bei seinem eigenen Auftritt fast ein wenig wie "schlecht geweckt", so brüllte der Zwangspfandflaschenerfinder durch das Mikrofon. Krista Sager trat da schon etwas gemäßigter auf, wirkte wesentlich sympathischer. Alexander Dobrindt (CDU/CSU) warf der Opposition eine "schäbige Kampagne gegen den Minister" vor. Aber mit dem allgemeinen Regierungstenor "Entschuldigung und gut", ist es wohl auch nicht getan.

Aber ist KT der einzige Doktor, der seine Arbeit auf diese Art und Weise geschrieben hat? Hatte er gar einen Ghostwriter, der einfach nur etwas dusselig, bequem und blauäugig war? Andere - vielleicht auch Politiker - haben vielleicht auch für sich schreiben lassen und leben jetzt in Angst und Schrecken. Wer weiß das schon so genau...

Auf jeden Fall hatte ich den Eindruck, der Opposition geht es (wieder einmal) nicht um das Thema an sich, sondern nur um die Demontage der Konkurrenz. Aber so ist das Politikgeschäft wohl. Wobei sich jetzt SPD und Grüne nicht unbedingt auf den Schlips getreten fühlen müssen. Sähe es anders aus, würden  CDU  und FDP mit Dreck schmeißen. In schöner Regelmäßigkeit ändern sich die Mehrheitsverhältnisse ja und auf diese Konstellation brauchen wir sicherlich nicht allzulange warten. 
Übrigens: Ob Karl Lauterbach (SPD) jemals wieder in China einreisen darf, bezweifel ich ja. Eher nicht, denn er bezichtigte sinngemäß jede chinesische Firma des Wirtschaftsdiebstahls. So wie der Herr am Mikro stand und agierte, war das aber großes Kino. Aber irgendwie auch peinlich. 

So, und nun freue ich mich auf einen schönen Fußballabend...

Mein neuer Blog

So, nun bin ich also auch am Start. Künftig werde ich mich an dieser Stelle über alle Themen "auslassen", die mich interessieren, meine - subjektive - Sicht auf die Dinge des Lebens mitteilen: Politik im Großen oder Kleinen, Sport, Kultur oder Lifestyle. Stellung beziehen, Meinung verbreiten, diskutieren. So soll es sein.

Beste Grüße