Mittwoch, 23. Februar 2011

Das Guttenberg-Tribunal

Die Wellen schlugen hoch, heute im Bundestag. Es stand die öffentliche Abrechnung der Opposition sowie das "Stange halten" der Koalition auf dem Programm.

KT ist zweifellos ein begnadeter Politiker, einer, der wieder Lust auf Politik macht. Solche "Talente" sind sehr selten und auch als Minister macht er einen guten Job. Guttenberg macht den Krieg in Afghanistan greifbar, bringt die Probleme an den Mann und an die Frau in Deutschland. Eben nicht nur medial perfekt inszeniert. Und dieser Star am deutschen Politikhimmel hat mit seiner Doktorarbeit offensichtlich richtig großen Mist gebaut. Zusammengeklauter Doktortitel und Verteidigungsminister - geht das? Klar, dass die Opposition KT in der Luft zerreißt, Guttenberg soll sein Amt niederlegen. Jürgen Trittin (Grüne) zeigte bei der knapp 40-minütigen Rede des Delinquenten vor dem Parlament gerade zum Ende  ganz starke Ermüdungserscheinungen und schien später bei seinem eigenen Auftritt fast ein wenig wie "schlecht geweckt", so brüllte der Zwangspfandflaschenerfinder durch das Mikrofon. Krista Sager trat da schon etwas gemäßigter auf, wirkte wesentlich sympathischer. Alexander Dobrindt (CDU/CSU) warf der Opposition eine "schäbige Kampagne gegen den Minister" vor. Aber mit dem allgemeinen Regierungstenor "Entschuldigung und gut", ist es wohl auch nicht getan.

Aber ist KT der einzige Doktor, der seine Arbeit auf diese Art und Weise geschrieben hat? Hatte er gar einen Ghostwriter, der einfach nur etwas dusselig, bequem und blauäugig war? Andere - vielleicht auch Politiker - haben vielleicht auch für sich schreiben lassen und leben jetzt in Angst und Schrecken. Wer weiß das schon so genau...

Auf jeden Fall hatte ich den Eindruck, der Opposition geht es (wieder einmal) nicht um das Thema an sich, sondern nur um die Demontage der Konkurrenz. Aber so ist das Politikgeschäft wohl. Wobei sich jetzt SPD und Grüne nicht unbedingt auf den Schlips getreten fühlen müssen. Sähe es anders aus, würden  CDU  und FDP mit Dreck schmeißen. In schöner Regelmäßigkeit ändern sich die Mehrheitsverhältnisse ja und auf diese Konstellation brauchen wir sicherlich nicht allzulange warten. 
Übrigens: Ob Karl Lauterbach (SPD) jemals wieder in China einreisen darf, bezweifel ich ja. Eher nicht, denn er bezichtigte sinngemäß jede chinesische Firma des Wirtschaftsdiebstahls. So wie der Herr am Mikro stand und agierte, war das aber großes Kino. Aber irgendwie auch peinlich. 

So, und nun freue ich mich auf einen schönen Fußballabend...